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29.09.1989 - 

Intel flankt mit einem neuen Prozessor über die Megahertz-Barriere

Multiprocessing auf einem Chip soll bis zu 66 MIPS bringen

HAMBURG (CW) - Intel Semiconductor hat ihrer Chip-Reihe 80960 für feste Anwendungen (Embedded Control) den Prozessor 80960CA hinzugefügt. Der neue 32-Bit-Chip 8011 bei einer Taktfrequenz von 33 Megahertz in der Top-Version bis zu 66 Prozessorspezifische MIPS (30 VAX-MIPS) verarbeiten.

Um mehr MIPS als Taktzyklen zu erreichen, war ein neues Verfahren erforderlich: gleichzeitige Verarbeitung von zwei Instruktionen in einem Prozessor, die sogenannte "Superscalar"-Technologie. Der Chip prüft dabei während eines Programmablaufs mit dem "Scoreboarding"-Feature die eingehenden Befehle und bildet Gruppen von Instruktionen, die keine gemeinsamen Register erfordern und gleichzeitig gestartet werden können.

Das Scoreboarding soll auch die transparente Handhabung prozessoreigener Pipelines gewährleisten und so die geschwindigkeitsoptimierte Programmierung von Assembler-Subroutinen ermöglichen. Nach Intel-Angaben kann der 80960CA zwei Instruktionen per Taktzyklus in einem Programmablauf ständig abarbeiten, in Ausnahmefällen sogar drei Operationen gleichzeitig ausfahren.

Der "Speed demon of embedded processors", so die Laudatio eines Intel-Referenzkunden, kann jedoch noch nicht mit Gleitkommazahlen rechnen; diese Fähigkeit will ihm Intel innerhalb der kommenden zwölf Monate beibringen. Außerdem haben die Entwickler darauf verzichtet, ein ROM und ein EPROM mit Prozessorchip anzubieten.

Embedded-Control-Programme seien in der Regel zu speicherintensiv, um sie auf einem Chip unterzubringen, erklärte Hans Geyer, Assistant Manager Components Marketing Europa bei der Intel Semiconductor GmbH, während der Präsentation des Neulings.

Andere Features sind dafür bereits im Chip: Standardinstruktionen wie "Call", "Return" oder "Jump" werden ebenso wie vier CPU-parallele Datenkanäle mit DMA-Logik für I/O-intensive Anwendungen mitgeliefert; ein Daten-RAM mit der Größe 1,5 Kilobyte und einer Breite von 128 Bit enthält die Programmvariablen und ein konfigurierbares Register-Cache.

Der integrierte Bus-Controller soll externe Speicher mit Busbreiten von acht, 16 und 32 Bit, unterschiedlichen Zugriffszeiten und Datenstrukturen so. wie Burst-Mode-Fähigkeit (Adreßübertragung für mehrere Datensätze) unterstützen. Echtzeit-Fähigkeit erlangt der 80960CA mit einer programmierbaren Interrupt-Verwaltung für die Priorisierung von bis zu 248 internen und externen Quellen.

Der 80960CA repräsentiert, so Intel, die zweite Generation der 80960-Prozessoren und ist als Upgrade der leistungsschwächeren 80960KA, 80960KB und 80960MC gedacht. Alle Anwendungen sollen innerhalb der Familie binär kompatibel, also auf allen 80960-Prozessoren lauffähig sein.

Referenzanwendungen, die während der Ankündigung vorgestellt wurden, nutzen die 80960er in verschiedenen Bereichen: Asea Brown Boveri stellte ein System zur Traktionskontrolle für Schienenfahrzeuge vor, mit dem KB-Prozessor unterstützt Auprosys in Pirmasens ein neues Front-End-System zur CIM-Integration.

Phoenix Ltd. aus Massachusetts liefert OEM-Controller für Laserdrucker auf der Basis der KA- und KB-Risc-Chips und die Heurikon Corp., Wisconsin, kündigte ein 80960-basiertes Real-Time-Board an.

Zur Kontrolle und zum Debugging von 80960CA-lauffähiger Software bei voller Busgeschwindigkeit und abgeschaltetem Cache avisierte Philips den Logik-Analyzer PM 3655.

Was IBM dem Anwender sagen will

Am 5. September kündigte IBM fast beiläufig - auch "AS/Entry-Systeme" an. Die Modelle A10, A20 und A22 seien eine Abrundung der AS/400-Familie nach unten. Endlich kann auch der /36-Anwender auf eine AS/400 umsteigen. Meint IBM.

Die Anwender jedoch werden meinen, die AS/Entry-Modelle seien doch nur 5363-Weiterentwicklungen. Sie werden auch sagen, der Wechsel von RPG II auf das OS/400-System sei mit großen Softwareproblemen behaftet.

IBM sagt, die neuen "Einstiegsmodelle" böten gegenüber den bisherigen 5363-Rechnern ein verbessertes Preis-/Leistungs-Verhältnis. Der /36-Nutzer wird sich deshalb erst recht fragen, warum er IBMs Gedanken und Wünsche nach einem Umstieg nachvollziehen soll.

IBM buhlt mit diesem Schachzug nur in Europa um die Gunst der /36-Benutzer. Doch die werden den Trick durchschauen.