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09.06.2000 - 

Börsengang kein Tabuthema mehr

Mummert + Partner gibt sich eine neue Organisationsform

HAMBURG (gh) - Die Mummert+Partner Unternehmensberatung AG, Hamburg, hat sich eine Restrukturierung verordnet. Ziel der Maßnahme, die eine Revision der bisher ausschließlich branchenorientierten Geschäftsausrichtung bedeutet, ist eine Bündelung der Beratungskräfte.

Vorstandssprecher Wilhelm Alms führte vor Journalisten in Hamburg zwei wesentliche Gründe für die Neuaufstellung seiner Company an: Die Schaffung von Strukturen, die die Entwicklung zu einer "kritischen Größe in Europa" ermöglichen, und die seit geraumer Zeit zu beobachtende Entwicklung im IT-Beratungsmarkt. So würden sich Prozesse und Geschäftsabläufe in einzelnen Branchen, etwa im Bereich der Finanzdienstleister, radikal ändern. Der bisher "klassisch divisionale" Ansatz von Mummert+Partner habe sich deshalb überholt, betonte Alms. Jede branchenbezogene Einheit sei bisher eine Art Unternehmen im Konzern gewesen; angesichts immer aufwendigerer Consulting-Projekte habe man dies aber zuletzt "kaum mehr effektiv" bewältigen können. Zudem forderten die Kunden verstärkt einen übergreifenden Ansatz. Die Hamburger haben deshalb mit sofortiger Wirkung ihre alte Organisationsform mit fünf Divisions, die auf die Branchen Versicherungen, Kreditinstitute, Öffentliche Dienstleister/Energieversorger, System-Beratungshäuser und Telekommunikation/Gesundheitswesen fokussiert waren, abgelöst.

Branchenübergreifender Einsatz von SpezialistenKünftig operiert Mummert+ Partner mit sieben neuen Geschäftsfeldern, in denen das gesamte, vorwiegend produkt- und systemnahe Consulting-Business zusammengefasst ist. Die einzelnen Bereiche heißen jetzt Business Structures, Customer-, Asset- und Transaction Management, Enterprise Applications, Business Intelligence sowie Technology Management. An der ursprünglichen Branchenausrichtung ändert sich laut Alms dennoch prinzipiell nichts. Nach wie vor bringen Kunden aus dem Assekuranz- und Bankenbereich den meisten Umsatz (rund zwei Drittel). Neu ist nun aber, dass nicht mehr für jeden Wirtschaftszweig jeweils eigene Beratungs-Skills aufgebaut werden, sondern die jeweiligen Spezialisten - etwa für Customer-Relationship-Management (CRM) oder Enterprise Resource Planning (ERP) - branchenübergreifend eingesetzt werden.

Gelassen zeigte sich der Mummert + Partner-Chef angesichts des derzeitigen Hauens und Stechens im E-Business-Consulting-Markt. Sein Unternehmen fühle sich inmitten der neuen Konkurrenten in der Art von Razorfish und Pixelpark sowie dem ebenfalls zu beobachtenden Drang der klassischen Management-Beratungshäuser wie Andersen Consulting in das Internet-Geschäft "sauwohl". Sein Unternehmen könne "das Beste aus beiden Welten" vereinigen und biete seinen Kunden "Management-Expertise und fundiertes technologisches Wissen im Paket".

Diese Stellung im Markt soll sich auch in der weiteren Entwicklung des Unternehmens niederschlagen. Man wolle auch künftig "über dem Marktdurchschnitt wachsen", hieß es. Nach vorläufigen Zahlen konnte der Umsatz im Geschäftsjahr 1999 gegenüber dem Vorjahr von 264 auf 350 Millionen Mark gesteigert werden. Die Zahl der Mitarbeiter nahm von 1040 auf über 1200 zu. Alms deutete weitere Expansionsbemühungen in den europäischen Nachbarländern an. Auch das Thema Börsengang ist für die Mummert + Partner AG, deren Anteile ausnahmslos vom Firmengründer Olaf Mummert und den Mitarbeitern (Partnern) gehalten werden, kein Tabuthema mehr. Alms: "Man muss sich gegebenenfalls die Frage stellen, wie man seine Ziele schneller erreicht."

Abb: Aufnahmekriterium für diese Liste: Mehr als 60 Prozent des Umsatzes werden mit IT-Beratung, Individual-Software-Entwicklung und Systemintegration erzielt. Quelle: Lündendonk