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22.08.1980 - 

Amerikanische Fachleute sagen Entwicklungszeitraum von fünf Jahren voraus:

MVS schlägt Software-Brücke zur H-Serie

MÜNCHEN (je) - Wenn IBM den Formalakt "H-Serien-Ankündigung" vornimmt, wird als Steuerungssoftware ein den bekannten Multiple Virtual Systems (MVS) entsprechendes Package - erweitert um ein paar Features - dabeisein. Dies prophezeien in weitgehender Übereinstimung mehrere unabhängige amerikanische IBM-Analytiker. Zu den MVS-Erweiterungen, vermutet man, dürfte beispielsweise der Fixed-Block-Architektur- (FBA-) Support gehören.

Keine Einigkeit besteht nach einem Bericht der COMPUTERWORLD vom 11. August auf Seiten der Marktbeobachter über den genauen Termin, an dem das neue MVS angekündigt wird. Einige erklären, die neue MVS-Version werde zusammen mit dem ersten H-Prozessor präsentiert werden etwa zum Jahreswechsel 1980/81 -, andere nehmen an, daß IBM diese Ankündigung noch einige wenige Monate zurückhalten wird. Doch Ungeachtet dieser Meinungsvielfalt gehen sämtliche Analytiker davon aus, daß es bis zu fünf Jahre dauern wird, bevor das volle Potential dieser "Native-Software" realisiert ist.

Als ausgebaute und modularisierte Version des jetzigen MVS, glaubt einer der Beobachter, wird das H-Serien-Betriebssystem mit einigen erheblichen Änderungen aufwarten. Es wird beispielsweise - wie auch DOS/ VSE, der kleine Betriebssystem-Bruder auf der 4300-Serie - FBA unterstützen. (IBM hat FBA für die Plattenlaufwerke 3310 und 3370 entwickelt, für die 3375- und 3380-Plattenspeicher hingegen die Count-Key-Data [CKD-]Architektur.) Die FBA-Methodologie, nach der demnächst - je nach Expertenmeinung - entweder beide CKD-Plattenlaufwerke oder nur das 3375-Modell arbeiten soll, wird diese jetzt schon schnellen Drives noch schneller und effizienter machen, meint dieser Beobachter und weiter: MVS/SP wird vielleicht sogar derzeit gebräuchliche IBM-Zugriffsmethoden wie VTAM, BTAM und ISAM ausrangieren und stattdessen ein virtuelles Datei-Speicherungssystem verwenden.

Das Umschalten auf virtuelle Dateispeicherung mag sich zwar über fünf Jahre hinziehen - so dieser Experte -; der erste Schritt in diese Richtung aber sei mit der jüngsten Ankündigung von MVS/SP vollzogen worden (vergleiche CW Nr. 32 vom 8. August, Seite 1). MVS/SP sagt er, sei die "Software-Brücke zur H-Serie"; im Kern stelle MVS/SP "eine in Ordnung gebrachte Version" von MVS/SE dar.

Die neuartigen Eigenschaften - darunter die Adressierung von bis zu 32 MB Realspeicher sowie die Unterstützung der Resource Measurement Facility und der Subsysteme JES2 und JES3 - sollen das Umsteigen von einem 303X-Rechner auf eine größere, schnellere H-Anlage erleichtern. Inwieweit aber diese Software-Brücke schon ein exaktes Abbild des maschinenspezifischen Betriebssystems der H-Serie darstellt, ist nach Ansicht dieses Experten einstweilen unklar. Das H-Serien-Betriebssystem- so vermutet er - wird nur scheibchenweise freigegeben werden, wobei die erstmalige Ankündigung "a very basic operating system" betreffen wird.

Ein anderes Marktforschungsunternehmen sieht IBM bei der Einführung der H-Software mit einigen haarigen Entscheidungen konfrontiert. Zunächst gelte es zu entscheiden, ob das für die 303X-Reihe existierende 16-Känale-Limit weiterhin Bestand haben solle. Diese Beobachter glauben nicht, daß IBM sich für die Anschlußmöglichkeit von mehr High-Speed-Devices entschließen wird.

Schwierig werde auch die Frage zu beantworten sein, wie viel vom H-Serien-Betriebssystem in Mikrocode "gegossen" werden solle Einerseits nämlich sei es Marketing-strategisch günstig, große Abschnitte davon in grundsätzlich unantastbarem Mikrocode vorzuhalten, doch sei dies von der Wartbarkeit her gesehen eine eher schlechte Idee.

Nach Darstellung eines weiteren IBM-Beobachters wird das maschinenspezifische H-Betriebssystem im Design DOS/VSE ähneln, aber modularer angelegt sein. Dem wird von Zunftkollegen widersprochen: IBM wolle die vielen derzeit unter MVS erhältlichen Software-Kombinationen reduzieren und stattdessen in einigen wenigen Software-Generierungs-Packages standardisieren.

Auf diese Weise könne IBM seine derzeitige Politik der Entwicklung von "Installation Productivity Options" (IPO) oder Generierungs-Tools fortsetzen. Als Alternative komme in Betracht, die IPO-Prozedur durch das Entwickeln von selbst-generierender Software abzulösen und damit anderen Mainfraimern konzeptionell zu folgen. "IBM hat nicht die Absicht," sagt einer der Branchenkenner, "etwas anzubieten, was Geld spart. Ein anderer pflichtet dem bei und meint, die H-Serien-Software werde wahrscheinlich 50 000 bis 100 000 Dollar kosten.

Zum weiteren Ausbau der Software erwartet man auf Forscherseite, daß IBM den H-Serie-Modellen Front-End- und Back-End-Prozessoren zuordnen wird. Dabei könnte der Front-End-Prozessor mit Beginn des nächsten Jahres auf den Markt kommen; den Back-End-Rechner, der sich auf die 3880-Steuereinheit stützen dürfte, vermutet man um einiges später.

Neue IBM-Konkurrenz

WALTHAM (vwd) - Eine IBM-kompatible Rechnerserie bringt die Cambex Corp. in den USA heraus. Nach Angaben des Unternehmens, das vormals unter Cambridge Memories Inc. firmierte, arbeiten die Rechner unter der gleichen Software wie die Computer der IBM. Die Cambex-Modelle seien um 15 Prozent leistungsfähiger.