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IDC analysiert Migrationsverhalten in der IBM-Welt:


04.10.1985 - 

MVS und VM kommen sich nicht ins Gehege

FRAMINGHAM (CW) - Die beiden IBM-Betriebssysteme VM und MVS werden voraussichtlich in den nächsten Jahren nebeneinander existieren. DOS/ VSE bleibt die favorisierte OS-Software für Benutzer mittelgroßer IBM-Systeme. Zu diesem Schluß kommt die International Data Corp. (IDC) in ihrer Publikation "Software Watch".

Zum sechsten Mal untersuchte jetzt das amerikanische Marktforschungsinstitut in einer Studie die Betriebssysteme, die auf IBM-Mainframes zum Einsatz kommen. Ziel der Veröffentlichung war es, das Migrationsverhalten der Anwender aufzuzeigen sowie Aufschluß über Haupteinsatzbereiche zu geben. Die ermittelten Daten beziehen sich auf den Zeitraum 1979 bis 1984.

Wie die Studie zeigt, erfreut sich MVS/ XA bei den Benutzern in den MlS-Zentren zunehmender Beliebtheit: Erklärten noch zum Jahresende 1983 nur acht Prozent der von IDC befragten 3081-Benutzer, eine Migration zur "Extended Architecture" vorgenommen zu haben, konnten zwölf Monate später bereits etwa 40 Prozent der Interviewten auf Erfahrungen in diesem Bereich zurückblicken.

Die meisten Anwender im Bereich mittelgroßer IBM-Anlagen sprechen sich für DOS/ VSE als OS-Software aus. Fast 60 Prozent der 4381-User, die Ende letzten Jahres zu dieser Frage Stellung nahmen, hatten mit dem Marktführer einen diesbezüglichen Lizenzvertrag.

Für VM/370 hat Big Blue mehr Lizenzen vergeben als für irgendein anderes Mainframe-Betriebssystem. Vor zwei Jahren wurde bei 27 Prozent der / 370-Anwender VM gefahren. Zum Jahresende 1984 hatten sich 31 Prozent von ihnen auf diese Software eingeschworen.

Wie die IDC-Experten konstatieren, ist VM/370 inzwischen zu einer Hauptkomponente in der Mainframestrategie des Branchenriesen geworden. Das Produkt läßt sich auf allen Maschinen zwischen dem XT/370 und den Modellen des 3090-Prozessor-Komplexes einsetzen. VM unterstützt zahlreiche Gastsysteme wie DOS/VSE, OS/VS1, MVS und/oder Unix. Dies, so die Marktbeobachter, sei entscheidend für Benutzer, die das Produkt in einer Test-, Migrations- oder Maintenance-Umgebung einsetzen wollen.

Auf dem System/370 "Mini-Maschinen", denen Branchenkenner eine große Zukunft prognostizieren scheint denn auch VM die große Trumpfkarte zu sein: Decision ,Support-Applikationen auf Abteilungsebene sowie eine Vielzahl von wissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Anwendungen erfordern nämlich die interaktiven Fähigkeiten von VM.

Die Strategie von IBM, das Betriebssystem zu erweitern, umfaßt System-Interfaces wie die Schnittstellen, die durch das Cross-System-Product-Programm unterstützt werden. Ferner nennt IDC hier den letzten Sommer offiziell angekündigten SNA-Support, verbessertes File Sharing sowie die Bereitstellung eines voll funktionsfähigen VM/CMS/XA-Systems.

Trotzdem, so glauben die amerikanischen Marktforscher, wird VM zumindest in großen Transaktions-Verarbeitungsumgebungen MVS nicht bedrängen können, zumal die Batchfähigkeiten von VM als relativ schwach eingeschätzt werden. Für die nächsten Jahre sei jedoch mit einer Koexistenz der beiden Systeme auf dem Markt zu rechnen.