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08.08.1975 - 

Rechenzentrum Schulte GmbH, Wetzlar: "Leasing ist ein gutes Geschäft"

Nach 360/40 jetzt 360/65

WETZLAR - Freie Rechenzentren müssen scharf kalkulieren und sind geradezu gezwungen, alle Möglichkeiten der Kosteneinsparung bei der Hardware zu nutzen, denn Einsparungen äußern sich als erhöhter Gewinn.

Beim Rechenzentrum Schulte GmbH., Wetzlar, ist eine IBM/360-40 mit 256 K-Hauptspeicher, 8 Bandstationen und 8 Platten-Laufwerken installiert, die im April 1972 als Gebrauchtmaschine für 54 Monate von Promodata, Düsseldorf, geleast wurde. Die Zentraleinheit konnte zu günstigen Konditionen übernommen werden, - nämlich zu 12 Prozent des damaligen IBM-Verkaufspreises.

"Bei der Peripherie sind die Preise bei weitem nicht so gefallen", bedauert Heinz Georg Schulte, Geschäftsführer und Mitinhaber des Wetzlarer Service-Hauses.

2000 K für Teleprocessing

Um Kunden sowie interessierten Firmen im Raum Wetzlar Datenfernverarbeitungs-Service bieten zu können, hat Schulte vor kurzem eine 360-65 bestellt - wiederum ein Leasingvertrag - , die im Oktober installiert werden soll. Der RZ-Chef glaubt, ohne virtuellen Speicher auskommen zu können: "Die Anlage hat 2000 K-Hauptspeicher, das dürfte ja wohl reichen." Schulte hat sich die Maschine auf dem Second-Hand-Markt selbst ausgesucht und dabei besonderen Wert darauf gelegt, ein störungsfreies System zu erhalten. Diese Mühe habe sich - wie er versichert - gelohnt: "Ich konnte mich bei den Vormietern persönlich davon überzeugen, daß die Maschine jahrelang einwandfrei lief." So kann ihn auch der Einwand nicht erschüttern, daß es der Hersteller bei einer "toten Produktlinie" wie der 360er Serie schwer habe, die Techniker bei der Stange zu halten. Wie auch für die 360-40 wird IBM die Wartung der geleasten 360-65 übernehmen. Um den technischen Kundendienst in jedem Fall sicherzustellen, habe IBM - so Schulte - extra einen Techniker abgestellt, der nach England zur Ausbildung am System geht. "Im übrigen", wiegelte Schulte ab, "hat die 360-65 die gleichen Selektor-Kanäle wie auch die großen 370er-Modelle".

Diktat zur Einsparung

Durch das Leasen der 360-65 hofft der clevere RZ-Boß ein ähnlich gutes Geschäft machen zu können wie mit seiner jetzigen Anlage, die vor drei Jahren viel billiger war als alles, was an Vergleichbarem auf dem Markt war.

Der anfängliche Preisvorteil flacht allerdings - wie Schulte zugesteht - im Laufe der Zeit langsam ab: "Es wird natürlich wieder interessant, wenn die Anlage nach Ablauf der Leasingdauer in das Eigentum des Rechenzentrums übergeht, - dann fallen nur noch Wartungskosten an."

Freie Rechenzentren schätzen die Dispositionsfreiheit, die ein Vertrag mit kurzer Laufzeit bietet, nicht sehr hoch ein, weil von ihr ohnehin selten Gebrauch gemacht wird. Bleibt zu fragen, ob eigentlich die Situation des EDV-Leiters eines Unternehmens, dessen Etat heute genauso unter dem Diktat der Einsparung steht, eine andere ist als die der Rechenzentrums-Manager.