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Steuerverfahren


19.09.2016 - 

Nach Apple mehr bekannte Unternehmen auf der Liste

EU-Kommissarin Margrethe Vestager verteidigt die Aufforderung an Apple, 13 Milliarden Euro Steuern in Irland nachzuzahlen. Zugleich lässt sie durchblicken, dass sie noch mehr Unternehmen im Visier hat.

Nach dem aufsehenerregenden Milliarden-Steuerbescheid für Apple stellt EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager weitere Verfahren in Aussicht. "Amazon und McDonald's und andere sehr bekannte Unternehmen sind schon auf unserer Liste", sagte Vestager dem "Handelsblatt" in einem am Montag veröffentlichten Interview. "Natürlich kann es weitere Fälle geben", antwortete sie auf die Frage, ob neue Verfahren zu erwarten seien. Weitere Unternehmensnamen nannte sie allerdings nicht. Bei Amazon und McDonald's geht es bisher um deutlich kleinere Beträge als die 13 Milliarden Euro, die Apple an Irland zurückzahlen soll.

Neben Apple sollen laut EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager auch Unternehmen wie Amazon und McDonald's Steuern zurückzahlen.
Neben Apple sollen laut EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager auch Unternehmen wie Amazon und McDonald's Steuern zurückzahlen.
Foto: emka74 - shutterstock.com

Die Kommission hatte befunden, dass die Steuervereinbarungen von Apple in Irland eine jahrelange verkappte staatliche Beihilfe gewesen seien. Irland und Apple haben das zurückgewiesen und wollen vor Gericht gehen. Diese Auseinandersetzung könnte sich über Jahre hinziehen. Vestager zeigte sich zuversichtlich: "Wir haben den Apple-Fall natürlich so aufgebaut, dass wir glauben, ihn gewinnen zu können." Sie wies den Vorwurf von Apple-Chef Tim Cook zurück, die Steuernachforderung sei "politischer Mist": "Wenn das der Fall wäre, müssten wir ein beklagenswertes Justizsystem haben. Aber das scheint mir keineswegs so zu sein, im Gegenteil."

Vestager trifft sich am Montag in Washington mit US-Finanzminister Jack Lew. Das amerikanische Finanzministerium hatte das Verfahren der Kommission gegen Apple schon kurz vor Bekanntwerden der Entscheidung scharf kritisiert und den Wettbewerbshütern vorgeworfen, sich in nationale Steuerbelange einzumischen. "Was ich hier tue, hat mit Steuerpolitik nichts zu tun, sondern mit - in der EU verbotenen - steuerlichen Beihilfen", sagte die Kommissarin dem "Handelsblatt". Beihilfenkontrolle sei eine europäische Spezialität, die es anderswo nicht gebe. "Das müssen wir gut erklären" - auch Jack Lew.

Apple und das US-Finanzministerium argumentieren, die Gewinne aus Irland seien eigentlich in den USA zu versteuern und die Europäer wollten an Steuereinnahmen, die dem amerikanischen Fiskus zustünden. "Es ist hundertprozentig legitim, Gewinne dort zu versteuern, wo sie entstehen", entgegnete Vestager. Ein Problem sei, dass US-Firmen zu viele ihrer Gewinne außerhalb des Heimatlandes und damit zunächst unbesteuert ließen. "Es kann ja nicht sein, dass diese Gewinne am Ende weder in den USA, noch in Europa besteuert werden."

Zugleich wandte sich Vestager gegen Kritik, die Kommission nehme verstärkt US-Firmen ins Visier: "In der Vergangenheit waren es ganz überwiegend europäische Unternehmen, die illegale Beihilfen zurückzahlen mussten. Wenn wir jetzt häufiger Verfahren gegen US-Unternehmen eröffnen, dann liegt das an neuen Erkenntnissen, die uns vorliegen." So seien wichtige Informationen zum Fall Apple erst über eine Anhörung im US-Senat zu Tage gekommen.

In den USA will Vestager sich unter anderem auch mit der Chefin der Handelskommission FTC, Edith Ramirez, treffen und an der New Yorker Columbia University über die EU-Position zu Steuervermeidung und Datenschutz in der Digital-Ära sprechen. (dpa/ib)

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blackberrycrunch

Hallo CAD-Robert, da haben Sie Recht. Das ist natürlich generell ein Problem bei statistischen Zahlen und richtigerweise muss man dann viele andere Erhebungen auch in Frage stellen. Die Idee mit dem Smartphone würde unserem Finanzminister bestimmt gefallen, aber ... ich sag´s mal so: Alleine wenn ich von sehr entfernten "Bekannten" höre, welche Leistungen z. B. beim Hausbau schwarz durchgeführt werden und das nur im kleinen Stil über alle Branchen annehme, lässt sich daraus auf jeden Fall erkennen, dass nahezu jeder bereit ist, an Steuern und Abgaben vorbei zu agieren. In diesem Fall, über den sich viele Menschen so ärgern (auch die schwarz arbeitenden), scheint es aber so, als haben die Konzerne nicht einmal illegal gehandelt, sondern lediglich offizielle Angebote von Regierungen angenommen. Da wiederum bin ich unabhängig von den Zahlen der Ansicht, dass dies ausnahmslos jeder tun würde.

CAD-Robert

Hallo BlackBerryCrunch, an der Frage ist was! Aber es stellt sich die Gegenfrage: woher kommt die exakte (!!) Zahl 336 Mrd. für "Schwarzarbeit". Ich stelle mal vorsichtig in Frage, ob der schwarzarbeitende Gipser oder Anwalt eine spezielle Steuererklärung dazu abgibt. Und brav das Häkchen bei "Das ist Schwarzarbeit und sollte nicht berechnet werden. Bitte nur zu statistischen Zwecken verwenden!" setzen.

Ich habe Zweifel an der Zahl. Es könnten auch 114,81 Millionen weniger sein. Oder ist die "Glaskugel" des Finanzministers besser als die Statistik der "echten" Zahlen? Oder wird schon automatisch das eingeschaltete Smartphone des Handwerkes zur Zeiterfassung der Schwarzarbeit verwendet?! ;-)

blackberrycrunch

Ist es ist nicht lustig, dass wird darüber diskutieren, während in Deutschland die Schwarzarbeit bei 336 Milliarden liegt, Tendenz wieder steigend? (Quelle: Statista). Privat scheint man es also nicht so genau zu nehmen, deshalb glaube ich keinem der behauptet, er würde solche Möglichkeiten nicht nützen, wenn sie ihm angeboten würden.

Nino

Langsam wird es auch Zeit das diesen Unternehmen einmal die rote Karte gezeigt wird und nicht auf Kosten der Allgemeinheit ihre Geschäfte machen

CAD-Robert

Die Frau Margrethe Vestager gefällt mir immer mehr: gegenüber dem einen oder anderen Eunuchen, den Berlin in den letzten Jahren nach Brüssel geschickt hatte, wirkt mir diese Damen sehr erfrischend.

Während im allgemeinen das "große Wegschauen" und der "bequemere Weg" für die Herren Kommisare mit einem "sehr guten Beraterjob" in der Industrie nach Karriereende belohnt wird, scheut sich Frau Vestager nicht, sich mit den echten Problemen anzulegen.

Bei dieser Gelegenheit einen Tipp an Frau Vestager: Wenn ein Land wie Irland denkt, es können im (unfairen) Kampf um "Arbeitsplätze und Investitionen" einen fantastischen Steuerbonus an Großkonzerne vergeben, dann könnte man doch hingehen und genau diesen Ländern einfach die EU-Zuwendungen und -Investitionen um genau diesen Betrag von EUR 13 Mrd. plus X kürzen!

Wenn diese Länder freiwillig auf ihre Steuereinahmen verzichten, andere Länder damit sogar schaden, dann brauchen diese Länder auch nicht erwarten, dass die Steuerzahlen aus den anderen EU-Ländern gemolken werden, nur um die Landwirtschft etc. in Irland mit EU-Geldern hoch zu päppeln.

Wer auf Einnahmen verzichtet, braucht auch das Geld der Anderen nicht!

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