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Components mit Betriebsgewinn, DVTK kostendeckend


09.08.1991 - 

Nach Ballastabwurf wieder Auftrieb für Philips-Konzern

EINDHOVEN (CW) - Die jüngsten Philips-Zahlen rechtfertigen unter dem betriebswirtschaftlichen Aspekt die harte Sanierungspolitik des Präsidenten Jan Timmer: Ohne Beteiligungsverkäufe kam Philips Electronics DIV in den ersten sechs Monaten auf einen Nettogewinn von 332 Millionen Gulden, davon 187 Millionen im zweiten Quartal.

Einschließlich eines Verkaufserlöses (Whirlpool International NV) von 365 Millionen Gulden kam der holländische Elektronikkonzern auf einen Nettoprofit von 552 Millionen Gulden im Quartal und 687 Millionen im Halbjahr. Der Umsatz, ging jeweils hauchdünn zurück; das relativ schwache Volumen von 13,48 (Quartal) beziehungsweise 26 Milliarden Gulden (Halbjahr) lastete ein Konzernsprecher allein dem angeblich stark unter Preiserosion leidenden Bereich Konsumelektronik an. Eine Prognose für das Gesamtjahr wollte Finanzchef Henk Appelo nur bezüglich des Umsatzes abgeben, der nach seiner Schätzung das gleiche Niveau wie im Vorjahr (55,8 Milliarden Gulden) erreichen dürfte.

Profitabel meldete sich der Bereich Bauelemente mit einem Betriebsergebnis von 231 Millionen Gulden zurück, nachdem im ersten Halbjahr 1990 ein Verlust von 59 Millionen Gulden angefallen war. Ein Philips Sprecher führte die Ergebnisverbesserung auf die Umstrukturierung des Bereiches zurück, der zum Ende des vergangenen Jahres um das Geschäft mit statischen Direktzugriffs-Speichern (SRAMs) reduziert worden war. Die Umsatzkurve des Chip-Geschäftes verlief von 5,71 im ersten Halbjahr 1990 auf jetzt 5,61 Milliarden Gulden leicht rückläufig. Bis Ende 1990 habe Philips gleichwohl seine Position im Halbleiter-Weltmarkt stärken können, betonte ein Sprecher mit Verweis auf eine Dataquest-Analyse: Zu dem Zeitpunkt nämlich habe der Bereich volumenmäßig auf Platz neun der Hersteller weltweit gelegen; ein Jahr zuvor sei Philips die Nummer zehn gewesen.

Wie die "Wirtschaftswoche" meldet - von Unternehmensseite wurde dies bestätigt - stellt Philips im Components-Bereich mit der EPROM-Produktion eine weitere unrentable Aktivität ein. Entgegen der Darstellung des Wirtschaftsmagazins spielen die Holländer die Bedeutung der Maßnahme für den Produktkatalog und das Umsatzvolumen jedoch herunter. Laut Alfred Lambeck, Sprecher der Philips GmbH, Hamburg, wurde mit der in den USA angesiedelten Produktion der lösch- und programmierbaren Speicher für Computer, Telefone, Faxgeräte, Roboter und andere Geräte ein Jahresumsatz von zirka 200 Millionen Gulden erzielt. Das entspräche etwa 3,6 Prozent des gesamten Umsatzvolumens in dem Bereich.

Was die Umstrukturierung im Unternehmensbereich professionelle Geräte und Systeme angeht, ist in einer Philips-Verlautbarung von "positiven Auswirkungen" die Rede. Die "Financial Times" meldet, daß die TK-, Computer- und Medizinelektronik-Aktivitäten mit einem betrieblichen Ertrag von 251 Millionen Gulden in die Gewinnzone zurückgekehrt seien, das erste Halbjahr hatte mit einem Minus von 111 Millionen Gulden abgeschlossen. Ohne den "sehr guten" Ergebnisbeitrag der Medizinelektronik, so Finanzchef Appelo, erreichte die - jetzt zum Verkauf an Digital Equipment anstehende - Computer-Division zusammen mit den Telekommunikations-Aktivitäten den Break-even-point.

Spekulationen über bevorstehende Verkäufe weiterer Aktivitäten wies Appelo zurück, berichtet die "Financial Times". In Börsenkreisen wird gemutmaßt der Eindhovener Elektronikriese wolle sich in naher Zukunft noch vom Kommunikationsgeschäft, den Medizin-Aktivitäten und dem Halbleiter-Bereich trennen.