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02.04.1999 - 

Nach dem Deal mit Sequent

Nach dem Deal mit Sequent Comparex Holding will sich als Komplettanbieter positionieren

Nach der Übernahme von Sequents Europa-Geschäft (außer Großbritannien, Frankreich und Italien) präsentiert sich die aus der südafrikanischen Persetel-Gruppe hervorgegangene Comparex Holding Ltd. als Komplettanbieter für unternehmenskritische Anwendungen. Die CW-Redakteure Kriemhilde Klippstätter und Wolfgang Herrmann sprachen mit John Lagaay, Geschäftsbereichsleiter Open Systems für Comparex in Europa.

CW: Comparex bietet in Deutschland einerseits Großrechner, andererseits aber auch eine NT-Server-Linie an. Was bringt der Kauf von Sequents Europa-Geschäft vor diesem Hintergrund?

Lagaay:Comparex ist im Grunde eine Mainframe-orientierte Firma, insbesondere auf dem deutschen Markt. Mein Job ist es, ein Open-Systems-Geschäft aufzubauen und das Großrechnergeschäft mit dieser neuen Produktlinie zu integrieren. Wir haben bereits in Südafrika, wo die Comparex-Holding an der Börse notiert ist, das operationale Geschäft Sequents übernommen. Dort waren wir sehr erfolgreich. Es gab viele Synergieeffekte.

CW: Welche?

Lagaay: Die Mainframe-Verkaufsmannschaft hatte beispielsweise gute Beziehungen zu Großkunden und entsprechendes Know-how mit Rechenzentren. Sequent brachte echte Business-Lösungen mit ein.

CW: Was meinen Sie mit Business-Lösungen?

Lagaay: Wir sprechen beispielsweise von Data-Warehousing. Da wir unsere Produkte fast ausschließlich im Rahmen von Projektgeschäften abwickeln, spielt die Integration mit bestehenden Systemen eine wichtige Rolle. Sequents Open-Systems-Produkte werden von uns etwa durch System-Management-Lösungen ergänzt, die sonst nur in großen Datenzentren zu finden sind. An diesem Punkt unterscheiden wir uns von der Konkurrenz.

CW: IBM als einer Ihrer wichtigsten Konkurrenten kann das auch bieten.

Lagaay: Natürlich verfügt auch IBM über RZ-Wissen. Aber Sun oder Hewlett-Packard beispielsweise, die sich das Thema Data-Center auf die Fahnen geschrieben haben, können solches Know-how nicht vorweisen.

CW: Sie sprechen von Erfahrungen, die Sequent etwa in Verbindung mit Data-Warehouse-Projekten einbringen könne. Hierzulande ist Sequent aber in erster Linie als Hardwarelieferant bekannt.

Lagaay: Sequent hat etliche Erfahrungen als Generalunternehmer gesammelt. Natürlich drehte es sich dabei immer auch um Rechner. In vielen Projekten, beispielsweise mit Großkunden aus der Versicherungsbranche, lieferte Sequent aber auch entsprechende Dienstleistungen von Partnern.

CW: Wovon sprechen Sie?

Lagaay: Es gibt eine Reihe von Marketing-Programmen mit Drittanbietern. Dabei geht es um Themen wie Customer-Relationship-Management, Data-Warehousing oder Call-Center. Die deutsche Sequent GmbH hat sich mit High-end-Projekten einen Namen gemacht.

CW: Was verstehen Sie unter High-end-Projekten?

Lagaay: Wir meinen damit Mission-critical-Systeme. Natürlich ist ein Data-Warehouse nicht in jedem Fall geschäftskritisch. Aber es geht dabei doch immer um große und komplexe Installationen, die eine Menge Know-how erfordern.

CW: Auf welche Betriebssystem-Plattformen stützen Sie sich?

Lagaay: Wir bieten sowohl Unix als auch Windows NT an.

CW: Comparex vertreibt in Deutschland bereits eine eigene NT-Server-Linie. Hier gibt es Überschneidungen mit dem Portfolio Sequents.

Lagaay: Nicht wirklich. Es gibt einige vertikale Märkte, die Comparex mit seinen NT-Servern (OEM-Produkte von Data General, Anm. d. Red.) bedient.

CW: Werden Sie diese Maschinen auch weiterhin anbieten?

Lagaay: Natürlich. Wir haben Kunden, die wir auch in Zukunft bedienen werden. Das gilt beispielsweise auch für SAP-Installationen, die ausschließlich auf Windows NT aufsetzen. Die Sequent-Produktlinien sind demgegenüber auf das High-end ausgerichtet. Wenn also beispielsweise der Datenbank-Server unter Windows nicht mehr ausreicht, kommt Sequent ins Spiel.

CW: Das heißt, Sie bieten künftig zwei Linien von Midrange-Servern an. Data Generals (DG) OEM-Rechner einerseits und Sequent-Systeme andererseits.

Lagaay: Ja. Ich möchte aber darauf hinweisen, daß wir keine Unix-Server von DG verkaufen. Es geht dabei ausschließlich um kleinere Applikations-Server unter Windows NT. Unser Schwerpunkt in der Open-Systems-Division liegt auf Unix-basierten High-end-Systemen von Sequent. Deren Numa-Q-Multiprozessor-Architektur erreicht in allen Benchmark-Tests Spitzenwerte.