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03.12.2004

Nach dem Skandal: CA rechnet mit SAP ab

Als Folge des Finanzdebakels renoviert das Softwareunternehmen sein Berichtswesen.

Der in Islandia, New York, ansässige Systemsoftwaregigant Computer Associates International Inc. (CA) plant, seine selbst gebastelten Finanzsysteme durch SAP-Software zu ersetzen. Für die Implementierung von großen Teilen der "Mysap-ERP"-Suite hat sich CA der Unterstützung des Dienstleistungsunternehmens Accenture versichert.

Die Entscheidung hängt mit dem Finanzskandal zusammen, in den CA jahrelang verstrickt war und der einen Austausch der Unternehmensspitze sowie Reparationszahlungen in Höhe von 225 Millionen Dollar nach sich zog. Schon vor Monaten hatte der Softwareanbieter angekündigt, er werde fünf bis zehn Millionen Dollar in eine Standardsoftware für das Enterprise Resource Planning (ERP) investieren. Mit dieser Maßnahme will der seit einem Jahr amtierende Chief Operating Officer (COO) Jeff Clarke künftig jegliche Abrechnungsmauschelei ausschließen. Zudem braucht das Unternehmen die neue Software, um die Auflagen zu erfüllen, die ihm das Justizministerium im Rahmen der Strafaussetzung verordnet hat. Mysap ERP werde CA helfen, "einen bisher unerreichten Grad an finanzieller Transparenz zu erzielen", so Chief Information Officer (CIO) Kevin Kern.

Der Startschuss für das Projekt steht unmittelbar bevor. Das Vorhaben betrifft neben dem engeren ERP-Bereich auch die Anwendungsgebiete Business Intelligence, Customer-Relationship-Management sowie elektronische Beschaffung ("E-Procurement") und Sourcing. Dazu Kern: "Ich betrachte dies als eine Transformation, die weit mehr als nur ERP im Auge hat".

Nach den Gründen für die Entscheidung zugunsten der SAP-Produkte gefragt, nannte der CIO die Breite und Tiefe des Angebots sowie die Integrationsfähigkeit der Module. Für diesen Vorteil habe er die Option ausgeschlagen, auf jedem Sektor das leistungsfähigste Einzelprodukt herauszupicken. Mit der SAP-Software will CA zunächst einmal das selbst entwickelte Finanzabrechnungs-System "Masterpiece" ablösen. Hingegen werden die von Peoplesoft stammende Personal-Management-Software und die Marketing-Lösung von Aprimo - zumindest fürs Erste - weiter genutzt.

Insgesamt sollen 15000 CA-Mitarbeiter zumindest auf Teile des SAP-Systems zugreifen können. In das Einführungsprojekt sind neben Accenture- und SAP-Spezialisten auch 80 IT- und Business-Experten des Anwenderunternehmens involviert. Sie zeichnen vor allem für das Systemdesign verantwortlich, während die externen Berater und Dienstleister ihre Best-Practices-Erfahrungen einbringen sollen. Einen verbindlichen Zeitplan gibt es noch nicht, aber eine Reihe von Pilotprojekten läuft bereits. (qua)