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Portfolio auf zwei Produktlinien reduziert

Nach der Krise besinnt sich FTP Software auf alte Stärken

21.11.1997

"FTP Software hatte sich auf falsche Produkte, nicht aber auf die Kernkompetenzen konzentriert", bringt Hans Ydema, Geschäftsführer der Niederlassung Deutschland, die Ursachen der Misere auf den Punkt. In Zeiten eines boomenden Marktes für IP-basierte Technologien, die zu den Wurzeln des Unternehmens zählen, konnte FTP Software mit den schnellen Änderungen des Marktes nicht Schritt halten. Der Goldesel des Anbieters, der Verkauf von TCP/IP-Stacks, geriet ins Stolpern, weil etwa Microsoft seine Windows-Version mit eigenen kostenlosen Stacks ausliefert. FTP Software blieb also auf den eigenen Windows-Ausführungen sitzen. Und auch die zugekauften Produkte wie Groupware-Tools und Dateibetrachter brachten nicht den gewünschten Erfolg.

Von sinkenden Umsätzen und Millionenverlusten geschüttelt, verordnete sich FTP Software schließlich eine Abspeckkur, in deren Verlauf Akquisitionen wieder abgestoßen und Mitarbeiter - insbesondere die Verantwortlichen des Dilemmas - entlassen wurden. In einer dreimonatigen Klausur von Juli bis September dieses Jahres entschloß sich die neue Führungsspitze zu einem Strategiewechsel, der zurück zu den Anfängen führen sollte.

Die Auswirkungen stellen sich folgendermaßen dar: "Es gibt keine hauseigene Fertigung und keine Rechtsabteilung mehr", erläutert Ydema. Und auch für die Kundschaft wird die Misere Folgen haben. Die Weiterentwicklung von Windows-95-Stacks wird eingestellt. Die Ausführung für Windows NT ist derzeit zwar als Betaversion verfügbar, wird dieses Stadium jedoch nie verlassen. Aufgrund der anhaltenden starken Nachfrage nach Win- dows-3- und DOS-Stacks führt FTP Software diese Produkte weiter, will aber nur noch auf Kundenwunsch Neuentwicklungen bringen.

Die Agententechnologien für PDA oder Laptops und Verfahren, die als "mobile IP" firmieren, werden künftig nicht mehr als Produkte, sondern ausschließlich als Lösungsentwicklung für OEMs und Hersteller verkauft. Schließlich wird FTP Software nur noch die Kernkompetenzen Network File System (NFS), TCP/IP und Terminalemulation bedienen.

Die schlagen sich in zwei Produktfamilien nieder. Unter der Linie "Onnet" faßt FTP Software NFS, Terminalemulation und TCP/IP-Lösungen wie den Zugang zu Unix-Systemen für Wintel-Plattformen zusammen. Die zweite Familie ist neu. "Onweb" soll als Java-basierte Terminalemulation und Zugriffstechnik plattformunabhängig die Infrastruktur des Internet und IP-basierter Netze für Host-Zugriffe nutzen. Ab sofort verfügbar ist "Onweb Host", das die Web-basierte 3270- und VT-Terminalemulation beinhaltet, sowie der "Onweb Application Server", eine Applikations-Suite, die auch Zugriffkontrolle umfaßt.

Die Verbindung des umsatzstarken Mainframe-Marktes mit der boomenden Internet-Technologie läßt FTP Software hoffen. Und auch die enge Bindung an IBM, die im Rahmen ihres E-Commerce-Angebotes die Lösungen des angeschlagenen Unternehmen nutzt und als Gegenleistung den 3270-Quellcode zur Verfügung stellt, ist eine wichtige Komponente in der künftigen Strategie der FTP Software.