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22.10.1993 - 

Neustart nach nur drei Wochen Vorbereitungszeit

Nach der Pleite hebt die alte Crew Tandon aus der Taufe

MUENCHEN (CW) - Der Koenig ist tot, lang lebe der Koenig - unter diesem Motto spielt sich das Drama von Verfall und Wiederaufleben des PC-Herstellers Tandon ab.

Im Juli dieses Jahres ging, von der Branche fast unbemerkt, die deutsche Tandon-Niederlassung in Konkurs, nachdem die amerikanische Mutter schon zuvor unter den Schutz von Chapter eleven gestellt worden war.

Wer dieser Tage ueber die Systems ging, konnte allerdings die Firma unter dem bekannten Logo auf einem Messestand in Halle 19 finden. Der frischgebackene Direktor Marketing/Vertrieb, Joerg Gerhardt, bezifferte den Messestart (18.Oktober) als ersten Tag im Leben der neuen Tandon.

Momentan firmiert die Tandon Technologies Deutschland noch als ACSG Systemberatung GmbH. "Wir mussten schnell handeln, nachdem sich das alte Tandon-Management zusammengefunden und dazu entschlossen hat, den PC-Hersteller ein zweites Mal zu aktivieren." So ist neben Gerhardt der ehemalige Tandon-Chef Guenter Gotta als neuer Geschaeftsfuehrer mit an Bord. Beide sind zudem Eigentuemer der ACSG, die den GmbH-Mantel zur Verfuegung stellte.

Auch in den USA ist das alte Tandon-Management wieder aktiv geworden. Chuck Peddle, Mitbegruender von Tandon und zuvor erfolgreich mit Commodore und dem ersten 16-Bit-Rechner Sirius, will ebenso zurueckkehren wie die alten Hasen aus dem Vertrieb.

Man erwartet, dass Tandon USA Anfang 1994 den Glaeubigerschutz nach Chapter eleven verlassen kann. Danach soll die Zentrale als Holding fuer die nationalen Gesellschaften fungieren.

Mit der Rueckkehr der alten Mannschaft wurde auch der Lieferant gewechselt. Hatte bis zum Absturz im Sommer ASI die Tandon-PCs gefertigt, so ist ab sofort Siemens-Nixdorf in Augsburg die Fertigungsstelle. SNI liefert auf OEM-Basis (Special customized) 486er-Intel-PCs. Momentan stehen Taktfrequenzen von 25, 33 und 66 Megahertz zur Verfuegung.

Das Flaggschiff "P/60" arbeitet mit der Pentium-CPU. Eine Besonderheit stellt die "T-Bus"-Maschine dar, bei der die Bus- Platine von der Mutterplatine getrennt ist und bei Bedarf ausgetauscht werden kann. Momentan liefert Tandon diesen Rechner mit Local Bus, der PCI-Bus ist aber in Vorbereitung und soll dann durch einfachen Platinentausch zum Zug kommen koennen.