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Analysten vermuten ein Strohfeuer

Nach der Talfahrt deutet sich bei Oracle ein Aufwärtstrend an

18.01.1991

MÜNCHEN (CW/IDG) - Nach schockierenden Geschäftsergebnissen im ersten Quartal des Finanzjahres 1990/91 konnte Oracle die Bilanz des zweiten Viertels freundlicher gestalten. Hatte der Datenbankspezialist im ersten Quartal erstmals Verluste von rund 36 Millionen Dollar zu verkraften, so wurden im zweiten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben - wenn auch deutlich niedrigere als 1989/ 90.

US-Analysten, die von der amerikanischen CW-Schwesterpublikation "Computerworld" befragt wurden, sind trotz des leichten Aufwärtstrends nicht davon überzeugt, daß der ehemalige Überflieger seine Krise bereits überstanden hat - denn insgesamt bleibt die Bilanz zur Hälfte des Geschäftsjahres negativ. Ein Rekordumsatz von 268,7 Millionen Dollar ändert nichts daran, daß die Gewinne bei lediglich 6,7 Millionen Dollar lagen. Damit hat der Datenbankhersteller im ersten Halbjahr noch immer einen Verlust von insgesamt 29 Millionen Dollar zu verschmerzen. Im Vorjahr verwies Oracle zu diesem Zeitpunkt mit Stolz auf ein positives Ergebnis von 31 Millionen Dollar.

Ursache für den mäßigen Aufschwung im zweiten Quartal ist Unternehmensangaben zufolge eine Neustrukturierung in vielen Bereichen. Oracle-Gründer Larry Ellison bilanziert, daß die Kosten insgesamt besser kontrolliert und gesenkt werden konnten und daß die US-Verkaufsabteilung neu strukturiert wurde.

Analysten sehen den Grund für den Aufschwung eher darin, daß im vergangenen Quartal einige große Geschäftsabschlüsse über mehrere Millionen Dollar getätigt werden konnten, die das Unternehmen vorerst vor einem zweiten Quartalsverlust gerettet hätten - eine These, die von Oracle nicht kommentiert wird.

Gleichwohl bestätigt Vice President Geoff Squire, verantwortlich für den weltweiten Verkauf, daß Oracle in Zukunft vor allem am Geschäft mit Großkunden interessiert sei.

Entsprechend hat das Unternehmen sein Produktangebot erheblich erweitert: Neben dem Datenbanksystem werden seit einiger Zeit CASE-Tools sowie Anwendungen für den Fertigungs- und den Finanzbereich angeboten.

Einen weiteren Ausbau der Produktpalette soll die enge Zusammenarbeit mit Hardwarespezialisten wie Hewlett-Packard und Tandem Computers gewährleisten.

Konkurrenzfähigkeit gegen entsprechende DBMS-Angebote von Informix, Sybase oder Ask Computers (Ingres) verspricht sich Oracle von der noch in diesem Jahr erscheinenden Version 7.0 des relationalen Datenbanksystems.

Ein weiterer Mitbewerber, dessen künftige Marktpräsenz noch nicht so recht einzuschätzen ist, könnte ab 1992/93 die IBM werden. Über den Branchendienst "Computergram" ließ der englische AIX-Marketing-Verantwortliche John Glyde mitteilen, daß Big Blue seine angekündigte Unix-Datenbankumgebung über die blauen Grenzen hinaus vermerkten werde. Sie sei "dem Datenbank-System Oracle sehr ähnlich - ein Produkt, das auf den verschiedensten Plattformen laufen wird." Das Datenbanksystem soll auf dem Database Manager in OS/2 Extended Edition basieren und mit dem entsprechenden Mainframe-System harmonieren.

Franz Niedermaier, Geschäftsführer der Oracle Deutschland GmbH, sieht diesem Ereignis mit Gelassenheit entgegen. Oracle sei schon jetzt in IBM-Umgebungen unterhalb der Großrechnerwelt dominierend. Bis das neue IBM-Datenbanksystem ausgeliefert werde, habe Oracle diese Position weiter ausgebaut. Er könne sich nicht vorstellen, daß es IBM gelingen werde, Oracle diesen Markt streitig zu machen. Ein weiterer Pluspunkt, der Oracle gegen den Mitbewerb absetze, sei die Vielfalt der unterstützten Rechnerumgebungen.