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06.03.1987

Nach der Teilung von 1986 muß jetzt um neue Besucher geworben werden:CeBIT weiterhin um Internationalität bemüht

Im zweiten Jahr ihrer Loslösung von der Hannover-Messe Industrie gibt es für die CeBIT kein Zurück zur Gemeinsamkeit mehr. Das jedenfalls proklamieren die Organisatoren in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Den Verdacht, künftig lediglich eine Regionalmesse zu sein - wenn auch mit europaweiter Ausstrahlung -, wird die CeBIT dennoch nicht los. Eine COMPUTERWOCHE-Umfrage bei ihren über den ganzen Globus verstreuten Shwester-Redaktionen erhärtet diesen Eindruck.

Weite Kreise zieht die Veranstaltung vom 4. bis 11. März nicht. Im Gegenteil: Je größer die Entfernung der DV-Experten von der ComputerShow, desto geringer die Beachtung, die diesem High-Tech-Ereignis zuteil wird.

Japan beispielsweise schert sich kaum um das Messegeschehen im Norden der Bundesrepublik. Für Computer-Fachleute in Nippon liegt die CeBIT als kontinentale Großveranstaltung zu fern, zumal der europäische Markt für Informationsverarbeitung verglichen mit dem amerikanischen Handelsaufkommen aus japanischer Sicht derzeit noch unbedeutend ist. Daß die Japaner in Zukunft jedoch mehr Gefallen an DV-Messen in Europa finden könnten mag ein Kenner der Computer-Branche in Fernost auch nicht leugnen: Die ständigen Belastungsproben, denen die Geschäftsbeziehungen zwischen Nippon und den USA ausgesetzt seien, verleiteten möglicherweise die japanischen Anbieter - auch aus zollpolitischen Gründen -, ihre Blicke auf das Abendland zu richten.

Der südliche Nachbar Österreich dagegen will intessierte Informationsverarbeiter täglich in zwei Sondermaschinen von Wien nach Hannover fliegen, denn in der Alpenrepublik rangiert die CeBIT auf der Messe-Skala an zweiter Stelle - hinter der "ifabo", die jährlich im Mai stattfindet und der die CeBIT somit aus österreichischer Sicht als Appetitanreger dient.

Auch die Schweizer, die sich keines CeBIT-Pendants rühmen, verfolgen die Computer-Aktivitäten in Hannover mit Interesse. Zwar seien Fahr- und Flugplanerweiterungen nicht geplant, doch über zu wenig Besucher aus den eidgenössischen Kantonen könne nicht geklagt werden, ließ ein Kermer der Schweizer DV-Szene durchblicken.

Ein klares Votum zugunsten der Marz-Messe geben Dänen und Niederländer ab: Hier gilt die CeBIT als die Computer-Veranstaltung im Ausland mit der stärksten Anziehungskraft. Nicht nur pilgerten angeblich jedes Jahr Tausende von Anwendern in die Leine-Metropole, auch auf Hard- und Software-Anbieter sowie Beratungsunternehmen soll das Messepflaster in Hannover magnetisch wirken. Getrübt wird der Eindruck der Begeisterung indes durch den Entschluß von rund der Hälfte der etwa 50 Aussteller aus den Niederlanden: Sie solidarisieren sich, um die teuren Standgebühren zu reduzieren, auf einem Gemeinschaftsstand unter der Schirmherrschaft der "Dutch Exporters of Computer Services and Products (DECS)".

Gemischte Gefühle bringt auch ein Insider der französischen DV-Branche dem Messespektakel in Hannover entgegen. Zwar zähle die CeBIT auf europäischem Terrain zu den wichtigsten Veranstaltungen, doch organisierten inzwischen einige Computerunternehmen ihre eigenen Messen - und minderten dadurch den Reiz der Präsentationen in Niedersachsen. Die Flut der Technologie-Shows habe außerdem das Messefieber, das die Beteiligten in den Gründerjahren einst gebeutelt hatte, im Laufe der Zeit abklingen lassen. Ferner büßte die CeBIT durch ihre Teilung an internationalem Glanz ein, erklärt der Frankreich-Fachmann. So hatten sich die Auslandsbesucher der CeBIT '86 größtenteils mit deutschsprachigem Informationsmaterial und Personal begnügen müssen. Fazit: Als einer Messe von vielen gebührt der CeBIT traditionell Beachtung.

Darüber, ob sich in den Vereinigten Staaten der CeBIT-Gradmesser zur Bedeutung oder Bedeutungslosigkeit neigen wird, darf augenblicklich noch gemutmaßt werden. Zur Pflichtveranstaltung wird die Messe aber kaum avancieren. Fest steht, daß drei US-Töchter, Prime, Concurrent und Control Data, bereits abgewunken haben und nicht nach Hannover reisen werden. Control Data hatte noch im vergangenen Jahr mit seinem Supercomputer "Eta 10" Furore gemacht.