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18.10.1991 - 

Erste Produkte für das Solaris-2-Betriebssystem

Nach der Umstrukturierung: Die neuen Sun-Töchter werden aktiv

MÜNCHEN (gfh) - Nach der kürzlich erfolgten Restrukturierung von Sun Microsystems treten die frischgebackenen Tochterunternehmen in Aktion. Dabei werden vor allem Produkte im Umfeld des von Sunsoft angekündigten Unix-Betriebssystems "Solaris 2" vorgestellt.

Mitte September war das neue Organigramm der Sun Microsystems Inc. (SMI) komplett. Das Unternehmen besteht nun aus vier Tochterfirmen sowie einer Reihe von Abteilungen für Personal, Finanzen und Forschung, die den Neugründungen als gemeinsame Verwaltungseinheiten zugeordnet sind (siehe Darstellung der Firmenstruktur.)

Zwar betonen die Firmensprecher die Selbständigkeit der neuen Geschäftseinheiten. Alle Fäden laufen aber trotzdem bei einem Mann zusammen: Scott McNealy. Als Chief Executive Officer (CEO) der Sun-Dachorganisation SMI behält er sowohl die Finanzen als auch den Personalstand der einzelnen Töchter unter Kontrolle. Zudem übernimmt er als President der Sun Microsystems Computer Corp. (SMCC) die größte der neuen Konzerntöchter. Damit hat er sich das klassische Rechnergeschäft vorbehalten, in dem nach wie vor etwa 89 Prozent des Umsatz generiert werden.

Mittel- bis langfristig soll jedoch, so Larry Hambly, Vice-President Corporate Marketing von SMCC, die Softwaretochter "Sunsoft" den Hardwarebereich überholen. Dieses Unternehmen trat bereits mit der Ankündigung des Solaris-Betriebssystems an die Öffentlichkeit und ist derzeit dabei, zur Betreuung der Intel-Version dieses Unix-Betriebssystems die Interactive Systems Corp. zu kaufen (siehe auch CW Nr. 40, Seite 1: "Interactive Systems soll zu einer PC-Division von Sunsoft werden"). Während Sun bisher ausschließlich im Workstation-Bereich agiert hat, vermarktet Interactive bereits seit Jahren eine Unix-Version für die PC-Plattform und verfügt zudem über eine weltweite Vertriebsstruktur.

Als Rahmen für die Erschließung neuer Märkte dient die "Sun Technology Enterprises" - kurz Suntech genannt. Dazu gehören derzeit die für Systemintegration und heterogene Netze verantwortliche "Sunconnect", die CASE-Abteilung "Sunpro" sowie "Sunpics", deren Mitarbeiter für Drucker und Multimedia-Produkte zuständig sind Zukunftsträchtige Bereiche sollen unter dem Dach von Suntech je nach Bedarf entstehen und wenig erfolgreiche Profitcenter jederzeit eingestellt werden können.

In den USA baut das Tochterunternehmen "Sun Express" zur Zeit einen 48-Stunden-Zustellservice für System-Zusätze auf. Zum Lieferangebot der Neugründung, die demnächst auch in Europa aktiv werden soll, gehören Software, Hardware-Erweiterungen, Peripheriegeräte und Kabel sowie Kommunikations- und Druckerprodukte.

Mit den ersten Produktankündigungen der neuen Sun-Ableger unterstreicht das Unternehmen sein Engagement für das eben von Sunsoft angekündigte Unix-Betriebssystem Solaris 2. So haben die Betriebssystem-Spezialisten jetzt unter der Bezeichnung "Commercial Enhancement Products" (CEP) ein Paket vorgestellt, mit dessen Hilfe Solaris-basierte Rechner für den Einsatz kommerzieller Anwendungen optimiert werden sollen.

Zu dem Paket gehören ein Werkzeug zum automatischen Daten-Backup während des Online-Betriebs mit der Bezeichnung "Backup Pilot" und die Datenspiegelungs-Software "Disk Suite". Darüber hinaus umfaßt CEP die bisher im Rahmen von "Sun Shield" vermarkteten Sicherheitsprodukte "Account Resource Management" (ARM) und "Automated Security Enhancement Tool" (ASET). Für Solaris 2 sollen diese Produkte im Laufe des nächsten Jahres freigegeben werden.

Die Software-Entwickler haben jetzt nach Auskunft des Branchendienstes "Business Wire" die Sparc-basierte Compiler-Familie "Sparcworks" für die Solaris-2-Umgebung freigegeben. Dieses Unix Betriebssystem stellt eine Implementierung von System V.4 dar, das sowohl auf Rechnern mit Sparc- als auch mit Intel-Prozessoren laufen können soll. Das bedeutet, daß nun auch die Compiler für die Programmiersprachen C, C + +, Fortran und Pascal auf beiden Hardwareplattformen laufen sollen. Von den Programmiersprachen Ada, Cobol und Common Lisp wird es jedoch weiterhin nur die Sparc-Versionen geben.

Zu den neuen Features des Sparcwork-Paketes gehört die grafische Darstellung der Programmstrukturen einschließlich des Klassenaufbaus unter der objektorientierten Programmiersprache C + + . Außerdem können die Sunpro-Werkzeuge jetzt das kürzlich vorgestellte Protokoll "Tooltalk" benutzen. +