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23.10.1987 - 

Britischer Leasingkonzern gibt Selbständigkeit auf:

Nach Fusion wird IBL zu Meridian Leasing

MÜNCHEN (CW) - Der Name IBL verschwindet im Computer-Leasing-Geschäft von der Bildfläche. Kurz vor Beginn der "Systems" übernahm die schweizerische Firma Inspectorate International AG die britische DV-Leasing-Gruppe - zu einem mit knapp 30 Millionen Pfund sehr niedrigen Preis. IBL Plc. wird mit der Inspectorate-Tochter United Leasing fusioniert und in "Meridian" umgetauft.

Unter diesem Namen, der in den USA und mehreren europäischen Ländern bereits eingeführt ist, führt die Inspectorate-Gruppe, die über die Holding Omni AG von dem Schweizer Industriellen Werner Rey kontrolliert wird, ihr Leasinggeschäft. In der Bundesrepublik gehört dazu seit April die United Leasing GmbH in Ratingen, deren englische Muttergesellschaft damals für 51 Millionen Pfund an Inspectorate ging. Von den vertrauten Namen United und IBL müssen die Anwender zum Jahreswechsel Abschied nehmen: Ab Januar 1988 werden die beiden übernommenen Leasingfirmen gemeinsam operieren und, einer neuen Corporate Identity entsprechend, das Markenzeichen der Mutter tragen.

Daß die IBL Plc. ihre Selbständigkeit aufgeben würde, hatten Londoner Branchenexperten bereits seit einiger Zeit erwartet. Chairman Phil Coussens, dem das Unternehmen zu 55 Prozent gehörte, lag seit längerem mit seinen Bankern im Clinch. Im vergangenen Jahr war IBL nur knapp an den roten Zahlen vorbeigeschlittert - das britische Leasinghaus hatte mit der Übernahme der Verträge der zusammengebrochenen Hamburger ICC GmbH noch einen guten Schnitt gemacht. Im Frühjahr scheiterte dann die Übernahme des Mitbewerbers CSC Europe BV. Im Juni begann der Ausverkauf: Coussens veräußerte IBLs PC-Aktivitäten in der Bundesrepublik und Frankreich an ein französisches Unternehmen.

So wurden während der vergangenen Monate Namen von großen Leasinggruppen gehandelt, die an einer Übernahme des restlichen IBL-Unternehmens interessiert seien. Da Coussens mit dem kürzlich tödlich verunglückten Chairman des größten britischen DV-Leasingkonzerns Atlantic Computers, John Foulston, ein langwährender öffentlicher Disput verband, galt zunächst dessen Firma als Favorit. Nach Foulstons Tod kursierten an der Gerüchtebörse die Namen Dataserv und Econocom.

Handelseins wurde der IBL-Boß schließlich mit der hierzulande unter ihrem eigenen Namen unbekannten Inspectorate AG aus Neuchâtel. Beim Preis mußte Coussens ziemlich nachgeben: Informationen des britischen Branchendienstes "Computergram International" zufolge entspricht das endgültige Angebot von 41 Pence pro Aktie in toto nicht einmal dem Buchwert des, IBL-Anlagevermögens.

Die Meridian-Gruppe, in der nun IBL und United Leasing aufgehen, reklamiert für sich einen Jahresumsatz im Leasinggeschäft von 2,2 Milliarden Mark. Das Vermietvermögen in der Bundesrepublik liege, so United-Geschäftsführer Gerd vom Bruch in einer Mitteilung, bei 500 Millionen Mark. Um den Unsicherheiten des von der IBM abhängigen Hardware-Leasingmarkts nicht mehr im bisherigen Umfang ausgeliefert zu sein, will Meridian diversifizieren. Backup-Rechenzentren, Wartung und Software-Leasing sollen das Sortiment ab dem nächsten Jahr ergänzen.