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17.09.1999 - 

Distributoren in Bedrängnis

Nach Gewinnwarnung: Ingram Micro verliert sein Oberhaupt

MÜNCHEN (CW) - Der US-Distributor Ingram Micro Inc. wird im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein weit schlechteres Ergebnis ausweisen, als von Wallstreet-Analysten erwartet worden war. Aus dem Geschäftseinbruch will Chief Executive Officer (CEO) Jerry Stead die Konsequenzen ziehen und zurücktreten.

Der Gewinn von Ingram Micro wird nach Unternehmensangaben bei 15 bis 21 Millionen Dollar oder zehn bis 14 Cent je Aktie liegen. Die Zahlen liegen weit unter dem an der Wallstreet für realistisch gehaltenen Wert von 41 Cent je Anteil. Die Neuigkeiten führten zu einem Einbruch der Aktie, die um sechs Zähler oder 31 Prozent auf 13,3 Dollar fiel.

Die unerwartete Ergebniswarnung zog auch Wettbewerber in Mitleidenschaft. Unternehmen wie Ingram Micro, Tech Data oder Computer 2000 kaufen Produkte von Hardware- und Software-Anbietern, um sie an Händler, Wiederverkäufer oder Großkunden weiterzuveräußern. Sie agieren mit einer äußerst kleinen Gewinnmarge und sind sehr anfällig für unerwartete Preisnachlässe seitens der Anbieter.

Die Distributoren haben außerdem besonders stark unter plötzlich nachlassender Nachfrage zu leiden, weil sie ihre Läger für gewöhnlich gut gefüllt halten, um schnell auf Kundenbedarf reagieren zu können. In diesem Jahr belastet die Branche vor allem der Preisverfall bei PCs, der Erfolg neuer Web-basierter Handelsstrukturen sowie die hohe Nachfrage bei Direktverkäufern wie Dell oder Gateway.

Wie der Nachrichtendienst "Computerwire" berichtet, ist der Abgang von CEO Stead nicht der erste personelle Aderlaß im Management von Ingram Micro. Vor ihm warfen bereits der für den US-Markt verantwortliche President Phil Ellett sowie Executive Vice-President Doug Antone das Handtuch. Im März hatte das Führungsteam noch beschlossen, 1400 Stellen zu streichen und damit die Payroll um zehn Prozent zu kürzen. Angesicht der nun angekündigten enttäuschenden Zahlen mußte Stead jedoch zugeben, daß Micro Ingram aufgrund dieser Kündigungen nicht mehr in der Lage gewesen sei, schnell genug auf sich verändernde Marktbedingungen zu reagieren. "