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13.02.1976 - 

Jetzt müssen die "Wagnerianer" zeigen, was sie können

Nach großem Schnitt kommt das kleine Geschäft

BERLIN - In einer "stark verkleinerten Größenordnung" will die Wagner Computer Produktions-KG (WAC-P), Berlin, das Geschäft fortführen, das von dem immer noch in Untersuchungshaft sitzenden Dr. Günther Wagner einst zu einem Konzern mit 21 Gesellschaften und 130 Millionen Mark Kommanditisten-Geldern aufgebläht worden war: 1975 machte WAC 2 Millionen Mark Umsatz - 1976 will sie den für ein ausgeglichenes Ergebnis nötigen Monatsumsatz von 300 000 Mark erreichen.

Französische Software

Hoffnung setzt die WAC-P, die von der technischen Qualität der Rechner 40/400 überzeugt ist, auf die Niederlande und vor allem auf Frankreich, wo die 40prozentige Tochter Wagner Computer France im vorigen Jahr 12 Systeme verkaufen konnte und eine auf den französischen Markt zugeschnittene Software anbietet. Die Tätigkeit in Berlin konzentrierte sich bisher auf die Wartung der 70 installierten Wagner-Anlagen.

Gewinnanspruch an Verlust-Gesellschaft

Die förmlichen Voraussetzungen für die Sanierung des Unternehmens, das noch mehr Verluste machte als einst den verlustzuweisungsbedürftigen Kapitalanlegern versprochen worden war sind jetzt gegeben: nach den Kommanditisten und der Hauptversammlung der Kämmerei Döhren AG stimmte jetzt auch die Kamerun-Eisenbahngesellschaft (KEG) dem Plan zu, der eine Trennung der Computergruppe von KEG und Kämmerei sowie gegenseitigen Forderungsverzicht vorsieht. Die KEG, von der nur noch der Name übrig ist, verliert damit 45 Millionen Mark Darlehens- und Zinsforderungen, die ohnehin nicht einbringlich gewesen wäre. Sie erwirbt dabei zusammen mit der Kämmerei einen Anspruch auf 40 Prozent des Gewinnes der WAC-P, die freilich erst einmal in die Gewinnzone kommen muß.

Gegengeschäft mit dem Finanzamt

Diese Vereinbarung war Voraussetzung für die Zustimmung des Finanzamtes, das auf die Rückforderung von 7 Millionen Mark Investisionszulagen verzichten und der Regulierung von 3 Millionen Mark KEG-Steuerschulden durch die WAC-P zustimmen muß. Auch die zweite Vorbedingung für die Sanierung in bescheidenem Rahmen ist inzwischen zu einem erheblichen Teil erfüllt: von der 2,8 Millionen Mark ausstehenden Kommanditeinlagen sind 50 Prozent, von dem vereinbarten 5prozentigen Nachschluß der Gesellschafter - insgesamt rund 6 Millionen Mark - 60 Prozent in der WAC-Kasse eingegangen.