Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

CPF 3 auf der "electronica":


27.11.1974 - 

Nach Mini kommt Micro

MÜNCHEN - Vier Bauelementehersteller, darunter auch eine deutsche Firma, zeigen in München auf der "electronica 74" Micro-Computersysteme.

Diese Kleinstcomputer, auch Micro-Processoren genannt, wurden erstmals vor etwa zwei Jahren angeboten. Inzwischen behaupten Fachleute, daß bereits zwei "Generationen" dieser Computersysteme im Einsatz seien, eine dritte befände sich gerade in Entwicklung.

Micro-Systeme wurden ursprünglich für die Elektronik von Taschenrechnern oder intelligenten Terminals entwickelt. Ingenieure fänden jedoch schnell neue Anwendungen bei Textverarbeitungssystemen, Verkehrssteuerungbanlagen, Prozeßrechner-Anwendungen und sogar bei elektronischen Spielgeräten.

Nachdem die US-Firma Intel fast zwei Jahre lang ziemlich unbehelligt das Feld der Micro-Processoren beherrschte, haben jetzt amerikanische Bauelemente-Hersteller (National Semiconductor und Motorola), aber auch japanische und deutsche Firmen, Micro-Computer-Systeme angekündigt.

In Deutschland wagte sich AEG-Telefunken als erster an diese zukunftsweisende Computertechnologie. Der auf der "electronica" vorgestellte Rechner CPF 3 wurde in Zusammenarbeit mit den Olympia-Werken systemseitig konzipiert, die technologische Umsetzung erfolgte gemeinsam mit General Instrument und SGS-Ates.

Micro-Processoren werden nach Aussage von Richard Percival, tätig bei der National Semiconductor GmbH in Fürstenfeldbruck, völlig neue Anwendungsbereiche erschließen. "Mit Hilfe dieser Technologie wird es möglich sein Terminal- oder Kleincomputersysteme zu bauen, die - verglichen mit herkömmlichen Geräten - nur noch einen Bruchteil des Raumbedarfes benötigen und vor allem erheblich weniger kosten werden."

Auf der im Bild gezeigten Steckkarte befindet sich ein kompletter 16-Bit-Rechner (Zykluszeit 1,4 Ás), der insgesamt 60 Befehle ausführen kann. Die typische Verarbeitungsgeschwindigkeit einer Speicher-Register-Addition liegt bei 7,7 Ás.

Der Micro-Processor kann in Stufen von 4 K auf maximal 64 K Worte aufgerüstet werden.

Eine Minimum-Konfiguration besteht aus Central Processor Unit, 4 K Hauptspeicher, Teletype Ein/Ausgabe-Terminal und Lochkartenleser. Das System kann in einer Assembler-Sprache programmiert werden. Kaufpreis für den "nackten" AEG-Telefunken-Rechner: 2000 Mark.