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Nachfolge-Organisation fuer Unix International Novell Inc. schafft sich eine Pressure-Group fuer Unixware

04.03.1994

MUENCHEN (gfh) - Novell versucht, die bisher schwache Marktposition seines PC-Unix-Derivats Unixware zu staerken. Der Netzwerkspezialist hat eine als "Unixware Technology Group" (UTG) bezeichnete Allianz mit Systemanbietern geschlossen. Ziel dieser Gruppe ist es, dafuer zu sorgen, dass kuenftig Unixware-Anwendungen auf den PCs der Mitglieder unveraendert ablaufen koennen.

Konkret besagt das von Novell Deutschland noch nicht bestaetigte Abkommen mit den Systemanbietern, dass diese auf Intel-Rechnern nur noch einen einheitlichen Binaercode von Unixware ausliefern sollen. Damit verpflichten sich die Partner, nicht wie bisher den Sourcecode unkontrolliert um Zusatz-Features zu erweitern und dadurch Inkompatibilitaeten zu verursachen. Aehnliche Einschraenkungen werden den Unix-Anbietern allerdings schon durch die Festlegung auf Spec 1170 auferlegt (siehe Kasten).

Auch wenn Novell weiterhin Optimierungen ausserhalb des Basissystems zulaesst, erfolgt hier eine Vereinheitlichung der PC- Unix-Derivate auf Unixware-Basis. Dies betrifft derzeit allerdings nur die neun Anbieter, die sich zur UTG bekennen. Zu ihnen gehoeren Unisys, AT&T Global Solutions (frueher NCR), Fujitsu, NEC, Olivetti und ICL.

Auffaellig ist, dass die Mitglieder zu der noch kleinen Gruppe von Unix-Anbietern zaehlen, die auf die juengste Unix-Variante Unix V.4x setzen, waehrend Konkurrenzprodukte wie Interactive Unix von Sun und das SCO-Unix noch auf dem Unix-Release-Stand V.3.2 beruhen. Das hat zur Folge, dass sich diese Unix-Anbieter, die alle Lizenzgebuehren an Novell abfuehren, bei einem Upgrade ihrer Systeme einem Unixware-Standard gegenuebersehen.

Bei den Mitbwerbern stoesst die Initiative von Novell auf Unverstaendnis: "Ich dachte eigentlich, die Unix-Standardisierung sei abgeschlossen", wundert sich Sunsoft-Chef Brian Aiken. Nach seiner Ansicht reichen die im Rahmen der COSE-Initiative und von X/Open vereinbarten Richtlinien Spec 1170 und Common Desktop Environment (CDE) voellig aus. Die neue Aktion diene wohl vor allem dem Unixware-Marketing.

Sun-Chef Scott McNealy hat aus den Unix-Aktivitaeten von Novell bereits Konsequenzen gezogen. Er moechte sich aus der Lizenzabhaengigkeit von Novell befreien (vgl. CW Nr. 5 vom 4. Februar 1994, Seite 11).

Die Liste der Teilnehmer legt zudem die Vermutung nahe, dass es sich bei UTG um eine Nachfolgeorganisation der einst einflussreichen Unix-International-Organisation handelt, die sich die Verbreitung von Unix V.4 auf die Fahnen geschrieben hatte. Nun geht es statt dessen um die V.4-Implementation Unixware. Anders als bei Unix International sind jedoch dem Einfluss der UTG- Mitgliedern auf Unix-Lizenzgeber Novell enge Grenzen gesetzt. Haben sie frueher die Richtlinien fuer die Unix-Entwicklung festgelegt, so duerfen sie jetzt unverbindliche Vorschlaege einbringen, an die sich der Hersteller nicht zu halten braucht.