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Neue Software-Architektur von IBM angekündigt:


26.02.1988 - 

Nachfolger für MVS/XA heißt MVS/ESA

MÜNCHEN (CW) - Auf MVS/XA folgt nicht MVS/XB, sondern MVS/ESA. Nachdem IBM die Gerüchteküche monatelang brodeln ließ, entschloß sich der Branchenprimus jetzt zu einem Announcement. Das neue Betriebssystem nutzt die ebenfalls neue "Enterprise Systems Architekture/370" und läuft ausschließlich auf den Modellen der 3090- und 4381-Familie, die ein "E" im Namen führen.

Die neue Software-Architektur dient nach Angaben der IBM dazu, dem Betriebssystem den Zugriff auf alle Adressierungsebenen vom Zentralspeicher bis zu den Add-ons zu ermöglichen. Das dazu passende Betriebssystem besteht aus den Komponenten MVS/SP Version 3 und NVS/DFP Version 3. Der Adreßraum wurde auf maximal zwei Gigabyte ausgedehnt; von einer Erweiterung der 32-Bit-Adressierung ist jedoch keine Rede.

Die monatliche Lizenzgebühr für die neue MVS/SP-Version beträgt nach der IBM-Liste 13 570 Mark; ausgeliefert wird es voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres. Mit weiteren 3950 Mark schlägt das zugehörige DFP zu Buche; es soll dem Markt Anfang des kommenden Jahres zur Verfügung stehen.

Neu an MVS/ESA sind die sogenannten High-Performance-Räume mit deren Hilfe sich, so der Anbieter, der Durchsatz erhöht. Diese "Hiper-Räume" werden nicht im Zentralspeicher abgebildet; vielmehr befinden sie sich im Erweiterungsspeicher oder in externen Speicherkomponenten. Darüber hinaus kündigte Big Blue ein "Data Facility Stroage Management Subsystem" (DFSMS) an, daß für die Verwaltung und Optimierung des Verarbeitungsprozesses bestimmt ist.

Die wesentlichen Komponenten von MVS/ESA im Überblick:

Datenräume

In einer MVS/XA-Umgebung befanden sich bisher Anwendungen in einem bis zu 2 Gigabyte großen virtuellen Adreßraum. Dieser enthielt sowohl die ausführenden Programme als auch Datenbereiche und Datenpuffer.

In der neuen Betriebssystemumgebung MVS/ESA sind mit dem Adreßraum auch Datenräume mit einer Größe bis jeweils zwei Gigabyte verbunden. Adreßraum und Datenräume bilden also den für den Anwender zur Verfügung stehenden virtuellen Speicher. Programme können nur im Adreßraum ausgeführt wer den, der aber auch Daten enthalten kann. In einem Datenraum können sich dagegen nur Daten befinden.

Hiper-Räume

Ein Hiper-Raum kann aus einem oder mehreren bis zu zwei Gigabyte großen Teilen bestehen. Der Gesamtumfang eines Hiper-Raums ist Jedoch begrenzt auf 16 Terabyte(16 000 Gigabyte).

Hiper-Räume werden ausschließlich durch eine weitere Komponente des MVS/ESA, den "System Service" verwaltet. Nur über dieses Element können Anwendungen auf die im Hiper-Raum gespeicherten Daten zugreifen.

Durch entsprechende Definition ist es möglich, Hiper-Räume vollständig im Erweiterungsspeicher zu halten oder per Paging-Verfahren auf einem externen Seitenspeicher abzubilden. Die Adressierung erfolgt in Seiten von vier Kilobyte.

MVS/ESA System Services

Diese Komponente enthält alle Funktionen zum Anlegen und zur systemtechnischen Verwaltung von Datenräumen und Hiper-Räumen. In Verbindung mit den Datenräumen dient dieses Betriebssystem-Element gleichzeitig als Hilfsmittel zum Speichern von Programmbibliotheken und Daten.

MVS/ESA DFSMS

Die Komponente Data Facility Storage Management Subsystem (DFSMS) ist die Implementierung des Konzeptes "Systemverwalteter Speicher in MVS/ESA. Das fundamentale Prinzip von DFSMS ist die Trennung der Datenbeschreibung in zwei Teile: die logische und die physische Datensicht.

Bisher wurden Daten und Speicherplatz vom Datenadministrator manuell mit Prozeduren verwaltet. Mit DFSMS soll derselbe Datenadministrator jetzt ein Vielfaches der bisherigen Datenmengen und Speichermedien verwalten können.