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01.11.1985 - 

Investitionen und gute Auslands

nachfrage kennzeichnen Konjunkturverlauf:

DV-lndustrie stützt deutsche Wirtschaft

MÜNCHEN (ru) - Die DV-lndustrie hat sich zu einer Konjunkturstütze in der Bundesrepublik entwickelt. So ermittelte die Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) für die ersten sechs Monate in 1985 eine Erhöhung der Gesamtproduktion der Branche von 20,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Wert von 8,2 Milliarden Mark.

Erstmals seit Jahren legte auch der Bereich der traditionellen Büromaschinen mit einem Wachstum von 24 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 1984 wieder kräftig zu. Das Plus bei der Produktion von DV-Geräten betrug 20 Prozent.

Hochgerechnet erwartet der VDMA für das gesamte laufende Jahr eine deutsche Produktion in der Büro- und Informationstechnik im Wert von annähernd 17 Milliarden Mark. Bei einem Software-Marktvolumen von rund 13 Milliarden Mark werde der Gesamtwert die Grenze von 30 Milliarden Mark überschreiten.

Für Horst Nasko, Vorsitzender der VDMA-Fachgemeinschaft, profitiert die informationstechnische Industrie von einer steigenden Investitionsbereitschaft. Sie betreffe nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die öffentliche Verwaltung.

Wesentlicher Stützpfeiler der Konjunktur ist neben den Investitionen der Export. Allerdings dürfte der Rückgang des Dollarkurses und die Konjunkturschwäche in den USA die Auslandsnachfrage sicher dämpfen, wenn auch mit einem Time-lag. Nach den Zahlen der Fachgemeinschaft des VDMA schlug der Export in den ersten sechs Monaten 1985 mit einem Plus von 31 Prozent auf 6,6 Milliarden Mark zu Buche. Die Inlandsmarktversorgung erhöhte sich in diesem Zeitraum hingegen um 25 Prozent auf 9,5 Milliarden Mark. Positiv wirkte sich der Boom auch auf den Arbeitsmarkt aus. Im Juni 1985 beschäftigte die Büro- und informationstechnische Industrie 85 856 Mitarbeiter mehr als zwölf Monate zuvor.

Auch das kommende Jahr beurteilt Nasko zuversichtlich für die Branche. Dabei sieht das Vorstandsmitglied der Nixdorf AG zwei Entwicklungen als Konjunktur-Impulse. So wird die Fertigungsindustrie Anwendungen aus dem CAD/CAM-Bereich als Angelpunkt ihrer Wettbewerbsfähigkeit sehen. Zum anderen sorge die integrierte Bürokommunikation mit interner und externer Vernetzung für entsprechende Nachfrage.

Ein positives Konjunkturbild zeichnete ebenfalls Dr. Gerhard Adler, Chef der Diebold Deutschland GmbH. Besonders positiv sei, daß der DV-Markt in der Bundesrepublik im Gegensatz zu den USA störungsfrei laufe. Ein Shake-out wie im Silicon Valley habe bislang hier nicht stattgefunden. Als Grund führte Adler die unterschiedlichen Pendelausschläge der Konjunkturzyklen an, die in Amerika immer wesentlich krasser seien. Gleichwohl prophezeite der Diebold-Chef auch für die Bundesrepublik eine Abschwächung des DV-Booms, die 1987 wirksam werde.

Nach Schätzungen der Frankfurter Marktbeobachter sind in Deutschland derzeit 76 000 Minicomputer und Prozeßrechner installiert. Anfang der neunziger Jahre dürfte der Bestand um etwa 70 Prozent zugenommen haben. Um etwa zwei Drittel dürfte sich in fünf Jahren auch die Zahl der installierten Bürocomputer vergrößern. Derzeit zählt Diebold 180 000 Einheiten.