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04.05.1979 - 

Büro- und DV-Technik:

Nachhinkende Inland-Produktion

HANNOVER (VWD) - Die deutsche Produktion von Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräten konnte bisher mit der Nachfrageentwicklung im Inlandsmarkt nicht Schritt halten. So stieg die Inlandsmarktversorgung 1978 bei Büromaschinen um 14,3 Prozent und bei DV-Geräten um 16,1 Prozent, die deutsche Produktion dagegen nur um 2,5 (Büromaschinen) beziehungsweise 6,5 Prozent (DV-Geräte).

Wenn die deutschen Hersteller ihre Produktionskapazitäten nicht in dem Maße ausgebaut haben, wie es der Markt eigentlich erfordere, läge dies vor allem am Preisdruck, dem die Hersteller ausgesetzt seien. Diese Ansicht vertrat Dietrich Seedorf, Vorsitzender der Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik im VDMA, auf der Hannover-Messe. Bei Datenverarbeitungsprodukten lag der Preisindex im Januar 1979 um 6,5 Prozent unter dem Vorjahreswert, bei Büromaschinen betrug der Preisrückgang 1,4 Prozent.

Dies habe sich, so Seedorf, wiederum negativ auf die Erträge und auf die Eigenkapitaldecke vieler Firmen ausgewirkt; sie sei in vielen Fällen seit langem zu kurz, um die Produktionskapazitäten auszubauen. Auch habe eine gewisse Skepsis gegenüber den längerfristigen Marktaspekten in den letzten vier Jahren den Kapazitätsausbau begrenzt.

Branche befürchtet Akzeptanzprobleme

"Wir sehen uns zunehmend Akzeptanzproblemen ausgesetzt", sagte Seedorf. Auch die Büro- und DV-Technik verspüre eine "emotional geführte Kampagne gegen die neueren Techniken". Seedorf wandte sich gegen Thesen, nach denen die moderne Bürotechnik Arbeitsplätze wegrationalisiere. So führte manches Unternehmen die Textverarbeitung allein deshalb ein, weil trotz relativ hoher gesamtwirtschaftlicher Arbeitslosigkeit Sekretärinnen und Schreibkräfte Mangelware seien. Bei über 4,2 Prozent Arbeitslosigkeit seien derzeit nur etwa 0,5 Prozent der Schreibkräfte ohne Beschäftigung. Für das laufende Jahr rechnet die Branche, so Seedorf, mit etwa dem gleichen Zuwachs wie 1978.

Die jüngsten - vorläufigen - Zahlen des Statistischen Bundesamtes sprechen da allerdings eine andere Sprache. Zwar reichen danach die Auftragsbestände von Februar bei Büromaschinen für zwei Monate und bei DV-Geräten für 5,6 Monate. Gleichzeitig wird aber beim Auftragseingang für die Monate Dezember 1978 bis Februar 1979 bei Büromaschinen ein Minus von 26 Prozent und bei DV-Geräten ein Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausgewiesen. Diese Zahlen werden jedoch von der Fachgemeinschaft stark angezweifelt. Seedorf: "Wir glauben diese Zahlen nicht, aber wir haben keine anderen."