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07.09.1984 - 

SW-Wartung wird oft unsorgfältig durchgeführt:

Nachlässigkeit kann Millionen kosten

MÜNCHEN (hh) - Wartungsfehler im Softwarebereich können schnell finanzielle Größenordnungen annehmen, die bislang gesunde Unternehmen bis an den Rand des Ruins treiben. Unternehmensberater Gerry Weinberg aus Nebraska führt eine Liste, in der der teuerste Schadensfall durch fehlerhafte Wartung mit 1,6 Milliarden Dollar zu Buche schlägt. Das wichtigste Problem liegt nach Weinbergs Meinung darin begründet, daß das Management die Programmwartung zuwenig wichtig nimmt und diese Aufgaben weniger qualifizierten Mitarbeitern überträgt.

Drei Falle führt der amerikanische Berater in dem US-Magazin "Data Link" auf, die allesamt auf Wartungsfehler zurückzuführen sind und Schäden in Millionenhöhe verursachten.

Es handelte sich ausnahmslos um unbedachtes Vorgehen bei Software-Wartungsaufgaben, die zu allem Übel auch noch ohne Testplan, Kontrolle oder Überprüfung auf Richtigkeit durchgeführt wurden.

Insbesondere Entwicklungsprogrammierer zeigen sich nach Weinbergs Meinung häufig überrascht über die Fehlerwahrscheinlichkeiten, die bei Wartungsaufgaben auftreten können. So besteht bei der Änderung einer einzigen Zeile eine Fehlerchance von 50 Prozent. Sie steigt bei der Änderung von fünf Programmzeilen auf 75 Prozent, fällt dann jedoch wieder auf 50 Prozent bei zehn Änderungen und 35 von Hundert bei 20 geänderten Zeilen.

Der Grund für das Erstaunen seitens der Entwicklungsingenieure liegt nach den Beobachtungen des Amerikaners darin, daß Änderungen während einer Entwicklung leichter und einfacher durchführbar sind, da sie bei sauberen, kleineren und besser strukturierten Codes vorgenommen werden, bei denen unerwartete Querverbindungen kaum auftreten können; Gerade diese Querverbindungen aber erwiesen sich in jedem der aufgelisteten Fälle als Hauptübel.

Darüber hinaus sind die Konsequenzen von fehlerhaft durchgeführten Änderungen während einer Entwicklung geringfügiger, da der Fehler korrigiert werden kann, ohne die Produktion im Rechenzentrum zu belasten.

Die hohe Rate bei Wartungsfehlern wird aus diesen zwei Gründen häufig als Beweis für die Unfähigkeit und Unerfahrenheit der Wartungsprogrammierer angesehen. Daß dem nicht so ist, beweist die Verringerung der Fehlerwahrscheinlichkeitsquote bei größeren Änderungen. Weinberg vermutet deshalb, daß kleine Arbeiten am Programm nicht ernst genug genommen und daher unsorgfältig und ohne Kontrollen durchgeführt werden. Auch die Vorgesetzten lassen es nach Meinung des Beraters bei diesen Aufgaben an der nötigen Sorgfalt fehlen und spornen häufig sogar dazu an, schnell und unkontrolliert zu arbeiten.