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28.04.2000 - 

Insbesondere das Servicegeschäft entwickelt sich enttäuschend

Nachlassende Hardwareverkäufe drücken IBM-Umsatz

MÜNCHEN (CW) - IBMs Umsatz fiel im ersten Geschäftsquartal des Jahres 2000 um 4,8 Prozent auf 19,35 Milliarden Dollar. Zwar konnte Big Blue den Quartalsgewinn um 3,3 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar steigern. Dies gelang jedoch nur durch Kosteneinsparungen und wegen einmaliger Sondereinnahmen.

Profitiert hat Big Blue offensichtlich auch vom Verkauf eines Aktienpakets des Linus-Distributions-Anbieters Red Hat im ersten Quartal. Besonders hart vom Umsatzrückgang betroffen war der Hardwarebereich. Im Server-Geschäft gingen die Einnahmen um fast elf Prozent zurück, bei Mainframes gar um 29 Prozent. Finanzchef John Joyce wies aber darauf hin, dass sich zumindest das Geschäft mit dem neuen RS-6000-Unix-Highend-System "S80" ausgesprochen erfreulich entwickle.

Global Services büßen über 13 Prozent Umsatz einGegenüber Sun Microsystems gerät Big Blue aus Sicht von Analysten allerdings zunehmend ins Hintertreffen. Während die McNealy-Company laut International Data Corp. (IDC) im vergangenen Jahr mit so genannten Midrange-Servern (100000 bis eine Million Dollar) 24 Prozent mehr umsetzen konnte, gingen die Einnahmen von IBM hier um zwölf Prozent zurück.

Wie lange sich Sun-Chef Scott McNealy allerdings in seinem Erfolg sonnen kann, bleibt abzuwarten. Sowohl IBMs 24-Prozessor-Maschine S80 als auch Hewlett-Packards für den Spätsommer angekündigtes "Superdome"-Modell, bei dem vier 32-CPU-Systeme über eine superschnelle Verbindung zu einem 128-Wege-Rechner verbunden werden können, dürften Sun erheblich Konkurrenz machen.

Bei PCs und PC-Servern verzeichnete Big Blue einen Umsatzrückgang von 13 Prozent. Die zuständige Personal Systems Unit wies einen Vorsteuerverlust von 176 Millionen Dollar aus, ein nochmals deutlich schlechteres Resultat als im Jahr zuvor (minus 55 Millionen Dollar). Um elf Prozent sackten die Umsätze bei den so genannten Technology Products (Festplatten, Bildschirme, Chips).

Nur scheinbar besser entwickelte sich das Geschäft der Global-Services-Division, also des Dienstleistungsbereichs der IBM. Zwar erwirtschaftete die Serviceabteilung 7,55 Milliarden Dollar. Damit trug der Servicebereich von Big Blue im abgelaufenen Quartal stolze 39 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Doch die Zahlen täuschen: Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte Global Services noch 8,7 Milliarden Dollar Umsatz erzielen können. Fast noch bedrückender für die IBM ist, dass die Servicespezialisten des Konzerns das Neugeschäft im letzten Vierteljahr lediglich um fünf Prozent steigern konnten.

Global Services sieht sich offensichtlich mit den gleichen Problemen konfrontiert, die auch den Wettbewerbern EDS und CSC zu schaffen machen: Sie alle können ihr Geschäftsmodell nicht schnell genug vom herkömmlichen Service- und Beratungsbetrieb umstellen auf die Anforderungen, die insbesondere kleinere und mittelständische Firmen aus dem E-Commerce-Umfeld haben. Richtig ist allerdings auch, dass die Einnahmen allein mit Tätigkeiten im E-Business-Umfeld laut IBM um 70 Prozent gestiegen sind.

Im Softwaregeschäft lagen die Einnahmen mit 2,93 Milliarden Dollar auf Vorjahresniveau und damit wie im Servicegeschäft deutlich unter den Erwartungen der Analysten.