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Computer Associates kauft den Clipper-Entwickler


15.05.1992 - 

Nantucket-Produkte sollen CAs PC-Geschäft in Schwung bringen

MÜNCHEN (gfh) - Computer Asiociates (CA) ist wieder auf der Akquisitionspirsch. Gekauft wird diesmal die Nantucket Computer Corp., Los Angeles.

Offenbar will der Softwarekonzern mit Hilfe des Dbase-kompatiblen Datenbank-Entwicklungswerkzeugs "Clipper" das zäh laufende Geschäft mit Software für Personal Computer ankurbeln.

Sowohl CA als auch Nantucket haben ein, wie es offiziell heißt, "definitives Abkommen über die Ubernahme" des Clipper-Herstellers abgeschlossen.

Die Niederlassungen beider Unternehmen in Deutschland kennen nach Aussagen von Unternehmenssprechern noch keine Details, außer der Ankündigung, daß der Deal binnen eines Monats abgeschlossen sein soll. Allerdings will die CW-Schwesterpublikation "Infoworld" erfahren haben, daß Nantucket für rund 70 bis 80 Millionen Dollar den Besitzer gewechselt hat.

Für Thomas Renzmann, kaufmännischer Leiter der Nantucket GmbH, Leverkusen kam die Übernahme keineswegs überraschend. "Angesichts der Konzentration im Markt für PC-Datenbanken war nicht zu erwarten, daß wir auf Dauer selbstständig bleiben können." Nach den Übernahmen von Dbase Anbieter Ashton-Tate durch Borland und von Dbase-Cloner Foxbase durch Microsoft wurden die Mitbewerber so mächtig, daß Renzmann die Einbindung in den CA-Konzern eher als Chance begreift.

Aus seiner Sicht könnte Clipper genau das Produkt sein, das CA derzeit so dringend benötige, um am PC-Markt zu reüssieren. US-Analysten hatten dem Softwaregiganten hier bisher Erfolglosigkeit bescheinigt. Vor allem fehle es an einem besonders marktwirksamen "Killerprodukt"' (siehe Seite 11: "Computer Associates fällt der Einstieg in den PC-Markt schwer").

Nun bringt Nantucket 300000 Clipper-User in den Konzern ein, die rund 2,5 Mil-

lionen Dbase-Anwender mit Applikationen versorgen.

Mit der Übernahme von Nantucket zählt Computer Associates neben Microsoft und Borland zu den drei wichtigsten Anbietern von Dbase-kompatiblen Produkten. Während sich bei Workstations und Großrechnern immer mehr die Datenbank-Abfragesprache SQL durchsetzt, gilt auf dem Desktop die Dbase-Sprache als De-facto-Standard für die Entwicklung von kommerziellen Anwendungen.

Angesichts dieser Ausgangssituation macht sich der Nantucket-Manager keine Sorgen um die Zukunft seines Produkts, obwohl die neue Konzernmutter mit Dbfast bereits über eine Dbase-kompatible Datenbank verfügt, die zudem unter MS-Windows läuft. Die Windows-Version der Clipper-Datenbank soll dagegen erst 1993 auf den Markt kommen.

"Clipper und Dbfast ergänzen sich hervorragend", zerstreut Rolf Baumgarten, Leiter des PC-Geschäftsbereiches von CA, Darmstadt, Befürchtungen, wonach eines der beiden Pro-

dukte ausgemustert werden könnte. Seine Begründung: "In England und den USA boomt Windows weit weniger als hierzulande. Dort sind die Marketing-Leiter glücklich, Clipper anbieten zu können."

Allerdings ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder über die Zukunft von Produkten noch über die von Beschäftigten entschieden, schwächte Baumgarten den optimistischen Tenor seiner Aussage ab.