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11.05.2001 - 

Copyright-Schutz soll Tauschbörse retten

Napster verhandelt über Kooperation mit Microsoft

MÜNCHEN (CW) - Die Napster-Verantwortlichen haben bestätigt, dass sie mit Microsoft in der Absicht verhandeln, dessen Digital-Rights-Management-(DRM-)Technik in das Angebot der Tauschbörse zu implementieren. Da dieser Schutz der Urheberrechte von der Musikindustrie anerkannt wird, könnte das Verfahren aus Redmond das schwer angeschlagene Unternehmen Napster retten.

Ein Napster-Sprecher erklärte, es laufe eine Reihe von Gesprächen, unter anderem auch mit Microsoft. Ziel sei es, eine Technik zu finden, mit deren Hilfe die Urheberrechte der über Napster getauschten Musikdateien geschützt werden könnten. Bislang gebe es jedoch noch keine Ergebnisse.

Microsoft wollte eine mögliche Allianz mit Napster bislang nicht kommentieren. Jonathan Usher, Manager bei der Windows Digital Media Division, erklärte lediglich, die Vertreter der nächsten Peer-to-Peer-Generation seien an der Microsoft-Technik interessiert.

Die Musiktauschbörse hat nicht mehr viel Zeit, ihren Service zu retten. Zwar verpflichtete US-Bezirksrichterin Marilyn Hall Patel die Recording Industry Association of America (RIAA) dazu, Napster mit besseren Informationen über zu blockende Musiktitel zu versorgen. Gleichzeitig kritisierte die Richterin jedoch scharf die bisher von Napster verwendete Filtersoftware.

Mit Microsoft hätte der Tauschdienst einen wertvollen Verbündeten im Kampf um das Vertrauen der Musikmogule gewonnen. Anders als das MP3-Format erkennen die Plattenbosse die DRM-Technik als wirksamen Urheberrechtsschutz an. Auch für Microsoft würde nach Ansicht von Experten der Deal Sinn geben: Auf diese Weise hätte die Gates-Company einen Fuß im Geschäft mit Abonnement-finanzierten Musiktauschdiensten im Internet.

Kritiker gehen allerdings davon aus, dass die Verhandlungen scheitern werden. So habe Microsoft im Grunde kein Interesse an Napster, da es vor kurzem mit MSN Music einen eigenen Musikdienst auf die Beine gestellt hat. Ferner habe der mit Napster kooperierende Medienkonzern Bertelsmann bereits sein Tochterunternehmen Digital World Services als Garant für den künftigen Schutz der Urheberrechte ins Spiel gebracht. Im Hause Bertelsmann wollte man die jüngste Napster-Strategie bislang nicht kommentieren. Laut Andreas Schmidt, Chef der Bertelsmann E-Commerce Group (BeCG), plant der deutsche Medienriese weiter mit Napster. Ab Sommer soll der Tauschdienst auf einer legalen Abonnementbasis funktionieren.

Ob Napster jedoch seine Kunden mit einem Copyright-geschützten Musikangebot halten kann, steht in den Sternen. Die Zahl der Downloads sinkt jedenfalls dramatisch. Wurden im März dieses Jahres noch 2,49 Milliarden Musikdateien über Napster getauscht, waren es im darauf folgenden Monat nur noch 1,59 Milliarden Dateien.