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23.10.1981 - 

Konvergenzerscheinungen am IBM-PCM-Markt äußern sich in Vertragsabschlüssen und -angeboten:

NAS als Kundenbevollmächtigter gegenüber IBM

MÜNCHEN - Gegenüber den PCMs und ihren Kunden hat die IBM jetzt offenbar eine Politik der Umarmung anstelle der bisher verfolgten Abgrenzung eingeschlagen. Der zwischen IBM und National Advanced Systems (NAS) geschlossene Pakt - CW berichtete darüber am 12. Juni - enthält nicht nur die Aufhebung der SlPO-Beschränkungen, sondern auch ein "Cross-licensing-agreement" und eine besondere Stellvertreter-Vereinbarung.

Nachdem die amerikanische Fachzeitung COMPUTERWORLD kürzlich herausfand, daß IBM und NAS im Sommer übereingekommen waren sämtliche System-(Linzenz-)Programme uneingeschränkt "überkreuz" der jeweiligen Gegenseite in Lizenz zu überlassen und zu warten, hat NAS-Deutschland-Geschäftsführer Dieter Frank zum Auftakt der SYSTEMS eine weiter Einzelheit bekanntgegeben .

Demnach ist der Marktführer bereit zu akzeptieren, daß NAS vom Anwender als "Berechtigter" gegenüber IBM benannt wird. Dies hat zur Folge, daß NAS im Namen des Kunden bei IBM Dokumentationsmaterial anfordern kann, wenn dies beispielsweise zur Behebung eines Fehlers notwendig ist. Außerdem kann NAS Fehlerbeseitigungsaufträge unmittelbar an IBM vergeben.

Doppel-Wartung

Für den Anwender ergibt sich aus dieser Konstruktion nach Franks Darstellung die einmalige Möglichkeit, sich die Power zweier Softwarewartungs-Organisationen zu sichern, ohne für diesen Service doppelt bezahlen zu müssen. Denn da NAS die Fehlerdiagnose für den Kunden kostenfrei vornehme, könne dieser auf IBMs Örtliche Programmunterstützung" verzichten und sich auf den zentralen Systemservice beschränken.

Die Frage, wie ein solches Dienstleistungsangebot für NAS wirtschaftlich zu erbringen sei, beantwortete Frank mit dem Hinweis auf die umfassende hauseigene Fehler-Datenbank, die nicht nur alle jemals von (...)S-TAs behobenen Softwarefehler in NAS-, sondern auch in IBM-Zentralrechnern enthalte. Frank bestätigte den Bericht der COMPUTERWORLD vom Anfang diese Monats, der das "Cross-licensing-agreement" zwischen IBM und NAS zum Gegenstand hatte.

Demnach haben die Kunden beider Hersteller gleichberechtigten Zugang zu den Lizenzprogrammen des jeweils anderen Anbieters - mit Geltung für alle zukünftigen Releases. (Ursprünglich war nur bekannt geworden, daß die Vereinbarung die Systems Installation Productivity Options [SIPO] betreffe.) IBM ist, wie es heißt, ausdrücklich dazu bereit, dieselbe Software und denselben Support unter den gleichen Bedingungen für NAS- wie für IBM-CPUs vorzuhalten.

Neben Vorteilen, die der Anwender aufgrund dieser Regelung aus

der zahlenmäßig größeren Verfügbarkeit diverser Softwarepackages habe, sieht Frank hier speziell Performance-Vorteile. Beispiel: Da die AS/9000 über Mikrocode verfüge seien auf ihr mit entsprechendem Erfolg jetzt auch die Tuning-Tools einsetzbar, die etwa die 3033 unter MVS leistungsstärker machten.

Wie Frank unterstreicht, ist das mit IBM getroffene Übereinkommen keine Einbahnstraße. So seien Anwender der Systeme /370-158 und -168 nun in der Lage, durch die Installation von NAS' Package "Extend" an die 90 Prozent der Kosten für IBMs "Extended Functions" (EF) einzusparen und trotzdem wie 303X-User MVS/SP fahren zu können. NAS-Deutschland hat das seit wenigen Wochen weltweit angebotene Extend (Preis zwischen 18 000 und 29 000 Mark) bereits bei einigen Anwendern installiert, so etwa bei Gruner + Jahr und Esso.

IMBs Bereitschaft, auch PCM-User voll als Kunden anzuerkennen, führt Frank auf zwei Hauptgründe zurück. Einerseits errichte IBM damit eine Barriere gegen das weitere Abwandern von Kunden, die mit der Qualität von IBM-Produkten nicht zufrieden seien. Andererseits sei sicherlich auch der Verzicht von NAS auf die Weiterverfolgung der Monopolklage gegen IBM von Bedeutung gewesen.