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12.09.1986 - 

PCM entdeckt jetzt die technisch-wissenschaftlichen Anwender:

NAS mit Software für neue Vektormodelle

FRANKFURT (rs) - Mit einem Vektorzusatz für die Maschinen der XL-Serie tritt National Advanced Systems (NAS) jetzt auch auf diesem Feld gegen die IBM 3090 an. Zudem wagt NAS sich mit einigen Programmen für technisch-wissenschaftliche Anwendungen erstmals auf den Softwaresektor.

Mit dieser für einen PCM bislang weitgehend unüblichen Softwareaktivität will NAS dem Umstand Rechnung tragen, daß im Markt für technisch-wissenschaftliche Anwendungen ein enormes Wachstumspotential steckt. Barry Graham, Europa-Manager für Marketing, begründete diese Einsicht mit der Aussage die CAD/CAM-Nutzung befände sich noch in den Kinderschuhen. Für die Notwendigkeit von Vektorrechnern spreche vor allem, daß diese Art von Anwendungen besonders "Mips-hungrig" seien. Darüber hinaus habe IBM mit dem Vektorzusatz der 3090 den technisch-wissenschaftlichen Markt endgültig hoffähig gemacht.

Graham rechnete vor, warum dieses Marktsegment für die IBM jetzt von besonderem Interesse sei, nachdem Big Blue dies lange Zeit Mitbewerbern wie DEC & Co. überlassen habe. So verfügt DEC nach seinen Angaben über eine installierte Basis von rund 25 Milliarden Dollar. Die jährlichen Verkäufe beliefen sich auf rund fünf Milliarden. Die Hälfte der Unternehmen, die die DEC-Basis bilden, gehören auch zu den Top-100-Kunden der IBM. Wenn davon zehn Prozent zur IBM wechseln würden, entspräche das einem Zusatzumsatz bei Big Blue von 1,25 Milliarden Dollar- einem Viertel von IBMs geplantem Wachstum.

Mit den fünf neuen Modellen V50 bis V100 der XL-Familie des japanischen Herstellers Hitachi will die NAS nun ihr Stück von dem Vektorkuchen. Die zwei Monoprozessoren (V50 und V60), der dyadische Rechner (V80) sowie der Dreifach- und der Vierfachprozessor (V90 und V100) sollen eine bessere Performance bringen als die blauen Mitbewerbermodelle. In Einzelfällen hat das Argonne National Laboratory die dreifache Leistung einer V60 gegenüber einer 3090-200VF gemessen.

Diese Angabe ist nicht allgemeingültig, da die Leistung von Vektorrechnern noch stärker von der Anwendung abhängt, als dies im kommerziellen Bereich der Fall ist. So erreichte bei einer Nastran-Anwendung die XL V60 etwa 22 Megaflops (Millionen Gleitkomma-Operationen pro Sekunde) gegenüber 17 Megaflops, auf die die 3090-200VF kam. Ganz allgemein gilt, daß eine Maschine mit Vektorzusatz um den Faktor zwei bis vier schneller ist als das Skalarmodell.

Zum neuen Softwareangebot von NAS gehören die fünf Pakete Nastran, NAG, Math Advantage, Vast/e und 3090 VF Extend. Nastran, ein Produkt der MacNeal-Schwendler Corp. dient zur Strukturanalyse mittels der Finite-Elemente-Methode. Typische Anwendungen für diese Software sind nach Angaben des Herstellers die Analyse von linearer und nicht-linearer Statik sowie von Vibration oder Wärmeübertragung. NAG (Hersteller: Numerical Algorithms Group) ist eine portable Fortran-Bibliothek mit 200 000 Source-Texteinträgen in mehr als 70 verschiedenen Konfigurationen.

Anwendungen wie Signal- und Bildverarbeitung, mechanischer Entwurf, Simulation oder Seismik soll Math Advantage von Quantitative Technology abdecken. Diese Subroutine-Bibliothek enthält oft benutzte und schwer programmierbare Algorithmen in mehr als 170 Routinen. Der vektorisierende precompiler für Fortran Quellcode Vast/E der Pacific Research Corp. analysiert Fortran-Quellprogramme auf "DO-Schleifen" und konvertiert diese, sofern möglich, in Vektoroperationen. Vast/E ermöglicht Anbieterangaben zufolge eine sofortige Produktion mit bestehenden Programmen, da am Quellcode keine Änderungen vorgenommen werden müßten.

3090 VF Extend schließlich ist ein Zusatz zur Vektorserie AS/XL, der es laut NAS erlaubt, Objektcode der IBM-3090-VF-Modelle unverändert auf der XL-V-Familie ablaufen zu lassen. Damit sei die Portabilität zwischen diesen beiden Systemfamilien gegeben. Der NAS-Softwarezusatz dekodiere die Vektorbefehle der 3090 VF und passe sie bei Bedarf durch einen Mapping-Algorithmus an die XL-V-Architektur an.