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15.01.1988 - 

"Missing Link" zwischen den wichtigsten Rechnerwelten entwickelt:

NAS schlägt Brücke zwischen DEC und IBM

LONDON (ch) - Die Kommunikationslücke zwischen der DEC- und der IBM-Welt will National Advanced Systems (NAS) als Anbieter IBM-kompatibler Mainframes schließen. Zu diesem Zweck stellt das Unternehmen ein Produktpaket vor, bestehend aus einem Kommunikationsmodul, der dazugehörigen Software und einem Programm, das es erlaubt, für DEC-Maschinen geschriebene Software auf einem NAS-Rechner zu starten.

Der Kommunikationsprozessor NAS-Net läßt sich aufgrund seiner physikalischen Abmessungen als Einschub in einen NAS-Mainframe der Baureihen AS/XL oder AS/VL einbringen. Diese Rechner werden von Hitachi geliefert und sind baugleich mit den von der Siemens-BASF-Tochtergesellschaft Comparex angebotenen Maschinen. Den Prozessor wolle man jedoch nur an die eigenen Kunden verkaufen, erklärte NASÆ Europa-Manager John Curran bei der Ankündigung des Produkts. Damit wolle sich sein Unternehmen einen entscheidenden Marktvorteil sichern.

Der NAS-Net-Prozessor stellt die physikalische Anbindung der IBM-kompatiblen NAS-Maschine an Digitals Decnet bereit. Er läßt den damit ausgestatteten Rechner als Knoten in diesem Netz erscheinen und erlaubt den Aufbau von bis zu 28 logischen Links. Der Einschub wird direkt an einen Kanal des Mainframe angeschlossen.

Die zugehörige Software heißt NAS-Link und verbindet die DEC- und IBM-eigenen Betriebssysteme VMS und MVS beziehungsweise VM miteinander. Der Funktionsumfang umfaßt im wesentlichen den bidirektionalen Datei- und Record-Zugriff mit automatischer Übersetzung der jeweiligen Dateiformate, Eine Reihe der gebräuchlichsten Kommandos aus DECs Digital Command Language (DCL) werden erkannt und ausgeführt, um DEC-Usern eine vertraute Arbeitsumgebung zu bieten. Die Bürokommunikationssysteme All-in-One (DEC) und Profs (IBM) erhalten mit dem Produkt erstmals eine Verbindung untereinander.

Das Programm NAS-Compute erschließt die Leistungsfähigkeit des Mainframe für Fortran-Software, die ursprünglich für DEC-Maschinen geschrieben wurde. Dabei emuliert NAS-Compute das DEC-Betriebssystem VMS auf dem IBM-kompatiblen Mainframe. Es würden "alle wesentlichen" Fortran-Versionen unterstützt, erklärte ein NAS-Sprecher auf Anfrage. Der Performance-Gewinn gegenüber einem Programmlauf auf einer großen VAX liege je nach verwendetem NAS-Rechner beim Zweibis Achtfachen.

Mit den Neuentwicklungen wendet sich das Unternehmen in erster Linie an Großunternehmen mit starker technischer Orientierung, etwa in der Automobilindustrie. Unternehmen mit einer solchen oder ähnlichen internen DV-Struktur stehen nach den Ausführungen eines NAS-Managers häufig vor dem Problem, im technischen Bereich hauptsächlich mit DEC und im kaufmännischen Sektor mit IBM zu arbeiten, wobei diese Rechnerwelten praktisch nicht miteinander kommunizieren könnten. Für die fernere Zukunft sieht NAS allerdings die Verbindung von Unix und OSI als die sich anbahnende Lösung derartiger Austauschprobleme. Aus diesem Grund handle es sich bei dem vorgestellten Paket, so räumte ein NAS-Sprecher ein, vermutlich um ein Übergangsprodukt.

NAS-Net und NAS-Link sollen ab dem zweiten Quartal des kommenden Jahres an die Anwender ausgeliefert werden. Der Preis für beide zusammen beträgt 84 000 britische Pfund. Ein Vierteljahr später soll sich NAS-Compute zum Preis von 40 000 Pfund dazugesellen.