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18.11.1988 - 

PCM-Branche erwartet baldige Marktbereinigung, aber:

NAS und Comparex streiten Ehepläne ab

MÜNCHEN (CW) - Mit Dementis, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten, reagierten die Führungsspitzen der Mainframe-Anbieter Comparex, Mannheim, und National Advanced Systems (NAS), Frankfurt, auf Gerüchte über ein europaweites Zusammengehen. Auch der Peripherie-Multi Memorex-Telex wird als möglicher NAS-Partner diskutiert.

Das als ausgesprochen seriös geltende "Wall Street Journal" hatte am 31. Oktober mit einer spekulativen Story den Stein ins Rollen gebracht. Seitdem ist der angeblich bevorstehende Verkauf von NAS durch die Muttergesellschaft National Semiconductor (Natsemi) Thema Nummer eins in der PCM-Szene.

Ein Kölner Branchendienst spekulierte über eine sogenannte "Italian Connection": Comparex sei nur am europäischen Teil der NAS interessiert; Olivetti, neben den Mannheimern und der Natsemi-Tochter der dritte Vertreiber von Hitachi-Hardware, wolle die 33prozentige Siemens-Beteiligung an dem BASF-Ableger Comparex erwerben.

NAS reagierte mit der Gegendarstellung, es bestehe "keinerlei Absicht, die NAS Europa an Comparex zu verkaufen". Die Formulierung des Dementis ließ offen, ob damit ein Verkauf der gesamten NAS an einen anderen Konzern ausgeschlossen werden sollte. Auch Comparex-Chef Rolf Brillinger stritt nicht gerade-heraus ab, über einen Kauf von Teilen der NAS verhandelt zu haben; er ließ über einen Sprecher lediglich verlauten, er habe "Natsemi während der letzten Monate keinen Besuch abgestattet". Anderen Äußerungen aus dem Hause Comparex ist ferner zu entnehmen, daß das europäische PCM-Unternehmen keine Ambitionen hegt, ins schwierige Amerikageschäft einzusteigen - was nicht heißt, daß man nicht in den sauren Apfel beißen will.

Laut "Wall Street Journal" war das Natsemi-Management bei der Jahreshauptversammlung nicht näher auf NAS eingegangen und hatte statt dessen die positive Entwicklung im Halbleitergeschäft in den Mittelpunkt gestellt. New Yorker Analysten seien der Ansicht, dies sei ein deutlicher Hinweis auf Verkaufsabsichten. Der Preis, den die Tochter einbringen müsse, werde auf 250 bis 400 Millionen Dollar veranschlagt. Diese Summe ist - gemessen an den Volumina amerikanischer Fusionen - nicht so hoch, als daß nicht ein mittlerer DV-Anbieter sich das Paket einverleiben könnte.

Als möglicher Interessent wird die Memorex-Telex-Gruppe gehandelt, der zu einem PCM-Vollsortiment nur noch die CPUs fehlen würden. Angelsächsische Kommentatoren brachten gar eine Übernahme der Vertriebsaktivitäten durch den Gerätehersteller selbst, die Hitachi Corp., ins Gespräch. Dafür spreche, daß der japanische Konzern Softwarezentren in den USA und Großbritannien eingerichtet habe (siehe auch Schwerpunkt, Seite 34, und Kolumne, Seite 9).