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10.04.1981 - 

Frank: Sie werden in allen Bereichen der Technologie noch einiges von uns hören:

National bietet Neues bei Chips und PCM-Kits

HANNOVER (je) - "Jetzt sind wir nicht nur IBM-, sondern auch DEC-kompatibel", kommentierte Dieter Frank, Geschäftsführer von National Advanced Systems (NAS) Deutschland GmbH, augenzwinkernd die Novitäten-Parade, die NAS gemeinsam mit der Muttergesellschaft National Semiconductor anläßlich der Hannover-Messe abzog. Mutter und Tochter präsentierten neue Zusatzspeicher und Mikrocode-Unterstützung (auch für bereits bestehende AS/7000- Installationen) sowie eine Peripherie-Steuereinheit und eine RAM-Speichereinheit als DEC-kompatible Platinen.

Die von NAS in Eigenfertigung produzierten Halbleiter-Zusatzspeicher sind für die IBM-Modelle 370-158, -168, 3031, 3033N und 3033U gedacht. Frank unterstrich ihre hohe Betriebssicherheit und ihr günstiges Preis Leistungsverhältnis. Er gab mehr als 50 Prozent als erzielbare Einsparungsquote an, verglichen mit entsprechenden IBM-Speichererweiterungen.

Frank erläuterte: "Durch die IBM-Ankündigungen der letzten Monate sowie durch die Preissenkungen der IBM Im Bereich der Speicher ist die Speichernachfrage im Markt gestiegen. NAS operiert mit kurzen Lieferzeiten und kommt dadurch Kundenwünschen entgegen. NAS kann auf Referenzinstallationen verweisen, bei denen Speicher aus der eigenen Fabrikation seit langer Zeit in Betrieb sind Befürchtungen, daß das ´Mixen im Speicherbereich Probleme mit sich bringt´ sind offensichtlich unbegründet."

Mikrocode-orientierte Bauweise

Selbstbewußtsein wurde erkennbar, als Frank auf NAS Position als Lieferant mit der größten PCM-Kundenbasis in der Bundesrepublik hinwies (43 Großrechner) und die lükkenlose Produktpalette von der 4341-Alternative bis hinauf zur AS/9000 DPC - jenseits der 3081 - preis. So wurde denn auch die Ankündigung von MVS/SP Assist Mikrocode für Frank ein Beweis der innovativer Stärke seines Hauses.

MVS/SP Assist Mikrocode soll die Performance von Rechnern der Serie AS/7000 - Konkurrenz zu den IBM-Modellen 3033U, N und S - erhöhen. Nach Franks Darstellung steigert das neue Produkt die Leistung der NAS-Rechner unter MVS/SP Release 3 in etwa dem gleichen Maße, wie dies auf IBM-Anlagen durch Einsatz der entsprechenden Mikrocode-Features möglich ist.

Frank unterstrich die Mikrocodeorientierte Bauweise der NAS-Rechner und die daraus erwachsende relative Leichtigkeit, Neuentwicklungen der IBM auf dem Gebiet der Betriebssysteme zu folgen. Dies gelte auch für diejenigen AS/7000- Anwender, die ihre Anlagen jetzt noch ohne die Assistfunktion betrieben. So, faßte Frank zusammen, sehe hundertprozentige Kompatibilität aus.

Frank: "Der von IBM aufgelegte MVS-Mikrocode erweist sich nicht als Todesstoß, sondern mit seinen zehn bis 15 Prozent Leistungssteigerung geradezu als Lebenselixier für die Mikrocode-fähige Konkurrenz. "Sie werden", wandte sich Frank abschließend an die in Hannover versammelten Presseleute", in allen Bereichen der Technologie noch einiges von uns hören."

50 Prozent des NAS-Gesamtgewinns kommen aus Europa, und der größte und wettbewerbsintensivste Markt auf dem alten Kontinent ist Deutschland. Dies teilte Doug Cornwall, President der NAS Europe Corporation, mit und fügte hinzu, daß (zahlenmäßig) 80 Prozent der in Europa installierten NAS-Maschinen Produkte von National Semiconductor (NSC) seien und die restlichen 20 Prozent von Hitachi stammten.

An betrieblichen Zahlen wurde ferner bekannt:

- Der NSC-Umsatz stieg in den zurückliegenden drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres um 28,9 Prozent, der Gewinn um 13,3 Prozent.

- 250 der 400 NAS-Beschäftigten in Europa arbeiten im Hardware-/Software-Support profitabel, wie Cornwall anmerkte.

- NAS erwartet bei CPUs mit einer Leistung von ein Mips an aufwärts eine jährliche Installationszuwachsrate von über 30 Prozent (Gesamtmarkt).

Cornwall kündigte an, NAS werde in den nächsten zwölf Monaten mehrere neue Maschinen "announcen". Als "brandnew concept in I/O- control" stellte Thomas S. Knight III, Direktor der Speichersystemgruppe bei NSC, die Steuereinheit "Hexacon" und die RAM-Speichereinheit "Nuram" vor, die gleichzeitig eine Erweiterung des Angebots an Speichern für DEC-Systeme darstellten.

Nach Angaben von Knight plant National, eine komplette Produktlinie DEC-kompatibler Platinen anzubieten, beispielsweise Zusatzspeichel, Peripherie-Controller, Hauptspeicher sowie Datenübertragungs-Steuereinheiten.

Knight: "Wir erweitern die Produktlinie nicht, um nur mehr anbieten zu können; wir wollen damit nicht beweisen. daß wir das auch können, sondern wir beabsichtigen, mit diesen Produkten technologische Innovation auf den DEC-Markt zu bringen." Hexacon - so die Beschreibung durch NSC - ist der erste DEC-"Unibus"-Controller auf einer Platine, der in der Lage ist, gleichzeitig drei Peripherie-Einheiten zu steuern, Plattenlaufwerke mit SMD-lnterface, 1/2-Zoll-Bandspeicher mit Pertec-Interface sowie die RAM-Speichereinheit Nuram von National. Die Steuereinheit bietet DEC-Software-Kompatibilität durch Emulation von DEC-E/A-Subsystemen .

Die Steuereinheit basiert auf einer neuen Mikro-Architektur und wird als "Transfer-Processing-Unit" oder XPU bezeichnet. Die XPU ist keine Einheit, die Instruktionen verarbeitet, sondern dient der schnellen Datenübertragung .

Die XPU erreicht eine Übertragungsrate von zwei MB pro Sekunde. Gleichzeitiges Ansteuern von mehreren Einheiten ist, wie es heißt, ohne Leistungsverlust genauso möglich wie Ansteuerung von separaten Controllern Daher weist die XPU noch einen RAM-Datenpuffer mit 4 KB auf.

Der 40-Bit-lnstruktionssatz der XPU (zusammen mit Bit-Slice-Elementen) wurde für die gleichzeitige Steuerung mehrerer Hochgeschwindigkeits-Peripherie-Einheiten ausgelegt.

"Die XPU weist eine Leistungsfähigkeit auf, die von Hexacon gar nicht ausgenutzt wird", meint Knight. "Unser Entwicklungsziel war es jedoch, auch den Ansprüchen zukünftiger Winchester-Disks gerecht zu werden sowie denen anderer Peripherie-Einheiten, die für komplette E/A-Subsysteme erforderlich sind."

Die erste verfügbare Konfiguration von Hexacon steuert folgende Peripheriegeräte, die an ein Unibus-System angeschlossen sind.

- Bis zu vier CDC-9762-Platten, wobei das 67-MB-Plattensystem RM02 von DEC emuliert wird.

- Bis zu vier 1/2-Zoll-Magnetbandlaufwerken Cipher Mikrosteamer, wobei die TM11/TU10-Band-Einheiten von DEC emuliert werden.

- Bis zu acht MB Nuram, wobei das Plattenspeichersystem RS04 von DEC emuliert wird. (Nuram, gleichzeitig vorgestellt, ist ein Speichersystem hoher Geschwindigkeit mit internen Fehlerdiagnose- und Selbstkorrektur-Eigenschaften.)

Bei der Benutzung von Hexacon kann ein Unibus-System mittels fünf Backplane-Slots konfiguriert werden: Zwei für die CPU, einer für den 1/4-MB-Speicher NS11L von National, einer für Hexacon und zwei für langsame E/A- Interfaces. Hexacon - so NAS - reduziert die Systemkosten für OEM-Kunden sowie den Aufwand für Ersatzteil-Bereitstellung und verbessert die Gesamtzuverlässigkeit des Systems, weil die Anzahl der Einzelteile reduziert ist.

Nuram bietet zwei bis acht MB Speicher als Einschubeinheit wobei das Plattenspeicher-System RS04 von DEC emuliert wird. Nuram wird von Hexacon unter Unibus gesteuert. Mit 16 Ersatz-RAMs pro Megabyte können fehlerhafte RAMs sofort ersetzt werden, was eine hohe Zuverlässigkeit und Datensicherheit bietet meinte Knight.

Nuram, erklärte er, bietet eine Zunahme im Durchsatz von Unibus-Systemen bei günstigem Preis. Dies werde erreicht durch die Intelligenz von Hexacon zusammen mit einem Datenzugriffsschema, das die Benutzung der RAMs als Zusatzspeicher optimiere .

Alle Daten-Schreiboperationen werden noch einmal zurückgelesen, um durch automatischen Vergleich die Richtigkeit zu überprüfen.

"Service Required"- Anzeige

Außerdem werde eine Korrektur von Soft Errors vorgenommen (mittels ECC), um die Daten richtig zu lesen und RAM-Ersatz bei fehlerhaften Schreibvorgängen vorgenommen. Die Fehler - so Knight - werden der RS04-Einheit als CRC-Signal gemeldet. Sobald die Zahl der Ersatz-RAMs auf dem Speicherboard (1/2 MB) bis auf drei reduziert sei, beginne eine gelbe Anzeige "Service Required" zu leuchten, die anzeige, daß eine Ersatzplatine eingesetzt werden soll.

Knight weiter: "Falls alle Ersatz-RAMs auf der Speicherkarte belegt sind, zeigt ein rotes Licht an, daß das System arbeitet, ohne daß die Ersatzfunktion weiterarbeitet. Dann wird die Zuverlässigkeit des Systems auf die eines normalen RAM-Speichersystems reduziert. Alle integrierten Schaltungen durchlaufen einen Test, darunter einen 72stündigen dynamischen Einbrennvorgang bei 70 Grad Celsius."

Nuram läßt sich in 19-Zoll-Einschüber in einem 12 1/2-Zoll-Chassis montieren. Der Anschluß an Hexacon erfolgt über einen 26poligen Flachbandstecker. Hexacon und Nuram wurden in eineinhalb Jahren entwickelt Prototypen für beide sind Mitte 1981 verfügbar. Weitere Systeme sind geplant und sollen in den nächsten Monaten vorgestellt werden.