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20.03.1987

Naturamed hat sich auf medizinische Informationen spezialisiert Datenbanken dringen via Btx in Praxen vor

STUTTGART (sch) - Auf dem Vormarsch im Rahmen von Bildschirmtext - Angeboten sind derzeit medizinische Informationen. In Kooperation mit der Btx - Südwest - Datenbank aus Stuttgart und der Siemens AG in München präsentierte das Naturamed Institut H.M. jetzt erstmalig der Öffentlichkeit eine breite Palette von Medizin - Programmen. Bei dieser Gelegenheit wurden auch mehrere andere neue Arzneimittel - Datenbanken vorgestellt.

Das in siebenjähriger Vorbereitungsphase entwickelte Naturamed - Informationssystem ist in insgesamt 15 Segmente unterteilt und soll sowohl Ärzten, dem Gesundheitswesen und dem Staat als auch der Öffentlichkeit sowie dem Patienten zugute kommen. In die neuen Programme flossen in erster Linie die Erkenntnisse der Wissenschaft und Pharmaindustrie ein. Die Naturamed - Angebote umfassen den Bereich der Notfallmedizin ebenso wie biologische Therapiemöglichkeiten. Der Anwender kann aber auch Informationen des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit abrufen. Dadurch können Mediziner beispielsweise über Rückrufe, Verordnungen, wichtige Bekanntmachungen der Pharmaindustrie oder amtliche Informationen der Ministerien und Behörden Kenntnis erhalten.

Mail - Box - Funktionen für Bestellungen

Unter den allgemeinen Medizin - Programmen muß zunächst das allopathische Medikamenten - Programm genannt werden, im Rahmen dessen die Pharmaindustrie ihre Produkte Ärzten, Apothekern, Heilpraktikern, Sanatorien und Kliniken in geschlossenen Benutzergruppen (GBG) zur Verfügung stellt. Das Programm läßt die Selektion nach Medikamentennamen, Herstellerindikationen und Darreichungsform zu. Darüber hinaus wird der Nutzer auf Wirkungen, Gegenwirkungen, Wechselwirkungen und Interaktionsmöglichkeiten laut Angaben des Herstellers hingewiesen. Zu der weiteren GBG -Software gehören ein Labor - Programm, ein Lexikon der medizinischen Fach - Nomenklatur, ein Programm über Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine sowie Ernährungsanleitungen. Die drei letztgenannten Informationsmöglichkeiten sind öffentlich. Im Bereich Notfall - Medizin gibt Naturamed im Btx - Dialog Auskunft über Therapie, Medikamente, Giftlisten, Vergiftungszentralen, Spezialkliniken für Notfälle, Plasmadepots und Sera, Rettungsleitstellen, Notdienste und Erste - Hilfe - Maßnahmen. Das Therapie -Programm zum Beispiel zeigt nach feststehenden Grundsätzen der Notfalltherapie die Vorgehensweise zur Erhaltung der Vitalfunktionen in chronologischer Reihenfolge auf. Soweit möglich, sind Interaktionen durch Behandlungsmaßnahmen, Verschlimmerung und Vorsichtsmaßnahmen aufgezeigt. Insgesamt sind 130 Notfallsituationen dargestellt.

Große Aufmerksamkeit hat das Naturamed - Institut auch der Naturheilkunde gewidmet. In zehn Programmen sind unter anderem homöopathische Medikamente, Physiotherapien, Teesorten, Sauerstoff - Therapien sowie homöopathisch - biologische Verfahren in der Kinderheilkunde und der Tiermedizin erfaßt. Weitere Programme schließlich listen Spezialadressen, Veranstaltungen, Fachliteratur, Spezialkliniken sowie Ärzte - und Heilpraktikeradressen auf. Die Programme sind jeweils so aufgebaut, daß im Anhang zur Zielinformation wissenschaftliche Informationen wie Kasuistik, Studien,

Wirksamkeitsnachweise, Versuchsergebnisse, veröffentlichte Untersuchungsergebnisse oder auch nähere Beschreibungen von Medikamenten angeboten werden. Analog zur Pharmaindustrie können auch Anbieter von Medizintechnik oder Ärztebedarf Ergänzungen anbringen.

Neben dem Btx - Angebot steht auch eine Mailbox - Funktion zur Verfügung, über die Bestellungen und Anfragen abgewickelt werden können, sich aber auch Mitteilungen beispielsweise an Kollegen oder die Pharmaindustrie expedieren lassen. Besonders geeignet ist die Mailbox laut Naturamed für Fälle, wo neu auf den Markt gekommene Arzneimittel auf schnellstem Wege bekanntgegeben werden sollen.

Für den Anbieter liegen detaillierte Preise vor, die in Abhängigkeit von Seitenumfang, Erfassungs -, Änderungsaufwand und den monatlichen Speicherkosten variieren. Im Durchschnitt werden drei Btx - Masken für die Produktinformation eines Präparates benötigt, wobei die einmaligen Erfassungskosten pro Medikament bei 112,50 Mark pro Monat und die monatlichen Speicherkosten pro Medikament bei 4,65 Mark liegen.

Für den Nutzer ergibt sich eine einmalige Aufnahmegebühr in die GBG Naturamed von 75 Mark und Programmgebühren je nach Rechnerleistung von monatlich 35 Mark beziehungsweise fünf Mark. Die technische Abwicklung erfolgt durch die Btx - Südwest -Datenbank GmbH. Als Tochter der Rechenzentrum Südwest Datenverarbeitung stehen der Btx Südwest zwei IBM - Rechner 30844Q und 3090 - 200 unter dem Betriebssystem MVS / XA zur Verfügung. Als externe Rechnersoftware wird das IBM - Produkt VCSIP eingesetzt. Das System ist täglich rund um die Uhr betriebsbereit.

Wer sich in der "Szene" umschaut wird feststellen, daß über das Naturamed -Angebot hinaus sich auf dem Sektor Btx - Medizin - Datenbanken viel tut. So erhalten die beiden im vergangenen Jahr von der Apothekergenossenschaft und der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände eröffneten Arzneimittel - Datenbanken Scholz - Medis -Arzneimittel - lnformations - System und ABDA regen Zuwachs. So kommen bei der ABDA monatlich rund 80 Teilnehmer hinzu, was einer Verdoppelung gegenüber August 1986 entspricht. Zur Zeit gibt es 645 Nutzer. Die EGWA - Datenbank, die mit einem Grundstock von 200 Apothekern und 100 Ärzten angefangen hat und vom Thieme - Verlag betrieben wird, verzeichnet jeden Tag ein Plus von ein bis drei Teilnehmern. Neu ist das DB - Projekt Diagnosis, mit dem ebenfalls der Thieme - Verlag seine Bildschirmtext - Aktivitäten ab dem Frühjahr 1987 ausweiten möchte. Über den externen Rechner DIMDI in Köln soll ein Programm zur Diagnose - Unterstützung bereitstehen, für das bereits in der Startphase zwischen 800 und 1000 Dokumente aus der medizinischen Fachliteratur aufbereitet und gespeichert werden sollen. Außerdem will der Thieme - Verlag auch den Zugang zum Scholz - Medis - Arzneimittel - Informationssystem der EGWA öffnen. Durch die Auslagerung seiner Informationsleistungen in externe Rechner kann Thieme sein bislang rund 600 Seiten umfassendes Programmangebot in der Btx - Zentrale der Deutschen Bundespost in Zukunft deutlich senken.

In Bälde ihre Premiere feiern wird ebenfalls die Medica - Dialog - Arznei - Info. Für dieses Datenbankprojekt, dem sich die Tochtergesellschaft Medica - Dialog des Koblenzer Mittelrhein - Verlages angenommen hat, sind 16 verschiedene Anwendungen vorgesehen. Darunter fallen unter anderem Auskunftsdateien über Nebenwirkungen von Fertigarzneimitteln und Arzneistoffen sowie über pharmakologische Daten von Arzneistoffen sowie deren Dosierung. Geplant sind auch Programme zur Bestimmung von Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten oder zwischen der Nahrung und Arzneimitteln.

Unter dem Namen "Dental -Tele - Dienst" hat der Quintessenz - Verlag schließlich ein Btx - Datenbankprojekt für zahnmedizinische Fachbenutzer in Angriff genommen. Diese DB soll ebenfalls in den nächsten Wochen an den Start gehen. 39 Unternehmen der Dental- Industrie und des Dental - Fachhandels, darunter die Hoechst AG und Siemens Dental, werden hier neben Dispositionsmöglichkeiten unter anderem eine aktuelle Übersicht über Praxis - Labor - Materialien und Einrichtungen sowie über Fachliteratur und Tagungen bieten.