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25.05.2001 - 

Produktbereinigung nach der Fusion

Navision plant ohne Damgaard XAL

KOPENHAGEN (rg) - Auf der ersten World Conference nach dem Merger mit Damgaard beruhigten die Navision-Verantwortlichen ihre Partner. Zentrale Botschaften: An dem ausschließlichen Verkauf über indirekte Kanäle will Navision nichts ändern. Die Produktlinien "Axapta" und "Navision Solutions" werden weiterentwickelt, "Damgaard XAL" wird nur noch gepflegt.

Über einen Zeitraum von 17 Jahren waren die beiden dänischen Softwarehersteller Navision und Damgaard erbitterte Konkurrenten. Die Navision World Conference war nun die erste Großveranstaltung nach dem Merger der beiden Unternehmen im vergangenen November. Über 1200 Partnerfirmen nahmen die Gelegenheit wahr, sich über den weiteren Kurs des mittlerweile von Navision-Damgaard in Navision umgetauften ERP-Herstellers zu informieren.

Die beiden Chief Executive Officers (CEOs) Preben Damgaard und Jesper Balser erklärten die zurückliegende Rivalität für beendet und wollen das Unternehmen auch künftig als Doppelspitze leiten. Durch die Fusion verfügt Navision nun über mehr als 121 000 Kunden und 2000 Partner. Für Letztere gaben beide Unternehmenssprecher Entwarnung: Bis auf weiteres sollen die bestehenden drei Produktlinien fortgeführt werden. Dies sei ohnehin sinnvoll, weil man so den mittelständischen Markt am besten bedienen könne (siehe CW 49/00, Seite 23).

Der Verkauf der Navision-Lösungen läuft auch künftig ausschließlich über die Partner. Man wolle diese aber nicht drängen, alle oder mehrere Produktlinien zu betreuen. Dies sei auch in den wenigsten Fällen sinnvoll, da die Produkte Unternehmen unterschiedlicher Größe adressierten und die Partner zudem meist auf Branchen spezialisiert seien.

Als "strategisch" bezeichneten Damgaard und Balser die Axapta-Produktreihe sowie "Navision Financials", das vor kurzem in Navision Solutions umbenannt worden war und in absehbarer Zeit nochmals einen neuen Namen bekommen soll. Um diese Lösungen weiter voranzubringen, plant das Unternehmen, seine Marketing-Bemühungen massiv auszubauen. "Damgaard XAL" (zuvor "Concord XAL") soll gepflegt werden, größere Investitionen in die Weiterentwicklung sind hier jedoch nicht zu erwarten.

Die erhofften Kosteneinsparungen von 37 Millionen Mark durch die Fusion will Navision nicht nur in der Verwaltung erzielen. Auch bei der technischen Weiterentwicklung von Navision Solutions und Axapta möchte das Unternehmen von Synergieeffekten profitieren. Laut Deutschland-Geschäftsführer Lars Damsgaard Andersen werden beide Produktreihen noch mindestens drei Jahre getrennt weitergeführt: "Über diesen Zeitraum hinaus zu spekulieren wäre unseriös. Danach ist eine schrittweise Zusammenführung zumindest eine strategische Option." Auch die beiden CEOs wollten eine langfristige Verschmelzung nicht ausschließen.

Zur wenig erfolgreichen Kooperation mit Siebel im CRM-Bereich befragt, gaben Damgaard und Balser zu bedenken, dass für rund 90 Prozent ihrer Kunden die in den ERP-Paketen enthaltenen CRM-Funktionen ausreichend seien. Außerdem werde der Einsatz von Siebels "Midmarket-Edition" bei Anwendern mit zusätzlichen Ansprüchen zunehmen, wenn der von Navision entwickelte Adapter verfügbar sei. In Deutschland gibt es bislang keine gemeinsame Installation.