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05.11.2004

Navy-Vertrag setzt EDS weiter zu

Der IT-Dienstleister verschiebt erneut die Veröffentlichung seiner Zahlen.

Als Grund führte der texanische IT-Dienstleister wie schon früher die geplanten Abschreibungen auf den mit insgesamt 8,8 Milliarden Dollar dotierten IT-Servicevertrag mit der Navy an. Das Unternehmen und die Buchprüfer von KPMG hätten den genauen Zeitpunkt sowie die Höhe der erforderlichen Wertberichtigungen noch nicht abschließend bestimmt, so EDS.

Unabhängig davon sorgt nun allerdings noch ein weiterer Zwischenfall für Verzögerungen: Wie der Outsourcing-Riese bekannt gab, beschäftigt sich das interne Audit-Komitee auf Anregung von KPMG seit Ende Oktober mit den Rückstellungen für später anstehende vierteljährliche Bonuszahlungen. Davon betroffen ist nicht nur das aktuelle Berichtsquartal, sondern die Jahre 2003 und 2004 insgesamt.

Als Konsequenz könnte das Unternehmen gezwungen sein, die Quartalsberichte für das vergangene Jahr zu korrigieren, warnte EDS. Auswirkungen auf das Jahresergebnis 2003 seien jedoch nicht zu erwarten, da lediglich der Zeitpunkt der Rückstellungen zur Diskussion stehe.

Einen genauen Termin für die Vorlage des ausstehenden Quartalsberichts nannte das Unternehmen nicht. EDS ist nach Einschätzungen des Managements jedoch voraussichtlich nicht in der Lage, die von der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC gesetzte Frist bis zum 9. November einzuhalten. So könne KPMG die Zahlen erst dann testieren, wenn das interne Audit-Komitee seine Arbeit abgeschlossen habe. Das Unternehmen kündigte daher an, es werde entweder die Ergebnisse der Untersuchung im Quartalsbericht nicht berücksichtigen, oder - falls bis zum 15. November Ergebnisse vorliegen - bei der SEC einen Aufschub beantragen.

Insgesamt sei man zuversichtlich, dass die Bilanzprobleme schnellstens aus der Welt geschafft werden könnten, ohne den Geschäftsbetrieb zu stören, so EDS. Die deutlichen Verbesserungen und Fortschritte der vergangenen anderthalb Jahre würden davon in keiner Weise beeinträchtigt, erklärte ein Konzernsprecher. Für das abgelaufene dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Gewinn am oberen Ende der angepeilten Spanne von fünf bis zehn Cent je Aktie, die im Zusammenhang mit dem Navy-Deal vorgenommenen Wertberichtigungen nicht berücksichtigt. Der Umsatz soll zwischen 4,9 und fünf Milliarden Dollar betragen.

Der zweitgrößte IT-Dienstleister nach IBM hatte bereits Ende Oktober die Veröffentlichung der Quartalszahlen wegen Abschreibungen auf den Navy-Auftrag um eine Woche verschoben. Der 8,8 Milliarden Dollar schwere Vertrag wurde im Jahr 2000 vereinbart und umfasst die Erneuerung und den Betrieb der Kommunikationsinfrastruktur für etwa 360000 Mitarbeiter an weltweit rund 4000 Stützpunkten. Im Juni 2004 räumte das Management ein, dass das Projekt EDS insgesamt einen operativen Verlust von zwei Milliarden Dollar beschert hat. (mb)