Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.05.1989 - 

Erster Erfolg für Beschwerdeführer Pacificorp im Streit um Vergabepraktiken bei der US-Marine:

Navy zieht IBM-fixierte Ausschreibung zurück

WASHINGTON (IDG) - Die erste kleine Schlacht im Kampf gegen militärische Ausschreibungen, die IBM auf den Leib geschneidert sind, hat die US-Navy verloren. Unter öffentlichem Druck erklärte sich die amerikanische Marine bereit, das Projekt im Wert von 12 bis 14 Millionen Dollar zu stornieren (siehe CW Nr. 19 vom 5. Mai 1989, Seite 6).

Diesen Teilerfolg auf dem Weg zur Herstellerneutralität bei der Beschaffung militärischer DV-Anlagen kann sich die Pacificorp Capital Inc. aus Reston im US-Bundesstaat Virginia auf die Fahnen schreiben. Das Unternehmen, eine auf Mixed-Hardware-Systeme spezialisierte Tochter der Pacificorp-Bankgesellschaft, hatte Politiker in der Bundeshauptstadt eingeschaltet, nachdem andere Formen des Protests gegen die Begünstigung des Armonker DV-Giganten nichts gefruchtet hatten.

Im Mittelpunkt des Streits stand eine Vorgabe der beschaffenden Einrichtung (der kalifornischen Navy Postgraduate School), derzufolge die IBM-Diskdrives des Typs 3380-BK4 "gebündelt" mit den Magnetband-Cartridge-Subsystemen dieses Herstellers (3480) hätten geliefert werden müssen. Doch Pacificorp wollte das Geschäft mit preiswerteren kompatiblen Geräten für sich gewinnen.

Die Munition gegen die "IBM-minded people" in der militärischen Datenverarbeitung kam ausgerechnet aus einem Büro der Navy. Durch ein "Versehen", wie es heißt, rutschte unter die Unterlagen, die an die Anwälte der Pacificorp gefaxt wurden, ein internes Memo. Darin hatte der Navy-Justitiar seine Überzeugung protokolliert, man werde im Rechtsstreit wohl unterliegen - mit dem bemerkenswerten Kommentar, die Spezifikationen der Ausschreibung zeigten "Schlagseite oder zumindest Mangel an funktionierendem Verstand."

Bei künftigen Beschaffungen wird es die amerikanische Marine schwerer haben, einzelne Hersteller zu begünstigen. Nun wacht nämlich ein aufgrund der wiederholten Klagen seitens der DV-Konkurrenten geschaffenes (allerdings Marine-internes) Gremium darüber, ob fairer Wettbewerb gewährleistet ist. An der Spitze dieser Jury sitzen zwei Konteradmirale: "Wettbewerbs-Generalanwalt" William Hauenstein und - als DV-Fachmann - sein Kollege Paul Tobin. Letzterer kennt Big Blue recht intim-. Er ist Direktor für "Information Resources Management" der Navy.