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NCC-Impressionen

15.05.1981

Noch immer ist die National Computer Conference (NCC), jährliches Festival der nordamerikanischen Computer-Gemeinde, eine halbwegs ergiebige Neuheiten-Fundgrube auch für Besucher aus der bundesdeutschen DV-Szene. Mit Szene ist dabei nicht die Anwenderschaft gemeint, sondern "die Industrie", aufgefasert: Marketing-Leute sowie System-Designer und Entwickler von deutschen Hardware-Herstellern, Softwarehäusern und Beratungsfirmen.

Diese waren denn auch zahlreich unter den ausländischen Gästen des NCC-Wanderzirkus vertreten, der heuer für eine Woche im "windigen" Chicago seine Zelte aufgeschlagen hatte (siehe auch Seite 1).

Die stärkste Fraktion bei den "internationalen" bildeten freilich die Japaner, die wie stets kräftig auf den Kamera-Auslöser drückten.

Was die Söhne Nippons so neugierig machte? Keine andere Computermesse auf der Welt schon gar nicht CeBIT in Hannover, obwohl besser organisiert - zeigt so eindrucksvoll wie die NCC die Vielfalt der Erzeugnisse auf dem weltweiten Datenverarbeitungsmarkt.

Doch präsentierte sich die Lieblingsshow der "American Federation of Information Processing Societies" (Afips) noch vor einem Jahr im kalifornischen Anaheim mit allerlei Schnickschnack und Firlefanz als gelobtes Computerland für Bit-Fummler und Mini-/Mikro-Freaks, so war die Chicagoer NCC mehr eine Verkaufsmesse, "business-like", wie die CW-Schwesterpublikation COMPUTERWORLD schreibt und beinahe lyrisch hinzufügt: "Suits replace sandals" (frei übersetzt: "Blauer Zwirn verdrängt Sandalen").

Noch wirkte das Ganze eher wie ein gigantisches Kaufhaus, gefüllt mit Hardware-Boxen, die man nahezu alle schon irgendwo einmal gesehen hatte.

Wer die Ohren aufstellte, konnte allerdings einiges über ungelegte Eier aufschnappen. So wurde erneut das Gerücht kolportiert, IBM werde in Kürze mit einem Floppy-orientierten Kleinrechner japanischer Provenienz ins Personal Computer-Geschäft einsteigen. Zu aufmüpfig, so NCC-Beobachter, seien die "großen Drei" der Mikrocomputerei, Apple, Commodore und Tandy, mittlerweile geworden, so daß sich der Mainframe-Riese den Mundraub nicht mehr länger gefallen lassen könne.

Immerhin läßt sich im Personal Computer-Markt bereits von einem Massengeschäft sprechen, hat die "A. C. T.-Combo" - allerdings untereinander inkompatible - Standards gesetzt, die das Verkaufen leichter machen: Man muß, siehe IBM, weder in der Technik führend sein, noch jeweils das beste Produkt haben. Auf den Service kommt es an - und auf das Image.

Zurück zum Kaffeesatzlesen: Ganz allgemein, so das NCC-Fazit, geht der Trend in Richtung maßkonfektionierte Systeme, die jeweils auf ganz bestimmte Funktionen zugeschnitten sind. Beispiele: Die Datenbankmaschine; der CAD/CAM-Rechner. Mit anderen Worten: Der Computer wird immer mehr zur Black-box.

"Einfache" Programmiersprachen sollen helfen, den Computer auch für Schimpansen bedienbar zu machen. Das hört sich alles sehr gut an. Nun haben aber bekanntlich die meisten Programmiersprachen ihren Ursprung in DV-Vorzeiten und können deshalb nicht berücksichtigen, daß die reale Welt oftmals nur in einem interaktiven System abgebildet werden kann. In diesem Punkte brachte die NCC nicht viel weiter. Die Hersteller werden sich gleichwohl sagen: Hauptsache, wir verkaufen.