Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.06.1987 - 

Neues Management und neuer Name sollen Messe wiederbeleben:

NCC war nur noch Kulisse fürs IBM-Theater

CHICAGO (CWN) - Einst galt sie als die führende Computermesse der USA. In diesem Jahr war die National Computer Conference (NCC) nur noch ein Schatten ihrer selbst. Der Veranstalter mußte sogar sein Verwaltungsgebäude verkaufen, um die Kosten für die Rest-Messe zu decken. Nun kam das Aus. 1988 soll eine Ersatzveranstaltung an alte Erfolge anknüpfen.

Wie sich schon in den Wochen vor der NCC abgezeichnet hatte (vgl. CW Nr. 24 vom 12. Juni 1987, S. 81), entwickelte sich die Chicagoer DV-Fachmesse zu einem finanziellen Fiasko für die veranstaltende American Federation of Information Processing Societies (Afips). Das fast vollständige Desinteresse von Anwendern und Industrie dokumentierte sich im Absacken der Besucherzahl auf gut 12 000, in den besten Zeiten weren fast 100 000 Gäste zur NCC erschienen. Aussteller wie DEC, Unisys, NCR oder AT&T sparten sich heuer das Geld für einen Stand in dem auf unter 4000 Quadratmeter geschrumpften Areal. Im April - ein Debakel war anhand der niedrigen Zahl von Anmeldungen bereits vorhersehbar - mußten die Afips-Verantwortlichen ihr Verwaltungsgebäude verkaufen, um wieder liquide zu werden.

Als die Messe dann anlief stellten die Besucher, die zum Teil erwartungsvoll aus dem Ausland angereist waren, enttäuscht fest, daß sie "nach drei Stunden alles gesehen hatten". So hatte wenigstens Big Blue keine Probleme, Zuschauer für das "IBM Theatre" zu finden. Für den Besuch einer Vorstellung des auf dem Stand aufgeführten Stücks, dessen Helden - drei Informationsmanager - in einer Viertelstunde einiges über die

"Connectivity" von IBM-Systemen lernten, fand praktisch jeder Messegast Zeit.

Schon im nächsten Jahr soll es aber wieder eine Messe mit Gedränge geben. Dieses Kunststück zu vollbringen, ist die Aufgabe der Managementgesellschaft ISA Services Inc. aus North Carolina. Der neue Veranstalter, der mit seinem Engagement irn Computer-Business Neuland betritt, traf im Schnellverfahren einige Entscheidungen, die in der DV-Szene als Signal verstanden werden. So wird der Ort demnächst wieder Los Angeles heißen; hier war die NCC erfolgreich gewesen, bevor sie über Las Vegas nach Chicago verlegt wurde.

Auch der Name wird verändert. Ab 1988 heißt die Messe NCE - National Computer Exposition. Die alte Bezeichnung NCC gilt dann nur noch für den parallel abgehaltenen Fachkongress, der in diesem Jahr - im Gegensatz zur Produktausstellung - vom Publikum gute Noten bekam. Was für die Wiederbelebung der NCC/NCE aber noch wichtiger ist: Die Industrie darf wieder etwas verkaufen. Das Verbot von Auftragsabschlüssen auf dem Messegelände wird aufgehoben.