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17.10.1975 - 

Bildschirmeingabe bei MDT-Anlagen

NCR-Erfassungsgerät mit Intel 8080 Mikroprozessor

AUGSBURG - Das kürzlich angekündigte programmierbare Datenerfassungssystem NCR 7200 (CW Nr. 39 vom 26. 9. 1975) ist das erste Modell einer Reihe von Geräten mit Terminalcharakter, die nach und nach die Bildschirme der Century-Serie ablösen sollen. Das erklärte Dr. Friedrich Herzog, Geschäftsführer der deutschen NCR GmbH, auf einer Pressekonferenz am 7. 10. 1975 in Augsburg.

Das NCR 7200, Modell I mit Kassettenaufzeichnungsgerät ist für Offline-Betrieb am Arbeitsplatz des Sachbearbeiters bestimmt, mit dem Modell IV ist Online-Dialogverkehr zu entfernten EDV-Anlagen möglich. Die Dateneingabe erfolgt bei beiden Varianten über eine Tastatur mit gleich zeitiger Bildschirmanzeige.

Als erste 7200-Anwender hat NCR - so Herzog - eigene Kunden im Auge, die Century-Computer, MDT-Anlagen NCR 399 oder 8200-Systeme einsetzen und mit weniger als vier Datenerfassungsplätzen auskommen.

Kern des neuen Datenerfassungs-Systems ist ein Intel 8080-Mikroprozessor in MOS/LSI-Technik, der die Speicherzuordnung, Datenformatierung und -prüfung, Bedienerführung sowie die Steuerung der peripheren Geräte übernimmt.

Zur Standardausrüstung des Offline-Einzelplatzes gehören:

- bewegliche Tastatur (Schreibmaschinen- oder Lochertastatur),

- 128-Zeichen-Bildschirm-Puffer

- ASCII-Zeichensatz (64 Zeichen),

- Kassettenstation mit einem Laufwerk (Kapazität 230 000 Zeichen bei 800 bpi Aufzeichnungsdichte)

- 9-Zoll-Bildschirm (512 Zeichen).

Bereits verfügbare Zusatzeinrichtungen sind erweiterter ASCII-Zeichensatz (128 Zeichen) für Groß- und Kleinschreibung, Bildschirm-Puffer mit 256 Zeichen, zweites Kassetten-Laufwerk, bis zu vier Summenspeicher, drei Prüfzifferneinrichtungen, DFÜ-Interface sowohl für Point-to-Point- als auch für Multipoint-Anschluß jeweils über 1200 Band-Leitungen sowie ein Thermodrucker mit einer Geschwindigkeit von 30 Zeichen/Sek. Beim Dialog-Terminal NCR 7200 Modell IV fehlt in der Grundausstattung die Kassettenstation, dafür ist der DFÜ-Anschluß bereits standardmäßig vorhanden.

Beim neuen Erfassungssystem 7200, das NCR als "Lochkarten-Killer" vermarkten will, sind acht Betriebsarten möglich: Dateneingabe, Daten prüfen, Daten suchen, Programmeingabe, Programm prüfen, Programm ändern, Daten senden und Daten empfangen. Die entsprechenden Microprogramme sind in einem 8 K Festspeicher (ROM) enthalten, die eigentlichen Erfassungsprogramme sowie die Daten werden in einem RAM (Random Access Memory) gespeichert.

Die Programmierung beschränkt sich auf das Ausfüllen von Parameterblättern, wie sie auch bei Magnetband-Rekordern verwendet werden. Vorerst will NCR die 7200-Modelle mit eben nur so viel Intelligenz ausgestattet anbieten, daß sie ausschließlich als komfortable und leistungsfähige DE-Einzelplätze eingesetzt werden können. Denkbar jedoch, daß Systeme folgen, die als Stand-Alone-Kleincomputer Aufgaben übernehmen, die heute noch größeren Anlagen vorbehalten bleiben. Der 8080-Prozessor bietet alle Möglichkeiten dazu und mit zwei Kassetten-Laufwerken kann sowohl offline gearbeitet als auch gleichzeitig Stapelfernverarbeitung betrieben werden.

Das Modell I kostet in der Basiskonfiguration rund 18 000 Mark, die monatliche Miete beträgt 540 Mark - etwa soviel wie für einen Kartenlocher/-prüfer bezahlt werden muß.