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25.07.1980 - 

Anwenderbericht Rendit-Handelsgesellschaft, Essen:

NCR-Scanner liest EAN und UPC

25.07.1980

ESSEN (bi) - Am Kassenplatz im Einzelhandel haben sich POS-Systeme eingenistet, teils sogar schon in der dritten Generation - wenn auch gegen die Widerstände der Verbraucherorganisationen und nicht ohne Akzeptanzprobleme bei den Kunden. Einen akzeptablen Ausweg glaubt die Essener Rendit Handelsgesellschaft & Co. KG gefunden zu haben. Als für das Unternehmen nützlich empfand sie das NCR 2552-System mit einem Scanner, der sowohl den bereits auf der Ware aufgedruckten EAN-Code erkennen kann, als auch den nachträglich im Hause angeklebten UPC-Code, ebenfalls eine Strichmarkierung, die für die Verbraucher nicht lesbar Ist (UPC = Universal Product Code). Als "Übergangslösung" hat die Rendit an den Warenregalen die Preise "noch" h Klarschrift vermerkt, "bis sich die Leute daran gewöhnt haben", wie von NCR verlautet. Hier ein Anwenderbericht von der NCR, Augsburg, der die Vorteile für die Rendit Handelsgesellschaft & Co. KG, Essen, schildert:

Die artikelgenaue Erfassung des gesamten Sortiments informiert ständig über das Geschehen im Markt. Der Lagerbestand ist eine stets bekannte Größe. Die an den Kassenstellen erfaßten und vom Rechner verarbeiteten Daten geben jederzeit Auskunft über Kundenverhalten oder Stundenaktivitäten. Die Daten lassen eine Personaleinsatzplanung zu, die sich am Marktgeschehen orientiert.

Außer mit einem neuen Markt im Gladbecker City-Einkaufscenter ist die Rendit-Handelsgesellschaft noch viermal mit Märkten im Raum Ruhr vertreten. Die Standorte sind: Gelsenkirchen, Bottrop und zweimal Essen. In Essen befindet sich auch die Zentrale des vor zwölf Jahren gegründeten Einzelhandelsunternehmens. Alle Märkte haben im Durchschnitt eine Netto-Verkaufsfläche von rund 2000 Quadratmetern. Das Sortiment: 20 000 Artikel; 40 Prozent gehören zum Non-Food-Bereich.

Das Sortiment ist unterteilt in 85 Warengruppen. In jedem Markt befassen sich zwei Disponenten mit den im Markt anfallenden Daten, stellen diese zu Bestellungen zusammen und geben sie dann an die Zentrale weiter. In der Zentrale ist es Aufgabe von zwei Mitarbeitern, die aus den Märkten eingehenden Bestellungen zusammenzufassen und an die vier Einkäufer weiterzuleiten. Die Warenanlieferung erfolgt dann direkt an die Märkte. Ein Zentrallager gibt es nicht.

Mit Funktionssicherung

Zu dem System, mit dem bei Rendit gearbeitet wird, gehören - außer den am Check-out arbeitenden modular aufgebauten Kassensystemen NCR 2552 mit Scannern und OCR-Handlesern - der im Kassenbüro installierte Rechner (NCR 6060) mit einer Plattenspeichereinheit, Zur Funktionssicherung wurde ein zweiter Rechner mit Platte installiert. Im Störfall übernimmt dieses System die ihm zugedachten Aufgaben. Komplettiert wird die Konfiguration mit zwei Hintergrundterminals. Sie erfassen - mit Hilfe von zwei EAN/UPC-Handlesern - den Wareneingang.

Bestandsdatenerfassung

Nachdem die organisatorischen Vorbereitungen des Scanner-Starts in Gladbeck zügig vorangeschritten waren, konnte Anfang 1980 mit der Erfassung der Bestandsdaten begonnen werden. Zu erfassen waren:

- Lieferanten-Nummer

- EAN-Nummer/UPC-Code

- interne Artikel-Nummern

- Einkaufspreis

- Verkaufspreis

- Mehrwertsteuer

Mitte Februar konnten diese Daten mit einem inzwischen installierten Bildschirm-Gerät auf Kassette übertragen werden. Von der Kassette übernahm dann NCR alle Daten auf die zum Rendit-System gehörende Magnetplatte.

Im Verlauf der weiteren Vorbereitung des Scanner-Starts installierte NCR bei der Rendit ein komplettes System mit Kassenterminal, Scanner und Back-up-Rechner. An diesem System erfolgte auch die Kassiererinnen-Schulung.

Parallel dazu wurde in eigenen Räumlichkeiten das Sortiment mit UPC-Code-Etiketten ausgezeichnet.

Mitte April 1980 war es dann soweit: Der neue Rendit-Verbrauchermarkt in Gladbeck konnte zum erstenmal seine Türen öffnen. Das gesamte Sortiment, außer Fleich, Wurst sowie Obst und Gemüse konnte mit automatischen Lesesystemen erfaßt werden (Scanner und EAN/UPC-Handleser).

Einige Anlaufprobleme

"Obwohl wir den Tag X bis ins kleinste Detail vorbereitet hatten, sahen wir dem Ereignis mit etwas gemischten Gefühlen entgegen. Wir waren ja bei den ersten Unternehmen, die sich dazu entschlossen haben, das gesamte Sortiment mit automatischen Lesesystemen zu erfassen", sagt im Nachhinein Harald Kann, bei Rendit zuständig für EDV und Organisation.

Und der Tag selbst: Ein Riesentrubel, "wir mußten wegen Überfüllung immer wieder zeitweise schließen, aber das System lief".

Einige Anlaufprobleme ergaben sich an den Kassen. Doch nach kurzer Um- beziehungsweise Eingewöhnung brachten die Kassiererinnen Leistungen von 17 gescannten Artikeln pro Minute.

Außer einer kompletten Datenerfassung an der Kassenstelle und der Erfassung des Wareneingangs bietet das System eine Fülle weiterer Informationen. Sie informieren Unternehmer und Marktleiter detailliert über das Geschehen im Markt und Lager. Der transparent gewordene Geschäftsverlauf läßt ein schnelles Handeln zu, das sich an den augenblicklichen Gegebenheiten orientiert.

Aus der Vielzahl von Abfragemöglichkeiten, der Ausdruck der verarbeiteten Daten kann entweder über den angeschlossenen Matrixdrucker erfolgen oder über das Alphadruckwerk des im Kassenbüro stehenden Terminals, nennen wir einige:

- prozentualer Ertrag je Artikel brutto und netto

- Rohgewinnermittlung

- Warengruppenumsatzbericht, vergleichbar mit Vortag, -woche, -monat und -jahr

- Kassiererumsatzbericht, Menge und Zeit

- Kundenfrequenz

- Wareneingang

Fazit bei Rendit nach den Erfahrungen der ersten Wochen: Die gewünschte Verbesserung in der Organisation wird erreicht.

Informationen: NCR GmbH, Ulmerstr. 160, 8900 Augsburg 1, Tel.: 08 21/40 51.