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25.01.1991 - 

70 Prozent der Stammaktien wurden angedient

NCR-Übernahme: AT&T ist seinem Ziel beträchtlich näher gekommen

MÜNCHEN (bk) - Der amerikanische Telefonriese AT&T rückt seinem Ziel immer näher, den Computerkonzern NCR aus Dayton, Ohio, zu übernehmen.

Mittlerweile wurde den New Yorkern nach eigenem Bekunden 70 Prozent der NCR-Aktien zum Barpreis von 90 Dollar pro Aktie angeboten. Ferner gab AT&T bekannt, daß sich bereits mehr als 25 Prozent der Aktionäre für eine außerordentliche Hauptversammlung von NCR ausgeprochen hätten.

Bei dem umworbenen Computerhersteller selbst ist nach eigenem Bekunden allerdings noch kein Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung eingegangen.

Da AT&T aber die Frist für die Tender-Offerte bis zum 15. Februar 1991 verlängerte, vermuten Branchenkenner nun, daß die Telefon-Company versuchen wird, 80 Prozent der NCR-Stammaktien angedient zu bekommen. Damit könnten die New Yorker sicher sein, auf der außerordentlichen Hauptversammlung auch die benötigten 80 Prozent Stimmen für einen Sturz des Board of Directors von NCR zu erhalten. Danach wiederum könnte AT&T ein eigenes, der Übernahme wohlgesonnenes Board einsetzen, das der Fusion zustimmt, wodurch die von der NCR gestreuten "poison pills" nicht mehr wirken würden. Diese nämlich gelten nur für den Fall, daß das Board einer Fusion der beiden Gesellschaften nicht zustimmt. Selbst der Maryland Business Combination Act (siehe auch CW Nr. 51/52 vom 21. Dezember 1990, Seite 1) würde dann dem Computerhersteller aus Dayton nicht mehr helfen können.

Zwischenzeitlich hat sich auch die EG-Kommission in Brüssel mit dem Fusionsvorhaben von AT&T befaßt. Geprüft wurde unter anderem der Einfluß des Deals auf die europäische Wirtschaftsstruktur. Laut Lutz Leinert, Pressesprecher der NCR GmbH, Augsburg, äußerten die zuständigen EG-Politiker - ähnlich wie ihre Kollegen vorn US-Kartellamt - aber keinerlei Bedenken gegen den Zusammenschluß.

Somit scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann AT&T den Deal zum Abschluß bringen kann. Zwar bemühen sich zur Zeit noch drei Mitglieder des amerikanischen Repräsentantenhauses darum, Präsident George Bush zu bewegen, die AT&T/'NCR-Fusion zu prüfen. Ob dies geschieht ist nicht zuletzt angesichts des Golfkriegs fraglich. Von einem Resultat war NCR-Sprecher Leinert jedenfalls nichts bekannt.