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19.06.1987 - 

Apollo bringt offenes Netzwerksystem auf den Markt:

NCS erschließt fremde Rechnerkapazität

MÜNCHEN (CW) - Ein System, das über den bisherigen Filetransfer hinaus in Netzwerken den Zugriff auch auf die Rechenkapazität der angeschlossenen Rechner ermöglicht, hat jetzt der Workstation-Fabrikant Apollo Domain angekündigt. Dabei soll auch Hardware von Fremdherstellern unter verschiedenen Betriebssystemen eingebunden werden können.

Das Softwareprodukt NCS ist laut Apollo Domain als offenes System geschrieben, Lizenzen seien frei verfügbar. Das Paket werde im Quellcode und mit vollständiger Dokumentation ausgeliefert, erklärte Apollo-Vizepräsident und Firmenmitbegründer Dave Nelson auf einer Veranstaltung anläßlich der Präsentation in München. Er ermunterte Computerhersteller einschließlich der Workstation-Konkurrenten, an dem System teilzuhaben und es auch auf ihre Systeme zu portieren.

NCS besteht aus drei grundlegenden Komponenten: einer Remote Procedure Call Facility (RPC) zum Austausch von Daten zwischen den auf Host und Client ablaufenden Programmteilen, dem Network Interface Definition Language Compiler (NIDL) und dem Location Broker. Letzterer nimmt zur Laufzeit die Zuweisung der Prozeduren auf die beteiligten Rechner vor.

Sollen Programmteile auf unterschiedlichen Zielmaschinen laufen, so generiert der NIDL-Compiler den entsprechenden C-Quellcode, der die Schnittstellenbeschreibungen für die auszutauschenden Daten enthält und anschließend auf der Zielmaschine kompiliert wird. Sollen für die Bearbeitung eines bestimmten Programmabschnittes mehrere Rechner zur Auswahl stehen, so hat der Objektcode je Rechnertyp einmal vorrätig zu sein. Der Link-Vorgang läuft dann zu Beginn der Session ab und teilt die Ressourcen zu.

Diese Art der Ressourcenverteilung ermöglicht in gewissem Umfang die Parallelisierung von Computerarbeit. Es ermöglicht laut Apollo auch die interaktive Zusammenarbeit mit Fremdrechnern in einer Applikation. So kann jetzt beispielsweise eine Simulation, die von einem Arbeitsplatzrechner aus gestartet wird, auf einem Vektorrechner ablaufen und dabei in Echtzeit über den Bildschirm des Workstation-Benutzers verfolgt werden. Es erfolgt also nicht mehr, wie bisher üblich, vor der Rechneranforderung und nach Beendigung des Rechenvorganges ein Dateitransfer, sondern der Austausch der Daten, unabhängig vom Datentyp je nach den Erfordernissen des Anwenderprogramms.

Derzeit läuft NCS als Betatest-Version auf Apollo-Workstations, Alliant-Maschinen und VAXen unter Ultrix; eine Version für VMS soll in den nächsten Wochen folgen. Auch mit der offiziellen Freigabe ist in diesem Zeitraum zu rechnen.