Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

10.04.1998 - 

Bis zum Jahr 2001 sind die Aussichten mau

NCs legen einen lahmen Start hin

Die Analysten stellen fest, daß der Absatz von NCs im vergangenen Jahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist und sich bis zum Jahr 2001 auch nur träge entwickeln wird. 1997 wurden nach Dataquest-Angaben weltweit lediglich 144040 NCs ausgeliefert. Im laufenden Jahr sollen es 482196 werden - dies wäre etwa ein Dreißigstel der jährlich verkauften neuen PCs.

Als Gründe für die schleppende Nachfrage machten die Dataquest-Analysten unter anderem den Zeitpunkt aus, zu dem NCs auf den Markt kamen. Dieser sei viel zu spät gewesen. Außerdem habe bei wichtigen Herstellern das Interesse an dieser Rechnerklasse bereits wieder nachgelassen. Auch seien vollwertige PCs in der jüngeren Vergangenheit erheblich billiger geworden. Insbesondere mit dem Preisargument hatten die NC-Anbieter ihre Systeme beworben.

Hingegen stellten sowohl sogenannte Windows-based Terminals (WBT) als auch Net-PCs eine durchaus interessante Alternative zu herkömmlichen PCs dar. Nach Berechnungen der kalifornischen Marktforschungsgesellschaft Zona Research legten die Auslieferungen von WBTs im vergangenen Jahr um 35 Prozent auf 348000 Einheiten zu. Unterdessen dringen immer mehr Berichte über einstige NC-Interessenten an die Öffentlichkeit, die ihre Investitionsentscheidungen zugunsten Wintel-basierter Systeme revidiert haben.

Federal Express gibt PCs den Vorzug

Noch im Herbst 1996 etwa beabsichtigte der US-amerikanische Paketversender Federal Express, seine 70000 installierten Mainframe-Terminals durch NCs zu ersetzen. Wie das "Wall Street Journal" nun meldet, haben sich die IT-Verantwortlichen im März 1998 eines Besseren besonnen. Hewlett-Packard und Wyse Technology erhielten Zuschläge für die Lieferung von konventionellen PCs und Windows-based Terminals, mit deren Hilfe das US-Unternehmen zunächst 30000 der alten Terminals ablösen möchte.

Dennis Jones, Chief Information Officer von Federal Express, gab technische Probleme mit den von Sun gelieferten NCs an, die sich im Testbetrieb ergeben hätten. So seien etwa die Ladezeiten für Programme aus dem Netz infolge ihrer zunehmenden Größe inakzeptabel lang geworden. Sun stattete die Clients daraufhin mit zusätzlichen Speicherbausteinen aus, um einige Anwendungen lokal vorhalten zu können. Schwierigkeiten gab es Jones zufolge auch mit dem Java-Betriebssystem der NCs.

Trotz des nur mäßigen Erfolgs der NCs erkennen Unternehmen laut Dataquest sehr wohl die Potentiale, die das Network-Computing für eine Softwarestrategie besitzt. Insbesondere die Idee von der zentral kontrollierten DV-Unternehmenslandschaft lebt in diesem Zusammenhang wieder auf. Firmen richten, sagt Dataquest-Analystin Kimball Brown, ihre Anwendungsentwicklung zunehmend in Richtung des Thin-Client-Konzepts aus.

Während sich das Network-Computing-Softwaremodell bis zum Jahr 2001 als das dominierende Konzept für neue Geschäftsapplikationen etabliert haben wird, dürfte die Produktion entsprechender Hardware wie beispielsweise die von Java-Computern - so zumindest Brown - um drei bis fünf Jahre hinter der Anwendungsentwicklung herhinken.

Obwohl also die großen NC-Protagonisten IBM und Sun mittelfristig keine überwältigenden Umsätze mit NCs werden generieren können, stehen beide Unternehmen so oder so auf der Gewinnerseite. Denn egal, welcher Typ von Arbeitsplatzrechnern das Rennen macht, verdient wird mit Servern, die Desktop-Systeme bedienen. Sagt Dataquest.