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30.09.1994

Neben AMD soll auch Cyrix Prozessoren liefern Verhaeltnis zwischen Compaq und Intel ist sehr stark getruebt

FRAMINGHAM (IDG) - Die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Intel Corp. und ihrem groessten Kunden Compaq nehmen zu. Einige Insider sehen darin den Anfang vom Ende einer bisher gedeihlichen Zusammenarbeit. Letzten Meldungen zufolge baut Compaq nicht nur die Zusammenarbeit mit AMD aus, sondern will auch den von Cyrix angekuendigten M1-Prozessor nutzen.

Waehrend einer Konferenz in Spanien hatte Pfeiffer Intel gedroht, mehr Prozessoren bei der Konkurrenz zu kaufen, da die Differenzen ueber bestimmte Marketing-Aktivitaeten und die Preisgestaltung einiger Produkte offenbar nicht beigelegt werden koennten. Die Bemerkungen des Compaq-Chefs sind fuer Linley Gwennap vom "Microprocessor Report" ein eindeutiges Indiz dafuer, wie "schlecht die Zusammenarbeit geworden ist. Compaq scheint sich aus der Beziehung davonstehlen zu wollen."

Obwohl Compaq noch der groesste Intel-Kunde ist, stattete der PC- Hersteller einige seiner "Presario"- und "Prolinea"-Modelle fuer den Consumer-Markt bereits mit Chips von Advanced Micro Devices (AMD) aus. Wie die CW-Schwesterpublikation "Infoworld" ausserdem meldete, koennen demnaechst auch Kaeufer des Profirechners Prolinea 4/66 MT zwischen Maschinen mit Intel- und AMD-Chip waehlen.

Insider vermuten, dass die Texaner sich demnaechst noch staerker auf AMD verlassen koennten, zumal Compaq und der Intel-Konkurrent ein Fertigungsabkommen geschlossen haben.

Einer Meldung der CW-Schwesterpublikation "Le Monde Informatique" zufolge steht Compaq ausserdem kurz vor einem Vertragsabschluss mit der Cyrix Corp. Demnach wollen die Texaner in ihren Desktop- und Server-Systemen kuenftig den M1-Prozessor als Alternative und spaeter als Ersatz zu Intels Pentium-CPU einsetzen. Im Gegenzug, so die Meldung unter Berufung auf unternehmensnahe Quellen, werde Cyrix dem PC-Hersteller eine weltweit gueltige Fertigungslizenz fuer den M1 und seine Derivate geben. Das wuerde Compaq nicht nur erlauben, Erweiterungen fuer den Cyrix-Prozessor zu entwicklen, sondern auch einen eigenen Hersteller mit der Fertigung des Chips zu beauftragen.

Ein moeglicher Kandidat fuer die Fertigung sei besagten Quellen zufolge SGS-Thomson, die bereits angekuendigt haben, Intel- kompatible Chips im Cyrix-Design zu fertigen.

Die Cyrix International Ltd., Swindon, England, erklaerte dagegen, ein Vertrag zwischen Compaq und Cyrix liege nicht vor, man rede lediglich mit allen Top-PC-Herstellern. Ins gleiche Horn stiess Marlo Thompson, Compaq-Sprecherin in Muenchen. Sie betonte, dass Intel der groesste CPU-Lieferant fuer Compaq sei und "bleiben wird". Dies gelte insbesondere fuer die Server-Systeme. Momentan scheine es aber Interesse zu geben, "einen Krieg zwischen Intel und Compaq" herbeizureden.

Ausgeloest wurden die Irritationen zwischen den beiden Playern nicht zuletzt deshalb, weil Compaq mit der Kampagne "Intel Inside" nicht einverstanden ist, die einem Sprecher des Rechnerproduzenten zufolge den falschen Eindruck erwecke, dass sich Kaeufer nur um die CPU eines PCs Gedanken machen muessten. Ausserdem haben die Texaner Einwaende gegen Intels Strategie, komplett konfigurierte Pentium- Motherboards an Compaq-Konkurrenten wie Gateway 2000 und Dell zu verkaufen. Waehrend Hersteller wie IBM und AST die Hauptplatinen ihrer Pentium-PCs selbst entwickelt haben, waren eine Reihe von Billiganbietern mit den Intel-Boards in der Lage, Pentium-basierte Systeme schneller und billiger auf den Markt zu bringen als die grossen Player. "Im Prinzip laesst Intel jeden gegen Compaq antreten, der einen Schraubenzieher halten kann. Unternehmen wie Compaq haben dagegen eine Menge Geld und Entwicklung in die Sache gesteckt, und Intels Verkaufspolitik verhindert, dass sie die Fruechte dieser Arbeit ernten", kritisiert Gwennap.