Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

04.05.1984

Neben fortschreitender Konjunkturbelebung rührt sich auch wieder die Inflation:Börsianer bewerten DV-Umsätze zurückhaltend

MÜNCHEN (hr) - Die Lage an den bedeutenden Aktienmärkten der Welt ist außerordentlich kompliziert geworden. Sofern sie sich nicht schon längere Zeit in einer Korrekturphase befinden, scheinen sie nicht die Kraft zu haben, dynamisch weiter nach oben vorzudringen. Dies muß, wie Anlaytiker meinen, trotz aller Unterschiedlichkeiten zum Beispiel zwischen dem amerikanischen und dem japanischen, aber auch dem deutschen Markt eine oder mehrere gemeinsame Ursachen haben.

Einig ist man sich inzwischen darüber, daß der Konjunkturaufschwung auf die schwere Rezession hin nicht mehr so gradlinig verlaufen kann wie bisher. Dies liegt zum Teil an rein zyklischen Erscheinungen, die mit solchen Aufschwüngen allgemein verbunden sind. So besteht vor allem wegen zunehmender Kreditnachfrage zur Finanzierung von Lagerbeständen und Investitionen regere Kreditnachfrage, die die Zinsen steigen läßt. Daneben rührt sich mit fortschreitender Konjunkturbesserung auch die Inflation wieder. Am amerikanischen Aktienmarkt lassen sich Spuren dieser Entwicklung bereits seit einigen Monaten nachweisen, auch wenn es im Falle der Inflation im wesentlichen nur um Befürchtungen geht. Die dort zu beobachtenden Zinssteigerungen gelten zum Teil als zyklisch bedingt. Zum Teil sind sie aber auch Ausdruck von Inflationsfurcht, die sich auf die gefährlich hohen amerikanischen Haushaltsdefizite gründet. Nicht zuletzt steuert die amerikanische Zentralbank erklärtermaßen einen restriktiveren Kurs in ihrer Geldpolitik, um einer drohenden Überhitzung der Konjunktur und den vielschichtigen Inflationsgefahren vorzubeugen. Dies drückt sich unter anderem auch im wieder fester tendierenden Dollarkurs aus.

Vor diesem Hintergrund beurteilen die Börsianer inzwischen die künftige Entwicklung besonders der Unternehmensgewinne in den Vereinigten Staaten sehr viel zurückhaltender als noch vor einigen Monaten. Dies gilt auch und vor allem für viele Unternehmen, die Technologie im weitesten Sinne anbieten. Dieser Umstand und anscheinend risikolos zu erzielende höhere Renditen aus festverzinslichen Papieren haben das Interesse der Anleger an Aktien spürbar schwinden lassen. Noch gibt es keinerlei Hinweise darauf, daß sich diese nicht nur in den Vereinigten Staaten zu verfolgende Tendenz wieder zugunsten der Aktie wandelt. Dennoch bleiben die meisten Analytiker bei ihrer Überzeugung, daß sich die führenden Aktienmärkte der Welt in einem langjährigen Haussezyklus befinden. Sie sind zudem nicht davon abzubringen, daß die Zukunft aus der Sicht der Anleger überwiegend den Aktien von Unternehmen gehört, die solide finanziert und deren Ertragsaussichten überschaubar sind. Diese Aktien, zu denen auch, aber nur in vergleichsweise geringem Umfang Technologiewerte zählen, empfiehlt man gerade für den Fall zum Kauf, daß sich in nächster Zeit noch einmal Enttäuschung und Verdruß unter der Mehrheit der Börsianer ausbreiten sollten. Zugleich wird aber auch mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß die große Zeit der spekulativen Wachstumsaktien wohl auf Jahre hinaus vorüber ist, auch wenn sie jetzt, gemessen an früheren Kursen, außerordentlich billig erscheint.