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21.05.1982 - 

Spanien als Sprungbrett in den lateinamerikanischen Markt:

Neben Stierkampf und Flamenco jetzt Computer

BARCELONA (CW) - Spanien ist für die Paderborner Nixdorf Computer AG ein wichtiger Partner: Hinter der Bundesrepublik, den Vereinigten Staaten und Frankreich rangieren die Caballeros auf Platz vier in der Absatzskala von Nixdorf-Produkten. Zudem entpuppt sich die Iberische Halbinsel als ausgezeichnete Basis, um den lateinamerikanischen Markt anzugehen: Die Spanier sprechen die gleiche Sprache und haben eine ähnliche Mentalität.

Angefangen hat es in Spanien im Jahre 1968, als die spanische Tochtergesellschaft als Filiale der Wanderer Werke in Barcelona gegründet wurde. Nachdem diese dann von dem Informatikhersteller aufgekauft wurde, erhielt das spanische Nixdorf-Kind seinen gegenwärtigen Namen: Nixdorf Computer Espana, mit zentralem Sitz in Madrid.

Die gegenwärtige Geschäftsleitung zeigt sich zufrieden mit der Akzeptanz ihrer Produkte in Spanien. "Der spanische Markt", kommentiert Geschäftsführer Francesco Robert Calvera, "hat sehr gut reagiert." Der DV-Sektor kenne keine Krise, und hier gebe es auch keine Arbeitslosigkeit. Es sei vielmehr möglich, jährlich um rund 20 bis 25 Prozent zu wachsen.

So wurden aus den 40 Mitarbeitern im Jahr 1970 gegenwärtig mehr als 400, und die 30 Millionen Peseten Umsatz aus dem Jahr 1969 sind auf vier Milliarden angestiegen. Bemerkenswert sei auch die Höhe der Gewinne - 87 Millionen Peseten 1980 -, die als Reserve gehalten würden. Gegenwärtig verfügt das spanische Unternehmen über zwölf Filialen in größeren Städten des Landes und hat weitere 25 technische Stützpunkte.

Trotz des dichten Verkehrs in den Städten sei es den Nixdorf-Mannen gelungen, bei Reparaturen von Störungen innerhalb von drei Stunden im Durchschnitt anzutreten" Unser Bemühen", so Calvera, "ist es, gute Folgedienstleistungen anzubieten da unsere Zukunft stark von der Qualität der Dienstleistungen abhängt."

Begonnen haben die spanischen Aktivitäten vor allem mit Produkten für kleinere und mittlere Unternehmen. Gegenwärtig erfolge die Hälfte der Verkäufe an Banken und Sparkassen. Langfristig jedoch sei beabsichtigt, in die Bereiche der Großrechner einzudringen.

Bewältigte Probleme

Nach einer Zeit von Unstimmigkeiten mit dem spanischen Industrieministerium konnte Nixdorf schließlich mit dem Bau einer Produktionsanlage in Toledo beginnen. Vorausgegangen waren zwei Jahre zäher Verhandlungen, wobei als Nebenprodukt eine Generaldirektion für Elektronik und Informatik "abfiel".

Aus der spanischen Produktion, die 1500 Quadratmeter einnimmt und mehr als 40 Mitarbeiter beschäftigt, werden nun Geräte der Serie 8870 für Klein- und Mittelunternehmen hergestellt. Zudem soll die Produktreihe um die 8864 erweitert werden.

Ein grundsätzliches Problem vor der Aufnahme der Produktion war die Notwendigkeit, "Bauteile" für den Computer zu importieren, da die

nationale Industrie die Anforderungen der Geräte nicht erfüllen kann. Diese Grundbaustoffe für Datenverarbeitungsanlagen müssen in einer spezialisierten Produktionsweise und in großen Stückzahlen hergestellt werden, um rentabel zu sein.

Mit Fabriken in der Bundesrepublik, Irland, den Vereinigten Staaten sowie einer Verkaufsorganisation die sich über fünf Kontinente erstreckt und in 33 Ländern aktiv ist kann Nixdorf nun eigenen Angaben zufolge mehr als 80 Prozent des weltweiten Informatikpotentials bedienen.