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01.03.1991 - 

Neues Servicekonzept soll Marktanteile bringen

NEC will mit sechs PCs den europäischen Markt aufrollen

BONN (gs) - Mit sechs PCs - vom Einsteiger-AT bis zum High-end-486er - will NEC den deutschen und europäischen Markt erobern (siehe auch CW Nr. 8, Seite 1). Den Durchbruch erhoffen sich die Japaner von einem neuen Servicekonzept, das den Kunden sämtliche Startprobleme ersparen soll.

Seit Mitte der 80er Jahre produziert NEC PCs für den japanischen, amerikanischen und australischen Markt. Zu Hause hat das Unternehmen - hierzulande vor allem durch seine Drucker und Monitore bekannt - damit einen Marktanteil von über 50 Prozent erreicht, weltweit ist es nach eigenen Angaben bereits der drittgrößte PC-Hersteller.

Im Herbst stellte es die jüngste Generation der "Powermates" in den USA vor; ab März dieses Jahres sind sie erstmals auch hierzulande erhältlich. Mit sechs Rechnern will das japanische Unternehmen den Grundstein legen für einen Marktanteil von 20 bis 25 Prozent. Äußerlich und von der Ausstattung her unterscheiden sie sich kaum von gängigen Taiwan-Clones. NEC setzt auf bewährte Technik und auf den Ruf, beste Qualität zu liefern. Besonders hervorgehoben wird deshalb die Tatsache, daß außer dem Intel-Prozessor und dem Ventilator sämtliche Bestandteile aus eigener Produktion stammen.

Standardmäßig ist jeder der neuen NEC-PCs mit einem

3 1/2-Zoll-Diskettenlaufwerk (wahlweise 5 1/4-Zoll, einer parallelen und einer Maus-Schnittstelle sowie mit einem nicht näher spezifizierten Tastatur- und Paßwortschutz ausgestattet. Eine Tastatur gehört nicht zum Lieferumfang.

Die vier kleineren Modelle (ein 286-, zwei 386SX- und ein 386-PC) besitzen darüber hinaus eine serielle Schnittstelle, eine 42-MB-Festplatte (optional 100 MB), VGA-Darstellung auf der Hauptplatine (die 386er mit einer Auflösung von 800 mal 600 Bildpunkten) und für eigene Erweiterungen drei freie Steckplätze. Mit Abmessungen von 432 mal 123 mal 406 Millimeter sind sie relativ voluminös geraten. Sie können mit maximal 16 MB Hauptspeicher bestückt werden; standardmäßig enthalten sie ein (286), zwei (386SX) oder vier (386) MB.

Die beiden Spitzenmodelle 386/33E und 486/25E (das "E" steht für "EISA", den von Compaq initiierten Gegenentwurf zum "Microchannel"-Bus von IBMs PS/2-Rechnern) haben zusätzlich ein Gehäuseschloß und eine zweite serielle Schnittstelle. Standardmäßig enthalten sie eine 100-MB-Festplatte (optional 300 MB), 4 MB Hauptspeicher (maximal 32 MB) sowie sechs freie Steckplätze. Die Grafikkarte muß hier allerdings separat erstanden werden.

Preislich werden sich die NEC-PCs im oberen Segment bewegen. Darauf deutet zumindest der einzige bislang genannte Listenpreis hin: Für das Einstiegsmodell mit 42-MB-Festplatte werden stolze 4674 Mark

(inklusive Mehrwertsteuer) gefordert. Für Privatanwender dürften die Powermates damit deutlich zu teuer sein. Das Hauptgeschäft erhofft sich NEC denn auch im Großkundenbereich. 40 bis 50 Prozent der PCs will man dort absetzen. Insgesamt sollen die neuen Rechner in diesem Jahr bereits 120 bis 150 Millionen Mark Umsatz bringen.

Eventuell noch 1991, spätestens aber 1992, so Masao Takahashi, Managing Director der NEC Deutschland GmbH, werden auch Notebook-PCs und Laptops erhältlich sein. Zusammen mit dein Supercomputer SX-3, der bereits angeboten wird, sei dann NECs gesamte Rechnerpalette, in Europa verfügbar.

"Europa ist neben den USA der größte PC-Markt", begründete Senior Vice-President Minoru Niki die Ausweitung der europäischen Produktpalette. 400000 PCs hofft er hier jährlich zu verkaufen.

Er kündigte an, daß auch die Produktion für Europa zunehmend hierhin verlegt werden soll. Spätestens 1992 werde zu den bestehenden Werken in England, Irland und Schottland ein Montagewerk in Garching bei München entstehen. Ein entsprechendes Grundstück habe man bereits erworben.

Als Grund für den später Eintritt in den europäischen PC-Markt nannte Oskar Waid, General Manager für Drucker, Monitore und PCs bei der NEC GmbH, die bislang unzureichende Personaldecke. Erst jetzt sei es möglich, Marketing und Service so zu gestalten, wie man es Produkten und Kunden schuldig sei. In den vergangen Monaten habe man zusätzliche Vertriebszweige mit über 120 neuen Vertriebsmitarbeitern und Systemingenieuren eingerichtet. Parallel dazu seien etwa 150 Fachhändler ausgewählt worden, die den Verkauf und einen großen Teil des Supports übernehmen sollen. In den nächsten Monaten will er die Zahl der autorisierten Händler auf 250 bis 300 erhöhen.

Der Clou der NEC-PCs ist ein Servicekonzept, das dem Kunden unter dem Motto "auspacken, anschließen, arbeiten" ein komplettes und problemloses Lösungspaket anbieten soll. Dazu gehören eine Hotline sowie - gegen Aufpreis - fertig installierte Standardsoftware und eine für die jeweilige Lösung optimale Systemkonfiguration.

Viel Auswahl hat der Kunde hier allerdings nicht. Gegenwärtig werden gerade eben 18 Pakete angeboten: Als Betriebssysteme das 4.x und OS/2, auf Wunsch mit grafischer Oberfläche MS-Windows beziehungsweise Presentation Manager, dazu je ein Netzwerk-Produkt (Netware und LAN Manager) sowie die gängigsten Textverarbeitungs-, Kalkulations- und Datenbank-Programme. Für die anvisierten Anwendungsgebiete DTP und CAD/CAM wird mit den Softwarefirmen noch verhandelt.

Ob es NEC damit gelingt, die großen Accounts zu ködern, bleibt abzuwarten: Bei den meisten davon gibt es PC-Verantwortliche, die nicht zuletzt dafür bezahlt werden, daß sie Rechner konfigurieren und Standardsoftware installieren.