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Nixdorf-Mehrplatz-System für Unterricht und Verwaltung:


27.03.1981 - 

Nessy taucht im Schul -Pool auf

NEUSS (pi) - Der Rahmen war passend: In Anwesenheit zahlreicher Schulleiter, Schulverwaltungs-Beamter, Kommunalpolitiker und Mitarbeiter des Landesinstituts für Curriculum-Entwicklung wurde von Hans Sickinger, Geschäftsstellenleiter der Geschäftsstelle Öffentliche Verwaltungen,/Sozialversicherungen in Düsseldorf, dem Leiter der Kaufmännischen Schule in Neuss, Georg Blass, der Schlüssel für eine neuinstallierte EDV-Anlage übergeben.

In zirka 6000 Schulen der Bundesrepublik seinen nach Marktuntersuchungen der Nixdorf Computer AG in Zukunft Computer einzusetzen, führte Hans Sickinger in seiner Rede aus. Wichtig für das jeweilige Bundesland und dessen Schulen scheint die Antwort auf die Frage, ob in den Schulen Einplatz-Systeme (Personal Computer) oder Mehrplatz-Systeme installiert werden sollen. Nach Nixdorf-Erkenntnissen kommen für Mehrplatz-Computer-Systeme zirka 3000 Schulen in der Bundesrepublik in Frage.

Bei der Marktuntersuchung konnte sich Nixdorf auf fundierte Quellen stützen. Der "Arbeitskreis Schulrechner (ASR) ein unabhängiges Gremium aus Vertretern von Kultusbehörden, Universitäten, Schulen und der DV-lndustrie - gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung und Technologie und vom Forschungs- und Entwicklungszentrum für objektivierte Lehr- und Lernverfahren [FEoLL]) - geht in seinem Gutachten "Empfehlung für die Rechner-Ausstattung der Schulen der Sekundarstufe II" tendenziell davon aus, "daß die kaufmännische Schule mit höheren Anforderungen an größere Dateien über längere Zeit auf Mehrplatz-Systeme angewiesen sein wird, da diese schwerpunktmäßig größere externe Speicher und gute Dienstprogramme verfügbar machen. Für die allgemeinbildende und die gewerbliche Schule sind Mehrplatz-Systeme in den nächsten Jahren sinnvoll, wenn auch viele der Anforderungen durch gut ausgebaute Mikrocomputer-Systeme mit Kopplungen zu gemeinsamer Peripherie erfüllt werden können."

Bei einer Übertragung des (von Nixdorf definierten) Nixdorf-Marktanteils von 20 Prozent auf den Schulmarkt - rechnete Sickinger vor - würde dies bedeuten, daß in Zukunft zirka 600 Nixdorf-Mehrplatz-Systeme in Schulen arbeiten könnten. Diese Überlegungen waren des auslösende Moment für die Entscheidung von Nixdorf, im Bereich der Schulen verstärkt zu akquirieren.

Die Möglichkeit, mit einer im (Schul-)EDV-Bereich bekannten Schule, wie der in Neuss, als Referenz an die Öffentlichkeit zu treten, ließen sich die Paderborner nicht entgehen. Oberstudiendirektor Blass erläuterte in einem kurzen Rückblick die bisherigen EDV-Aktivitäten der Schule und den Einsatz der neuen DV.

Bereits 1971 wurden in der Kaufmännischen Schule Neuss mit einem (lochkartenorientierten) Nixdord-EDV-System erste Ansätze verwirklicht, den Rechner im Unterricht und teilweise auch in der Verwaltung zu integrieren.

1977 konnte auf eine magnetplattenorientierte Anlage mit höherer Programmiersprache umgerüstet werden. Damit waren hardwaremäßig die Voraussetzungen zur Entwicklung eines größeren Schul-Informationssystems geschaffen. Das daraufhin unter dem Namen "Neusser-Modell" entwickelte Programmpaket wurde in der Zwischenzeit von mehreren Schulen übernommen.

Günstige Umstände erlaubten 1980/81 einen weiteren Wechsel. Grund: Die bisherige DV hatte ihre maximale Ausbaustufe erreicht, gestiegene Anforderungen, zusätzliche Aufgaben und ein in der Zwischenzeit rapide vergrößertes Datenvolumen erforderten eine neue Lösung. Die Schule suchte ein (preisgünstiges) größeres System, und Nixdorf trat gleichzeitig mit einem eigenen "Schulsystem" (basierend auf dem älteren Modell 8870/3) auf den Schulmarkt.

Ausschlaggebend waren schließlich die hardwaremäßigen Bedingungen. Ausgehend von einem Grundmodell (Zentraleinheit mit 128 KB, Magnetplattenstation 2x5 Mio. Bytes, 1 Bildschirm-Arbeitsplatz, 1 Nadeldrucker) ist das System je nach Bedarf auf bis zu 16 Bildschirmarbeitsplätze, 6x13 Mio. Bytes Plattenkapazität, 512 KB Hauptspeicher ausbaufähig. üblicher Peripherie - wie unterschiedliche Drucker, Plotter etc. - zur Verfügung.

Als Programmiersprachen finden Pascal, Basic und Cobol ANS 74 Verwendung. Daneben wird Elan als eine weitere Alternative gesehen. Für den Unterricht besonders im kaufmännischen Bereich können umfangreiche. Anwendungen aus der Praxis wie Finanzbuchhaltung, Lagerwirtschaft, Auftragsbearbeitung und Lohn/Gehalt eingesetzt werden.

Auch an eine komfortablere Lösung zur Rationalisierung der Schulverwaltungsaufgaben ist gedacht worden. In Zusammenarbeit mit der kaufmännischen Schule Neuss entsteht das Neusser-Schulverwaltungs-System Nessy, das anläßlich der 18. Didacta-Eurodidac 1981 in Basel vom 24. bis 28. März vorgestellt werden wird. Nicht zuletzt dürfte auch der Einsatz des Textverarbeitungs-Paketes Detas zu wesentlichen Erleichterungen in der Schulverwaltung führen.

Die Programmentwickler der Kaufmännischen Schule Neuss sind übrigens an Kontakten mit Kollegen anderer Schulen, die ähnliche Aufgaben automatisieren wollen, interessiert.

Ludgerus Sareyka, Fachleiter des Bereichs Datenverarbeitung in der Kaufmännischen Schule Neuss, Weingartenstr. 59, 4040 Neuss 1, Tel.: 0 21 01/206-23 16.

Von Ludgerus Sareyka*