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12.09.1997 - 

Thema der Woche/Neues Thin-Client-Konzept für Legacy-PCs

Netscape hofft wieder einmal auf Schlag gegen Microsoft

Netscape glaubt erkannt zu haben, daß die Gates-Company in ihrem Geschäftsmodell auf Updates setzt. Es stimmt in der Tat, daß die aktuelle Internet-bezogene Software von Microsoft ("Internet Explorer" und Zubehör, Windows 95/NT, verschiedene Messaging- und Produktivitäts-Anwendungen) nur in einem 32-Bit-Umfeld und auf einem Rechner ab Pentium-Klasse mit mehr als 16 MB Hauptspeicher effektiv läuft.

Damit bleiben nach Ansicht von Netscape Millionen "antiquierter" Business-PCs, die nach wie vor unter Windows 3.1x laufen, außen vor. John Paul, Netscapes Senior Vice-President und General Manager der Server-Division, schätzt den Anteil an Firmen-PCs, die für neuere Microsoft-Produkte untauglich sind, auf 60 Prozent. Mit einem neuen Client-Konzept will deshalb seine Firma gegen Ende des Jahres Microsoft wieder einmal das Fürchten lehren.

Im Gegensatz zum heutigen Browser soll die geplante Netscape-Software lediglich das Rendering-Modell verwenden, das zum jeweiligen Server und den darauf vorhandenen Datentypen benötigt wird. So könnte etwa die Client-Software allein die Darstellung von Hypertext Markup Language (HTML) bieten und alle weiteren Funktionen, etwa eine Java Virtual Machine oder einen "Javascript"-Interpreter, auf den Server auslagern. Wie ein Chamäleon soll sich die neue Software an die jeweils zu erledigenden Aufgaben anpassen und nur jeweils die minimal nötige "Gestalt" annehmen, so Jones.

Rob Enderle, Analyst bei der Giga Group, übt daran Kritik: "Dieser Ansatz des ,Kleinsten gemeinsamen Nenners, denkt zwar das Konzept eines Browsers mit verteilten Anwendungen konsequent einen Schritt weiter. Er ist allerdings bislang bei zahlenden Kunden auf wenig Begeisterung gestoßen, weil er Leute mit High-end-Systemen benachteiligt. Zudem ist er sehr Server-orientiert, mit der Folge, daß Anwender weitere Server und damit teure Hardware anschaffen müssen."

Daneben übersehen die Strategen in Mountain View zwei wichtige Dinge: Zum einen kann Microsoft mit der von Citrix zugekauften Konsolen-Technik "Winframe" selbst die auch auf Legacy-Maschinen aktuelle 32-Bit-Programme ablaufen lassen. Dabei erfolgt lediglich die grafische Darstellung auf dem Client, die gesamte Applikationslogik läuft auf dem Server. Für solche "Windows-Terminals" gilt damit der gleiche Vorwurf, den Enderle in seiner Argumentation gegen das neue Netscape-Konzept anführt.

Wem das nicht weit genug geht, der kann bereits heute von Caldera den kostenlosen, unter Plain DOS (es genügt MS-DOS ab Version 3.31, sinnvoll ist das Caldera-eigene, ebenfalls kostenlose ehemalige DR/Novell-DOS) lauffähigen Browser "Webspyder" einsetzen. Mit 2 MB Arbeitsspeicher läuft die Software im Grafikmodus, schon mit 1 MB ist ein Arbeiten im Textmodus möglich. Caldera empfiehlt zwar einen 486er Prozessor, der Browser funktioniert aber ab dem PC-Urahnen "8086".