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16.01.1998 - 

Kolumne

"Netscape kann nicht anders"

Etliche Marktbeobachter machen vor allem den schwindenden Anteil im Browser-Segment für die Netscape-Verluste im vierten Quartal verantwortlich: Das Sinken der werbewirksamen Präsenz erschwere es der Internet-Company zunehmend, sich mit ihren Server-Lösungen gegen IBM, Oracle und allen voran gegen Microsoft durchzusetzen. Dabei sei besonders der Umstand, daß Netscape weder den Browser "Navigator" noch das Internet-Client-Paket "Communicator" an Nutzer verschenke, der Grund für das nachlassende Interesse an den Produkten.

Vielleicht um ihrem Argument nicht die Glaubwürdigkeit zu nehmen, "vergessen" die Auguren dabei, daß Microsoft das Konkurrenzprodukt "Internet Explorer" nicht nur kostenlos unter die Leute bringt, sondern auch mit Windows 95 fest verkoppelt. Dabei beschränkt sich Microsoft nicht nur auf die Client-Seite. Auch der "Internet Information Server" (IIS) wird als kostenfreie NT-Dreingabe mitgeliefert.

Allein deshalb wird es Netscape kaum etwas nutzen, wenn Firmenchef Jim Barksdale seinen Andeutungen Taten folgen läßt und Navigator oder Communicator verschenkt. Ein geändertes Browser-Vertriebsmodell würde nur dann etwas bringen, wenn Microsoft das Paketieren von Betriebssystem mit Internet-Zugangs- und -Verwaltungssoftware gerichtlich untersagt würde.

Ansonsten ist Netscape gut beraten, an dem Ansatz festzuhalten, Unternehmen mit standardbasierten Servern und Tools zu helfen, traditionelle Datenverarbeitung mit den Möglichkeiten des Internet zu verbinden. Daß die Marketiers diese Stoßrichtung mit den Labels "Extranet", "Crossware" und "Netscape One" versehen haben, stiftete jedoch eher Verwirrung unter den Anwendern, als klarzumachen, wohin die Reise gehen soll.

Seit 1995 mit dem Kauf von Collabra verfolgt das Unternehmen diese Strategie. Die Übernahmen und Joint-ventures der letzten beiden Jahre (Actra, Kiva, Navio, Novonyx) dienten dazu, Know-how und Produktportfolio für dieses Marktsegment auszubauen. Selbst wenn Netscape auf diese Weise mit mächtigen Wettbewerbern konkurriert, und gleichgültig, ob die jetzigen Verluste nur eine vorübergehende Schwäche oder Anzeichen einer ernsten Krankheit sind, muß das Unternehmen den eingeschlagenen Weg weitergehen. Es kann nicht (mehr) anders.