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29.11.1996 - 

Thema der Woche/Constellation bringt die Anpassung an das vernetzte Zeitalter

Netscape präsentiert seine Vision eines universellen User Interface

Die Netscape-Entwickler waren bereits vor einiger Zeit der Meinung, daß das bisher in Desktop-Arbeitsumgebungen dominierende Graphical User Interface (GUI) mit seinem metaphorischen Schreibtisch den Anforderungen der globalen Vernetzung nicht mehr genüge. Als in den 70er Jahren in Xerox´ Palo Alto Research Laboratory (Parc) die Desktop-Oberfläche erdacht wurde, ging es für Anwender um geringe, lokale Datenvolumina. Mit der rapiden Verbreitung des Internet aber, durch das ein einzelner Benutzer Zugriff auf Terabytes von Daten an unterschiedlichsten Orten erhält, ist das bisherige Paradigma aus Sicht von Netscape überholt.

Constellation soll der erste Schritt zu einem "Nettop" sein, laut Netscape der logische Nachfolger des Desktop. Zudem soll das Modul dem Übergang des Internet vom Pull- zum Push-Modell Rechnung tragen. Dies bedeutet, daß Informationen nicht mehr vom Anwender auf seinen Arbeitsplatz geholt werden müssen, sondern aus dem Netz unaufgefordert dorthin geschickt werden. Das neuartige User Interface basiert auf einem informationszentrierten Ansatz. Applikationen und Tools, bisher Zentrum der Arbeitsumgebung, treten in den Hintergrund.

Die individuellen Einstellungen des Anwenders werden, dem Gedanken permanenter Vernetzung folgend, auf dem Server gespeichert. Dadurch wird das sogenannte Roaming möglich der Benutzer findet unabhängig vom Arbeitsort und vom verwendeten System stets die gleiche persönliche Konfiguration und Arbeitsumgebung vor.

Constellation basiert vollständig auf Suns Internet-Programmiersprache Java, der von Netscape und Sun gemeinsam entwickelten Scriptsprache Javascript und der Hypertext Markup Language (HTML) und steht damit auf allen von Netscapes Client-Software unterstützten Plattformen zur Verfügung, auf denen es eine Java Virtual Machine (VM) gibt.

Zentraler Bestandteil des neuen User Interface ist der sogenannte Home Port. In diesem Bereich des virtuellen Arbeitsplatzes lassen sich die Informationen unterbringen, die für einen Anwender von zentraler Bedeutung sind und die er ständig im Zugriff haben möchte.

Die Dokumente aus Standard-Produktionsapplikationen, beispielsweise der Office-Suite von Microsoft, lassen sich unter Constellation direkt öffnen und bearbeiten. So werden die Investitionen der Anwenderunternehmen geschützt, ihre bisherige Software-Umgebung läßt sich nahtlos integrieren.

Desktop-Objekte wie Applikationen und Dokumente können per Drag and drop in Constellation übernommen werden. Zudem ist aus der Umgebung heraus der Zugriff auf die elementaren Datei-Management-Funktionen des jeweiligen Betriebssystems möglich, so daß ein weitgehender Verzicht auf die Standardumgebung möglich wird.

Sogenannte Live Sites, die von Drittanbietern oder im firmeneigenen Intranet angeboten werden können, ermöglichen die individuell gestaltete Darstellung in Echtzeit aktualisierter Informationen, die mittels "Netcasting", dem Push-Modell des Internet gehorchend, auf den jeweiligen Client gelangen. So lassen sich nicht nur Informationen, sondern auch Software-Updates auf den Client-Rechner transferieren. Dieses Feature macht deutlich, daß Netscape mit seiner Neuvorstellung in direkte Konkurrenz zu Microsofts "Active Desktop" tritt.

Offene Architektur

Ein weiteres Highlight von Constellation ist ein mit "Info- stream" bezeichnetes Modul, das ebenfalls zum Push-Modell des Netzes gehört. In einem kleinen, ständig sichtbaren Fensterbereich werden vom Anwender individuell ausgewählte, aktuelle Informationen dargestellt. Hier lassen sich beispielsweise Börsenkurse oder aktuelle Meldungen anzeigen. Netscape hat dazu bereits Abkommen mit entsprechenden Content-Providern wie Pointcast oder Marimba geschlossen.

Constellation verfügt generell über eine offene, erweiterbare Architektur. Diese ermöglicht es Content-Providern und anderen Third-Party-Anbietern, eigene Live Sites einzurichten und ihre Informationen auf die Arbeitsplätze von Constellation-Anwendern zu übertragen.

Der "Notification"-Teil von Constellation ist zuständig für die Benachrichtigung eines Benutzers über kurzfristig veränderte wichtige Informationen. Die Notification-Hinweise können in verschiedenen Bereichen der Constellation-Umgebung auftauchen, etwa im Home Port, auf Live Sites oder im Infostream-Fenster.

Constellation wird im ersten Quartal 1997 als Betaversion bereitstehen.